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Ein Lauf für Helden wie Ben

Beim SuperHeroRun geht es um Schlamm, Spaß und Spenden für den Kampf gegen Leukämie. Den hat Ben aus Bernstadt neu aufnehmen müssen und aktuell viel Glück.

Das Bild im Superman-Kostüm ist vor rund einem Jahr für den ersten Anlauf des SuperHeroRuns gemacht worden. Danach kam der Krebs zurück.
Das Bild im Superman-Kostüm ist vor rund einem Jahr für den ersten Anlauf des SuperHeroRuns gemacht worden. Danach kam der Krebs zurück. © Stefan Kutsche

Superman sein, mit dicken Muskeln und vor Kraft nur so trotzend - das würde Ben Tasche gefallen. Dabei ist der Zehnjährige aus Bernstadt für seine Eltern und viele Freunde und Bekannte jetzt schon ein Held: Nach einem Rückfall Ende vergangenen Jahres kämpft Ben nun schon das zweite Mal gegen den Blutkrebs. Dass er dazu so viel Kraft aufbringt, beeindruckt viele. Auch Stefan Kutsche, der im Nachbarort Schönau-Berzdorf wohnt, ist vom Kampfgeist Bens tief berührt.

Deshalb hat Kutsche Ben zu Ehren am 9. Oktober eine Art Hindernislauf organisiert, den "SuperHeroRun". Die Veranstaltung könnte nebenbei noch für andere Patienten wie Ben lebensrettend sein: Es ist damit eine Spende an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) verbunden. Und dafür müssen möglichst viele Teilnehmer auf den Hindernis-Kurs am Berzdorfer See gehen. Doch nachdem der Lauf im vergangenen Jahr wegen Corona verschoben werden musste, müssen die Anmeldungen erst wieder in Schwung kommen.

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Wie wichtig eine Stammzellentransplantation für Leukämie-Patienten ist, kann Bens Mutter Yvonne Tasche jeden Tag sehen. Denn Ben geht es derzeit wieder besser. Nachdem Ende 2020 der Krebs zurückgekommen war, konnte er im Juli - nach mehreren Anläufen - endlich seine Spende erhalten. "Die Ärzte sind bislang sehr zufrieden", sagt Frau Tasche. Allerdings waren die vergangenen Monate für die Familie und vor allem für Ben erneut ein Härtetest: "Eigentlich sollte er schon im Frühjahr seine Spende bekommen, aber der Spender war erkrankt und durfte dann nicht spenden, zwei Termine platzten", schildert Bens Mutter. Ein stetes Hin und Her, Untersuchungen, Vorbereitungen, Krankenhausaufenthalte folgten.

Corona-Infektion verzögerte Behandlung

Hinzu kam noch, dass Mutter und Sohn sich trotz aller Vorsicht beide Anfang April mit Corona infizierten. Zum Glück verlief die Krankheit leicht - sie verbrachten die Zeit dennoch zur Sicherheit und unter Behandlung auf der Intensivstation. Umso erleichternder war es dann, als die zweite Spenderin, die infrage kam, sich sofort zur Hilfe bereit erklärte und sich dem Eingriff unterzog. "Wer sie ist, wissen wir nicht, aber wir wissen, dass sie eine junge, zierliche Frau von 21 Jahren ist, die bald Geburtstag feiert - da werden wir für sie eine Botschaft aufnehmen, die an sie weitergeleitet wird", erklärt Frau Tasche.

Dafür, dass sich noch mehr Menschen entschließen, solche Lebensretter zu werden, geht es auch Initiator Stefan Kutsche und seinem Team bei der Aktion: "66 Prozent der Startgelder spenden wir an die DKMS", betont er. Im Vordergrund steht an dem 9. Oktober aber auf alle Fälle auch der Spaß: Auf der neun Kilometer langen Strecke sind 21 Hindernisse verschiedener Schwierigkeitsstufen aufgebaut, die alle Teilnehmer auf ihre Weise bewältigen müssen. "Es gibt immer mehrere Möglichkeiten, sie zu überwinden", erklärt Kutsche. Die besten Sportsachen sollte man nicht unbedingt anziehen: "Es wird durchaus matschig", erklärt der Initiator, der selbst gern an solchen Gelände-Hindernis-Läufen in seiner Freizeit teilnimmt, bei denen man sich auch mal so richtig schmuddelig machen darf.

Anfeuern an der Blauen Lagune

"Start und Ziel ist nahe dem Campingplatz an der Blauen Lagune. Von dort geht es über den Strand selbst in Richtung Aussichtsturm, über den künftigen Golfplatz, die Neuberzdorfer Senke, zum Oberlausitzer Blick und über Pappelallee und Sachsenhütte zurück zum Ausgangspunkt", beschreibt Kutsche. Das Bauen der Hindernisse hat das Vorbereitungsteam selbst übernommen, zu dem im Kern sechs Personen und weitere 14 tatkräftige Helfer aus verschiedenen Vereinen der Umgebung gehören. Einige Unternehmen hatten für die gute Sache und speziell die Hindernis-Konstruktionen bereits gespendet. Auch mit dem Gesundheitsamt sei man im Gespräch, betont Kutsche, der sehr hofft, dass man den "SuperHeroRun" dieses Jahr nun wirklich "durchziehen" kann. "Wir sind motiviert und hoffen, dass sich noch richtig viele Teilnehmer anmelden", betont er. Ziel der Organisatoren ist es, 10.000 Euro an die DKMS zu spenden - dafür wären 400 Starter nötig.

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Dass viele mitmachen, wünscht sich auch Ben. Er will nämlich am Ende zur Scheckübergabe gern dabei sein und die Spende persönlich überreichen. "Wir hoffen, dass das klappt", sagt Mutter Yvonne Tasche. Ben bekommt nach wie vor starke Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, damit die Stammzellen-Therapie wirken kann. Daher müssen sich er und seine Familie auch weiterhin etwas abschirmen und gut in Acht nehmen. Deshalb wird Ben auch nicht mit seiner Klasse ins neue Schuljahr starten können. Wie er den Stoff dennoch schaffen kann, ob er Heimunterricht bekommt, wie er Noten erhalten kann, das muss alles noch geklärt werden. Zuerst aber muss er den Kampf gegen den Krebs ein zweites Mal gewinnen - und dann hoffentlich endgültig.

  • Der SuperHeroRun findet am 9. Oktober am Berzdorfer See statt. Zwei Startwellen sind um 10 und um 10.15 Uhr vorgesenen. Die Startgebühr liegt bei 30 Euro, davon gehen zwei Drittel an die DKMS. Infos und Anmeldung unter www.superherorun.de

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