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Neuer Gefäßspezialist am Krankenhaus

Tomasz Mizerski vervollständigt als Internist das Team der Gefäßchirurgen in Niesky. Und will Patienten am liebsten große OPs ersparen.

Tomasz Mizerski ist Internist für Angiologie, also spezialisiert auf Gefäße, am Krankenhaus in Niesky.
Tomasz Mizerski ist Internist für Angiologie, also spezialisiert auf Gefäße, am Krankenhaus in Niesky. © André Schulze

Das Nieskyer Krankenhaus hat eine anziehende Wirkung auf Fachärzte. Nach dem Zulauf vor zwei Jahren von drei Chirurgen aus Görlitz und zwei Unfallchirurgen aus Weißwasser ist nun ein weiterer Spezialist im Emmaus-Krankenhaus tätig. Sein Name ist Tomasz Mizerski. Er ist Internist und Facharzt für Angiologie, also spezialisiert auf Gefäße.

Der Mund- und Nasenschutz kann die Freude bei Rainer Stengel nicht verbergen: Der Leitende Chefarzt des Krankenhauses bezeichnet es als einen Glücksfall, Tomasz Mizerski jetzt in seinem Team zu haben. Die Nieskyer Einrichtung der Diakonissenanstalt Dresden (Diako) war auf der Suche nach einem Internisten. Gefunden hat sie einen Spezialisten, der sich mit der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Venen und Arterien beschäftigt. "Es ist sehr schwierig, solche spezialisierten Fachärzte nach Niesky zu bekommen", blickt Rainer Stengel auf die Monate des Suchens zurück. Aber ihm kam der Zufall zu Hilfe, als eines Tages die Bewerbungsmappe von Tomasz Mizerski auf dem Schreibtisch lag. Dieser oder keiner, sagte sich der Chefarzt und stellte Mizerski in Niesky ein.

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Mit Familie in Zgorzelec zu Hause

Tomasz Mizerski wollte sich örtlich verändern, aber seiner Tätigkeit treu bleiben. Der 47-Jährige sah für sich die Chance gegeben, vom Oberlausitzer Klinikum in Bautzen nach Niesky zu wechseln. "Hier bin ich näher an meinem Wohnort dran", erzählt der gebürtige Pole. Zusammen mit seiner Frau und den vier Kindern lebt Tomasz Mizerski in Zgorzelec. Dort praktiziert seine Frau als Zahnärztin. Die gemeinsamen Kinder studieren beziehungsweise der Jüngste geht noch zur Schule. Mediziner wollen sie aber alle vier nicht werden, erzählt der Internist. "Es reicht, wenn das die Eltern sind", sagt er schmunzelnd.

Überhaupt ist Tomasz Mizerski ein fröhlicher Mensch, der schnell Anschluss gefunden hat, sagen Kollegen. Das bestätigt Chefarzt Stengel: "Herr Mizerski passt sehr gut zu uns, sowohl was seine Fachkompetenz betrifft, als auch seine Persönlichkeit." Facharzt geworden ist der aus dem Lebuser Land stammende Mizerski in Deutschland. In Wrocław (Breslau) hat er zunächst Medizin studiert. Danach ist er nach Brandenburg gegangen, um als Internist zu arbeiten. Als einer, der sich mit Erkrankungen der inneren Organe beschäftigt. Das war bis 2011.

Weiterbildung in Dresden und Zittau

Dr. Tomasz Mizerski wollte sich weiter spezialisieren, wie er sagt. Also absolvierte er eine zweijährige Weiterbildung in Krankenhäusern in Dresden und Zittau auf dem Gebiet der Angiologie. Ab 2016 arbeitete der Gefäß-Experte für vier Jahre am Oberlausitzer Klinikum in Bautzen, bevor er im September nach Niesky wechselte. In Bautzen hielt er zweimal wöchentlich Sprechstunde für Patienten mit Gefäßerkrankungen. Das ist auch für Niesky wieder geplant. Denn auch an seinem neuen Arbeitsort macht Mizerski die Erfahrung, dass die Menschen zulange warten, bevor sie mit ihren Beschwerden zum Arzt gehen. Eine typische Gefäßerkrankung ist die "Schaufensterkrankheit". Aller paar hundert Meter muss man stehen bleiben, weil die Beine schmerzen oder das Herz rast. Chefarzt Stengel sagt, kommt man nur noch 50 Meter weit, ist die kritische Phase erreicht, dann besteht Handlungsbedarf.

Deshalb ist es wichtig, vorbeugend tätig zu werden. Das erfolgt bereits bei den Patienten, die in Niesky unters Messer mussten. Gesunde Lebensweise in Bezug auf Bewegung und Ernährung, auf den Blutdruck achten und wer Raucher ist, nicht mehr zur Zigarette greifen - das sind Grundvoraussetzungen, um Durchblutungsstörungen zu minimieren beziehungsweise zu vermeiden.

Zum medizinischen Kompetenzzentrum

Die Gefäßdiagnostik und -chirurgie sind nicht die einzigen beiden Aushängeschilder des Nieskyer Krankenhauses. Die Einrichtung verfügt seit gut einem Jahr über ein regionales Wundzentrum. Dort werden Patienten mit chronischen Wunden interdisziplinär behandelt. Das heißt, Medizinier verschiedener Fachgebiete kümmern sich stationär und ambulant um den Patienten, dessen Wunde nicht heilen will. Rainer Stengel setzt dabei unter anderem auf die direkte Verbindung zu seinem Kollegen Dr. Frank Hübschmann. Als Chirurg und leitender Oberarzt hat er sich auf Diabetes-Patienten mit Fußkomplikationen und chronischen Wunden spezialisiert. So greift ein Bereich in den anderen und ermöglicht dem Patienten eine allumfassende Behandlung unter einem Dach in einem medizinischen Kompetenzzentrum. "Und das passiert alles in einem kleinen Krankenhaus im ländlichen Gebiet", ergänzt nicht ohne Stolz Chefarzt Stengel.

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