merken
PLUS Sachsen

Neue Therapie aus Dresden bei Eierstockkrebs

Eierstockkrebs verläuft sehr oft tödlich. Eine Kombination von Wirkstoffen soll in Zukunft Patientinnen helfen.

Menschliche Eierstockkrebszellen unter dem Mikroskop. Durch Immunfluoreszenzfärbung erscheinen Zellkerne blau und das Zellskelett grün.
Menschliche Eierstockkrebszellen unter dem Mikroskop. Durch Immunfluoreszenzfärbung erscheinen Zellkerne blau und das Zellskelett grün. © Uniklinik Dresden

Dresden. Eierstockkrebs hat unter den gynäkologischen Krebserkrankungen die höchste Todesrate. Das liegt vor allem daran, dass er aufgrund mangelnder Symptome in 75 Prozent der Fälle erst spät in einem fortgeschrittenem Stadium entdeckt wird.

Ein Forscherteam unter Leitung von Wissenschaftlern der Hochschulmedizin Dresden und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) hat nun eine Möglichkeit entdeckt, wie betroffenen Frauen in Zukunft besser geholfen werden kann. Eine neue Wirkstoffkombination könnte dafür die Lösung sein.

Teppich Schmidt
Sieben Wohnwelten – ein Geschäft
Sieben Wohnwelten – ein Geschäft

Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Auch nach einer zunächst erfolgreichen Therapie besteht bei Eierstockkrebs eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor schnell zurückkehrt. Dieses frühe Rückfallrisiko lässt sich bei Patientinnen, deren Tumoren bestimmte genetische Voraussetzungen aufweisen, durch eine zusätzliche Behandlung mit sogenannten PARP-Inhibitoren deutlich senken. Diese innovativen, zielgerichteten Wirkstoffe können die Prognose deutlich verbessern.

Die DNA in unseren Zellen ist ständigen Schädigungen ausgesetzt. Gesunde Zellen können diese Schäden in der Regel reparieren, zum Beispiel mithilfe spezieller Proteine. Fällt die Funktion dieser Proteine durch Mutationen in den entsprechenden Genen aus, kommt es vermehrt zu Erbgutveränderungen. Sie können Krebs verursachen. Veränderungen in bestimmten Genen erhöhen vor allem das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs.

Krebszellen sterben ab

Tumoren, die einen solchen DNA-Defekt aufweisen, können mithilfe der PARP-Inhibitoren bekämpft werden. Diese hemmen die zwei Enzyme, die an der DNA-Reparatur beteiligt sind. Dadurch können die DNA-Schäden in den Krebszellen so groß werden, dass diese absterben. Gesunde Körperzellen mit noch funktionierenden Reparatur-Proteinen überleben hingegen. Ein Problem: Der überwiegende Teil der Patientinnen entwickelt mit der Zeit Resistenzen gegen die innovativen Wirkstoffe.

Das Wissenschaftlerteam konnte nun in Laborexperimenten zeigen, dass die Gabe eines neuartigen Chemotherapeutikums in Kombination mit einem PARP-Inhibitor die Wirkung des zielgerichteten Medikaments auch bei niedriger Dosierung deutlich verstärkt. Diesen Effekt beobachteten sie an im Labor kultivierten patienteneigenen Krebszellen unabhängig von vorliegenden Veränderungen in bestimmten Hochrisikogenen. Die Wirkstoffkombination scheint daher ein vielversprechender Ansatz zu sein, um künftig den klinischen Einsatzbereich von PARP-Inhibitoren zu erweitern und Resistenzen gegen sie zu reduzieren.

Hoffnung auf klinische Studien

„Die Laborergebnisse machen nun Hoffnung, dass PARP-Inhibitoren künftig bei einer größeren Gruppe von Patientinnen zum Einsatz kommen könnten und dass sich durch eine kombinierte Medikamentengabe die Heilungschancen von Eierstockkrebs weiter verbessern lassen“, sagt Pauline Wimberger, Professorin und Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikums Dresden und Mitglied im erweiterten Direktorium des NCT/UCC.

Weiterführende Artikel

Serie: Neue Wege gegen Krebs

Serie: Neue Wege gegen Krebs

Neue Therapien haben Überlebenschancen und Lebensqualität verbessert. Eine große Serie von Sächsische.de zeigt, was heute möglich ist.

Das nun im Laborexperiment erprobte, noch nicht zugelassene Chemotherapeutikum CT913 zeigte in den Tests in Kombination mit dem PARP-Inhibitor Olaparib eine besonders gute Wirksamkeit. Durch die einander verstärkende Wirkung starben in den Zellkulturen auch bei niedriger Wirkstoffdosierung zahlreiche Krebszellen ab. „Die niedrige Dosierung der Wirkstoffe in der kombinierten Anwendung könnte künftig dazu beitragen, dass sich Resistenzen gegen PARP-Inhibitoren deutlich verringern lassen“, erklärt Pauline Wimberger die Bedeutung der Ergebnisse.

Dieser neue Ansatz wird künftig in weiteren Laborexperimenten erforscht. Sollten diese Untersuchungen erfolgreich sein, könnten klinische Studien folgen. Bei positiven Ergebnissen würde die Wirkstoffkombination künftig vielen Patientinnen helfen.

Mehr zum Thema Sachsen