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Neurodermitis ist in Sachsen besonders stark verbreitet

Die Hautkrankheit Neurodermitis tritt vor allem im Osten Deutschlands auf – und am häufigsten in Sachsen. Woran liegt das?

Hautcremes können Linderung verschaffen.
Hautcremes können Linderung verschaffen. © dpa/Florian Schuh

Neurodermitis tritt vor allen in den ostdeutschen Bundesländern auf. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Barmer hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Bei 5,5 Prozent der Sachsen diagnostizierten Ärzte im Jahr 2018 diese Krankheit, gefolgt von Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die niedrigsten Raten gab es in Bayern und Schleswig-Holstein mit 3,8 Prozent.

Kleinkinder seien am stärksten betroffen, so der Bericht. Demnach litten deutschlandweit 14 Prozent der ein- bis fünfjährigen Jungen und zwölf Prozent der Mädchen dieser Altersgruppe an Neurodermitis. Dies entsprach mehr als 226.000 Jungen und knapp 186.000 Mädchen.

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„Neurodermitis ist Ausdruck einer geschädigten Hautbarriere und macht die Haut anfällig für Keime. So kann es zu Infektionen kommen. Die Krankheit verläuft in Schüben. „Es gibt Phasen, in denen die Haut ekzemfrei ist, und akute Phasen mit belastenden Symptomen“, informiert die Deutsche Haut- und Allergiehilfe. Bei Säuglingen trete das Ekzem hauptsächlich an den Wangen und auf der Kopfhaut auf. Am Kopf wird die Erscheinung auch als Milchschorf bezeichnet.

Mädchen und Jungen von Neurodermitis gleich stark betroffen

Unter den Fünf- bis Neunjährigen lagen laut Barmer die Betroffenenraten mit knapp zehn Prozent bei Jungen und Mädchen etwa gleichauf. In diesem Alter verlagert sich das Ekzem oft in Kniekehlen, an Ellenbogen und Handgelenke. Insgesamt ist die Haut sehr trocken, was den Juckreiz noch verstärkt.

Das Ziel einer Therapie ist die Symptomfreiheit. „Auch wenn eine Neurodermitis nicht heilbar ist, sollte man frühzeitig den Arzt aufsuchen, um die Symptome zumindest zu lindern oder die symptomfreien Phasen zu verlängern“, sagt Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der Barmer.

Doch auch jenseits des Kindesalters kann Neurodermitis erstmals auftreten. Frauen litten hier häufiger unter atopischem Ekzem als Männer. Besonders eklatant war der Unterschied in der Altersklasse der 40- bis 45-Jährigen. Hier stellten Ärzte bei 2,5 Prozent der Männer und 4,5 Prozent der Frauen Neurodermitis fest. „Das Auftreten der Krankheit wird möglicherweise auch durch den Hormonhaushalt beeinflusst. So ließe sich erklären, dass vor der Pubertät häufiger die Jungen und danach verstärkt die Frauen betroffenen sind“, sagt Petzold.

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„Die vergleichsweise häufigen Neurodermitisfälle in Ostdeutschland erklärt die Barmer-Ärztin mit dem Vorkommen bestimmter Pollenarten. Für den Leiter des Universitäts-Allergiecentrums am Uniklinikum Dresden trifft diese Aussage jedoch nur auf die Hälfte der Betroffenen zu. Denn nur bei dieser Gruppe sei die Erkrankung allergiebedingt. „Eine wirkliche schlüssige Erklärung der regionalen Häufung gibt es nicht. Die Ergebnisse der Barmer decken sich aber mit denen der Kindergesundheitsstudie des Robert-Koch-Institutes.“

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