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Gesundheit und Wellness

Krank per Klick

Permanent erreichbar, ständig im Internet unterwegs, immer auf der Online-Lauer. Die vielen Möglichkeiten des Internets können krank machen.

Suchtgefahr schon bei Kindern! Permanente Erreichbarkeit und ständiges online Sein können krank machen.
Suchtgefahr schon bei Kindern! Permanente Erreichbarkeit und ständiges online Sein können krank machen. © Pixabay.com

Rund um die Uhr erreichbar. Ständig ploppt irgendeine ganz besonders wichtige Nachricht aus der Welt der Reichen und vermeintlich Schönen auf dem Smartphone auf. Und natürlich gibt‘s auch Neuigkeiten in dieser oder jener WhatsApp-Gruppe. Außerdem warten noch die Freunde via Internet auf das nächste gemeinsame Spiel am Computer. Ständiger Begleiter ist dabei neben dem Smartphone längst auch die Angst, irgendetwas zu verpassen. Die Medizin kennt bereits den Begriff des „Handy-Nackens“; durch das ständige unnatürliche Nach-Unten-Schauen. Im Dresdner St. Marienkrankenhaus zum Beispiel, das sich unter anderem auf Schmerztherapie spezialisiert hat, spielt das Thema bereits eine wichtige Rolle im Rahmen der Angebote.

Gratwanderung zur Sucht

Nicht zu unterschätzen sind jedoch auch die gesundheitlichen Folgen der ständigen Erreichbarkeit, des ständigen Online-Seins für das dramatische Thema Sucht. Was im Übrigen sogar wirtschaftliche Folgen hat, wie Studien zeigen: Die ständigen, wenn auch kleinen Unterbrechungen im Alltag – nicht zuletzt auch auf Arbeit – sorgen dafür, dass die Produktivität deutlich sinkt. Ein wichtiger Sucht-„Treiber“ sind dabei beispielsweise die Like-Daumen oder Herzchen als „Gefällt mir“-Signal. So fühlen sich viele in sozialen Netzwerken bestätigt, bekommen Aufmerksamkeit – die sie vielleicht im normalen Alltag vermissen – und fühlen sich belohnt. Das macht natürlich Lust auf mehr. Auf immer mehr. Auch der nicht zuletzt durch soziale Netzwerke aufgebaute Zeitdruck birgt dramatisches Suchtpotenzial. Ist meine Nachricht schon angekommen? Ist sie schon gelesen worden? Muss ich jetzt auch sofort antworten? Über diese Fragen vergessen wir oft, dass eilig nicht wirklich auch wichtig bedeutet, haben Experten einen Hauptgrund ausgemacht.

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Therapien auch in Sachsen

Gibt es Auswege? Ja, etliche Suchtkliniken im Freistaat haben reagiert und entsprechende Therapieangebote entwickelt. Wie das Asklepios Fachklinikum im sächsischen Wildenfels, das eine Therapie zur Behandlung von Onlinesucht anbietet. Wie auch das Helios-Park-Klinikum in Leipzig.

Prävention ins Blickfeld rücken

Wichtig ist aber auch bei diesen Erkrankungen natürlich in erster Linie Prävention, um einer Sucht vorzubeugen. So hat beispielsweise die Landesarbeitsstelle Schule-Jugendhilfe Sachsen das Internet-Lernportal „Junge Sachsen fit fürs Leben“ eingerichtet, das sich mit der Gesundheit und Lebenskompetenz junger Sachsen befasst. Und auf dem sich Jugendliche auch mit dem Thema maßvoller Handy-Konsum befassen können. Und nicht zuletzt hat die Weltgesundheitsorganisation Onlinesucht jüngst ins Klassifikationssystem der psychischen Krankheiten aufgenommen. Wenn auch zunächst erst einmal die Online-Spielsucht; doch die Mediziner beobachten weitere Süchte im Zusammenhang mit der Internetnutzung sehr genau, heißt es dazu. Was letztlich natürlich auch einen Schub bei der Finanzierung entsprechender Therapie- und Präventionsangebote mit sich bringen wird. Und natürlich haben deshalb auch Krankenkassen die Themen längst auf ihre Agenda gesetzt. Denn natürlich verursachen auch diese Süchte – wie andere Suchterkrankungen auch – erhebliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit oder durch Folge-Erkrankungen. Das Thema Onlinesucht ist also nicht nur ernst, sondern wird längst auch durchaus ernstgenommen!

Bei Fragen zu Hilfsangeboten in der Nähe stehen unter anderem die Gesundheitsämter der Städte und Landkreise bereit.

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