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Mediziner lassen Muskeln wachsen

Ein Dresdner Medizinprofessor hat ein neuartiges Medikament getestet. Das könnte die Reha nach schweren Stürzen revolutionieren.

Zusätzliche Muskeln könnten die Voraussetzung für die Wiederherstellung der persönlichen Mobilität schaffen.
Zusätzliche Muskeln könnten die Voraussetzung für die Wiederherstellung der persönlichen Mobilität schaffen. © Symbolfoto: dpa

Dresden. Stürze mit einer Hüftfraktur führen bei Menschen über 60 Jahren in jedem dritten Fall zum Tod. Künftig besteht mehr Hoffnung auf eine Genesung. Mediziner aus 18 Ländern und 50 Instituten haben in Klinischen Studien ein neues Medikament getestet. Es handelt sich um das von Novartis entwickelte Mittel Bimagrumab.

Einmal im Monat muss es gespritzt werden. Dadurch war innerhalb von einem halben Jahr die Muskelmasse der damit behandelten Patienten um zwei bis drei Kilogramm gewachsen.

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Das berichtet der Dresdner Medizinprofessor Lorenz Hofbauer, Direktor des Universitäts-Centrums für gesundes Altern, der SZ. Er ist Erstautor der jetzt im Fachmagazin „Lancet Healthy Longevity“ veröffentlichten Studie.

Die Behandlung der Patienten hatte vor allem in der Rehaklinik Bad Gottleuba stattgefunden. Die zusätzlichen Muskeln schaffen die Voraussetzung für die Wiederherstellung der persönlichen Mobilität, sagt Hofbauer. Bisher fehlt dieser Nachweis noch. Es geht nun darum, wie eine an das Muskelwachstum angepasste und intensivere Physiotherapie den Patienten mehr Mobilität zurückgeben kann. Die jetzt vorgesehene abschließende Klinische Studie 3 soll das zeigen. Die Gespräche dazu laufen. Es geht um eine Investition von etwa einer halben Milliarde Euro. Kommt diese Studie 3 zustande, wären Dresden und Bad Gottleuba wieder mit dabei.

Bestenfalls in drei Jahren, so hofft Hofbauer, könnte ein neues Medikament da sein. Für ihn persönlich ist die jetzige wissenschaftliche Studie der Höhepunkt seiner Karriere, wie er selbst sagt.

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