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Jedes dritte Grundschulkind in Europa hat Übergewicht

Die Zahlen sind alarmierend. Experten fürchten noch eine weitere Zunahme. Dagegen wollen Frauen und Männer europäischer Staats- und Regierungschefs vorgehen.

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Immer mehr Kinder in Europa sind zu dick. Dagegen wollen Gattinnen und Gatten von Staats- und Regierungschefs vorgehen
Immer mehr Kinder in Europa sind zu dick. Dagegen wollen Gattinnen und Gatten von Staats- und Regierungschefs vorgehen © Ralf Hirschberger/dpa (Archiv)

Zagreb. Knapp jedes dritte Kind im Grundschulalter in der WHO-Region Europa ist übergewichtig oder fettleibig. Darauf wies das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch anlässlich der Gründung eines politischen Netzwerks zur Prävention von Fettleibigkeit unter Kindern in Zagreb hin. Daten wie diese zeichneten ein alarmierendes Bild - und die Zahl der Kinder mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) werde voraussichtlich weiter zunehmen.

Die eigentlich im dänischen Kopenhagen ansässige WHO Europa berief sich dabei unter anderem auf den Europäischen Fettleibigkeitsbericht 2022, den die Organisation vor gut einem Jahr veröffentlicht hatte. Demnach ist mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Europa übergewichtig. Bei Jungen im Alter von sieben bis neun Jahren sind es 29 Prozent, bei Mädchen desselben Alters 27 Prozent.

Als adipös gelten Menschen mit einem Body Mass Index (BMI) von mehr als 30, Übergewicht beginnt bei einem BMI von über 25. Der BMI wird aus Körpergröße und -gewicht berechnet.

Die Gattinnen und Gatten von 16 europäischen Staats- und Regierungschefs wollen dem Problem nun unter Führung der kroatischen First Lady Sanja Music-Milanovic entgegenwirken. Sie verabschiedeten am Mittwoch in Zagreb eine Erklärung, die politische Empfehlungen liefert, um den rapiden Anstieg der Fettleibigkeit bei Kindern umzukehren.

"Unsere Kinder wachsen zunehmend in Umgebungen auf, die es sehr schwer für sie machen, sich gut zu ernähren und aktiv zu sein. Das ist eine Grundursache der Fettleibigkeits-Epidemie", erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Als Gesellschaften und Länder habe man es bislang nicht geschafft, die steigenden Raten umzukehren. Die Zagreb-Erklärung sei in der Hinsicht ein erster wichtiger Schritt. (dpa)