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Das ist Löbaus neue Osteopathin

Heilende Hände und helfende Nadeln - Manja Grünther eröffnet im Löbauer Ärztehaus ihre erste Praxis. Für sie ist dies im doppelten Sinn ein Neustart.

Manja Grünther eröffnet nächsten Dienstag im Ärztehaus in der Löbauer Breitscheidstraße ihre Praxis für Osteopathie, wo sie auch Akupunktur anbietet.
Manja Grünther eröffnet nächsten Dienstag im Ärztehaus in der Löbauer Breitscheidstraße ihre Praxis für Osteopathie, wo sie auch Akupunktur anbietet. © Matthias Weber/photoweber.de

Noch ein paar Handgriffe in den neuen Räumen hier und da. Dann kann es losgehen: Manja Grünther startet am kommenden Dienstag in ein ganz persönliches Abenteuer. Die 39-Jährige wagt nach 18 Jahren im Angestelltenverhältnis den Schritt in die Selbstständigkeit mit ihrer eigenen Osteopathiepraxis im Löbauer Ärztehaus in der Breitscheidstraße. "Ich freue mich darauf und habe auch schon erste Termine vergeben", sagt die Frau, die ihr ganz eigenes Konzept verfolgt - auch bei den Öffnungszeiten. Dass sie als Therapeutin ausgerechnet in Löbau gelandet ist, hat mehrere Gründe.

Denn für die Mutter einer zehnjährigen Tochter und eines 14-jährigen Sohnes wird sich in den kommenden Monaten einiges ändern: Privat zieht sie mit ihren Kindern aus dem Bautzener Raum, woher sie stammt, zu ihrem Lebensgefährten nahe Herrnhut. Das war auch der Anlass für eine berufliche Neuorientierung. Da aber ihre Eltern bei Bautzen leben und sie dort auch ein Haus besitzt, hat sie nach einem passenden Standort für ihre Praxis zwischen Herrnhut und Bautzen gesucht: Löbau hat sich als Mittelpunkt angeboten. Hinzu kam: "Die Räume im Ärztehaus und die Lage passen gut für mich", erklärt sie. Sie hofft nun, dass auch ihr Angebot gut in die Region um Löbau passen wird. Das könnte in der Tat klappen, denn im Vergleich zur Therapeutendichte in Bautzen gibt es in der Löbauer Region verhältnismäßig wenige Osteopathen - das zeigt eine spontane Internetsuche.

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Sechsjährige Ausbildung in Leipzig

Zur Osteopathie kam die ausgebildete Physiotherapeutin schon vor längerer Zeit. Sie absolvierte sechs Jahre berufsbegleitend an einer Leipziger Osteopathieschule ihre Ausbildung, die sie 2011 abschloss. Ein Grund für das Interesse an diesem ganzheitlichen Ansatz war, dass ihre Tochter im Kleinkindalter an Kinderrheuma erkrankte und sie ganz persönlich einfach mehr wissen und können wollte.

In der Physiotherapie, in der sie bislang angestellt war, arbeitete sie zuletzt ausschließlich als Osteopathin, selbstständig machen kann sie sich aber erst, seit sie 2018 die Heilpraktiker-Ausbildung abgeschlossen hat: "Diese zweijährige Ausbildung ist dabei nur als eine Grundausbildung zu betrachten, den Werkzeugkasten muss sich dann jeder selbst zusammenstellen", erklärt sie. In ihrem Fall gehört zu den "Werkzeugen" neben der Osteopathie für Erwachsene und Kinder auch die Akupunktur. "Auch wenn ich Heilpraktikerin bin, auf das Verschreiben homöopathischer Mittel habe ich mich nicht spezialisiert", betont sie, um häufigen Missverständnissen vorzubeugen.

Krankenkassen zahlen oft Zuschuss

Was ihr bei ihren Patienten besonders wichtig ist, ist eine gründliche Anamnese, betont sie. Dafür nimmt sie sich Zeit, sucht nicht nur mit ihren Händen nach der Ursache von Blockaden, Spannungen oder Dysfunktionen: "Eine Diagnose mal so nebenbei, das geht nicht", skizziert sie. Denn Ursache für chronische Schmerzen oder andere Leiden können ganz verschieden sein. "Die Osteopathie ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Körperliches und Psychisches einbezieht", skizziert sie. Die Kosten pro Behandlung, die bis zu einer Stunde dauern kann, liegen zwischen 70 und 80 Euro - berechnet nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker. Inzwischen zahlen viele Krankenkassen für eine Osteopathie-Behandlungen mindestens Zuschüsse, denn generell werden die Behandlungen nicht als Kassenleistung abgerechnet.

Dennoch ist die Osteopathie anerkannt - auch schon für Säuglinge, wo sie als sanfte Methode Probleme lösen kann: "Ein schiefer Kopf, Blähungen oder wenn sich das Kind nicht drehen kann - sind Fälle, die man osteopathisch behandeln kann", zählt sie auf. Feste Öffnungszeiten wird Manja Grünther allerdings nicht einrichten - sie behandelt ihre Patienten nach Vereinbarung. Das hat einen Grund: "Osteopathie und auch Akupunktur sollte man nicht zwischendurch in der Mittagspause machen, denn die Behandlungen wirken nach", erklärt sie. Da sie aber sehr gut weiß, dass "nach Feierabend" für jeden etwas anderes bedeutet, setzt sie auf Absprachen je nach Bedarf der Patienten. Termine lassen sich deshalb am besten telefonisch oder per Mail über die Praxis-Homepage ausmachen.

Ansprechbar will sie zudem auch für alle Eltern sein, deren Kinder an Rheuma leiden. Seit ihre Tochter deswegen in einer Spezialklinik war, ist sie gern Ansprechpartnerin für den Bundesverband Kinderrheuma in der Region: "Mir geht es darum, dass man sich treffen oder telefonieren kann, um sich auszutauschen", erklärt sie. Zu sehen, dass es noch andere gibt, die mit dieser Krankheit umgehen und leben müssen, helfe Kindern und Eltern sehr und so erfahre man auch Neues über Behandlungsmöglichkeiten.

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