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Sachsen

Mittelsachsen ist neues FSME-Risikogebiet

Fünf Regionen in Deutschland sind neu als Risikogebiete für die Hirnentzündung FSME eingestuft worden. Übertragen wird die Krankheit durch Zecken.

Eine Zecke (Ixodida) sitzt auf der Spitze eines Grashalmes. Hier wartet der blutsaugende Ektoparasit auf seine Beute.
Eine Zecke (Ixodida) sitzt auf der Spitze eines Grashalmes. Hier wartet der blutsaugende Ektoparasit auf seine Beute. © Patrick Pleul/dpa

Berlin. Das Robert Koch-Institut hat auch den Landkreis Mittelsachsen als Risikogebiet für die meist von Zecken übertragene Hirnentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eingestuft. Damit sind nun acht der dreizehn Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen als solche Risikogebiete deklariert: der Vogtlandkreis, der Erzgebirgskreis, die Landkreise Zwickau, Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Stadt Dresden.

Zwar habe die Zahl der FSME-Erkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen - 2020 wurden in Sachsen 31 Fälle gemeldet, fünf Jahre zuvor waren es nur 5. Die Wahrscheinlichkeit, an FSME zu erkranken, sei aber verhältnismäßig gering, betonte am Freitag das Gesundheitsministerium. Allerdings steige die Zahl schwerer Verläufe mit dem Alter der Infizierten.

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27 der betroffenen Sachsen infizierten sich im Freistaat, die vier anderen Patienten in Österreich, Polen/Litauen, Thüringen sowie Baden-Württemberg. Bei den Betroffenen handelte es sich um 28 Erwachsene (5 Frauen und 23 Männer) im Alter zwischen 22 und 79 Jahren sowie einen 6-jährigen Jungen, ein 12-jähriges Mädchen und einen 16-jährigen Jugendlichen. Bis auf drei Erkrankte, von denen zwei eine einmalige und eine Betroffene eine zweimalige FSME-Impfung belegen konnten, waren alle Patienten nicht gegen FSME geimpft.

Laut Ministerium tragen in Risikogebieten schätzungsweise 0,1 bis 5 Prozent aller Zecken das FSME-Virus in sich. Infektionen verliefen in 80 bis 90 Prozent der Fälle ohne Symptome.

FSME-Impfung empfohlen

Insgesamt sind fünf Regionen in Deutschland neu als FSME-Risikogebiete eingestuft worden. Neben Mittelsachsen gehören dazu der Stadtkreis Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) sowie jeweils ein Kreis in Thüringen (Weimarer Land) sowie in Bayern (Dillingen a. d. Donau) und Hessen (Fulda).

Damit sind in Deutschland nun 169 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert. Generell bestehe in Deutschland ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem im südöstlichen Thüringen und in Sachsen sowie in Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen, hieß es vom RKI. Einzelne Risikogebiete befänden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen.

Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf Erkrankungsdaten mehrerer Jahre. In diesen Regionen wird Menschen, die zum Beispiel in der Freizeit oder beruflich mit Zecken in Berührung kommen könnten, eine FSME-Impfung empfohlen.

Krankheit kann tödlich verlaufen

2020 wurden mit 704 FSME-Erkrankungen so viele wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet. Im Vorjahr hatte die Zahl bei 445, im bislang fallstärksten Jahr 2018 bei 583 gelegen. Untersucht werde derzeit, ob der deutliche Anstieg während der Corona-Pandemie möglicherweise mit einem veränderten Freizeitverhalten zusammenhängen könnte, heißt es im Bericht.

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Die Fallzahlen schwanken generell von Jahr zu Jahr erheblich. Die Mehrzahl der Erkrankungen findet den RKI-Daten zufolge in den Monaten Mai bis Oktober statt. FSME beginnt mit Beschwerden wie Kopfschmerzen und Fieber. Bei einem kleinen Teil der Infizierten kann es nach einer Zeit ohne Symptome zu einer zweiten Phase mit Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung kommen. Die Krankheit kann tödlich verlaufen: 2020 in einem Fall. Den zuverlässigsten Schutz gegen FSME bietet eine Impfung. Die Impfquoten in den betroffenen Regionen seien aber oft noch sehr niedrig, so das RKI.

Typische Lebensräume für Zecken sind unter anderem lichte Wälder und Waldränder sowie Flächen mit hohem Gras oder Büschen, wie es im Bericht heißt. Auch Gärten und städtische Parks bieten gute Bedingungen. (dpa/SZ)

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