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Dresden

Warum ein Klinikflur an einen Bus erinnert

Haltestangen und ein Fahrscheinentwerter gehören zur neuen Ausstattung einer Ambulanz des Uniklinikums Dresden. Das soll Autismus-Patienten helfen.

Auch die sechsjährige Mathilda fährt gern Straßenbahn und hat gerade das schwarz-gelbe Polster der DVB auf der Tafel entdeckt. Ihre Mutter beobachtet sie dabei.
Auch die sechsjährige Mathilda fährt gern Straßenbahn und hat gerade das schwarz-gelbe Polster der DVB auf der Tafel entdeckt. Ihre Mutter beobachtet sie dabei. © PR/Uniklinikum/Holger Ostermeyer

Dresden. Der rund 50 Meter lange Flur in der Autismus-Ambulanz des Uniklinikums Dresden ist umgestaltet worden. Ziel war dabei, den schlauchförmigen Gang mit etwa je zehn Türen pro Seite und einer Feuerschutztür in der Mitte so herzurichten, dass er auf Autismus-Erkrankte nicht wie ein Tunnel wirkt.

Die Umgestaltung fand unter Leitung der Dresdner Kunsttherapeutin und Psychotherapie-Heilpraktikerin Britta Fahr statt. Sie hat das Gestaltungskonzept entworfen und dabei den Schwerpunkt auf die Farbe gelegt. Damit der Flur nicht in der Leere einer weißen Wand mit dem grauen Ausblick auf ein Nachbargebäude endet, erhielt diese Wand einen grasgrünen Anstrich.

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Dazu kamen zurückhaltende Farbtöne an den langen Flurwänden. Sie "wirken beruhigend und lassen sich gut mit den unterschiedlichen Farbakzenten der Pinnwände oder den zwei zum Spielen einladenden Tafeln kombinieren", sagt Britta Fahr.

"Von Anfang an war eine große Begeisterung zu spüren, als wir bei den DVB angefragt haben, uns bei der Neugestaltung unserer Räume zu unterstützen", erinnert sich Dr. Katja Albertowski. Die Leiterin der Autismus-Ambulanz erfahre nahezu täglich, wie präsent und wichtig für viele Patienten die gelb-schwarzen Busse und Bahnen im Dresdner Stadtgebiet sind, so die Klinik.

Hinweisschilder, Fahrpläne und Karten mit den vielen Linien folgten einer festen Struktur, die für Menschen mit dieser Entwicklungsstörung sehr wichtig sei. Gern würden sie sich in diese Systematik vertiefen, sie verfügten "über oft ausuferndes Spezialwissen". Für Therapeuten sei diese Themenwelt ein Weg, um Kontakt zu ihren Patienten aufzunehmen. Die neu gestalteten Tafeln und Flächen wirkten wie ein Anker und würden ihnen beim Innehalten und Studieren helfen. (SZ/csp)

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