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Mehr als jeder Zweite hat zu hohe Blutfettwerte

Ein ungesunder Lebensstil ist nicht die einzige Ursache. Am Donnerstag beraten Ärzte zu Therapiemöglichkeiten.

Butter ist reich an gesättigten Fettsäuren , von denen einige den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen können.
Butter ist reich an gesättigten Fettsäuren , von denen einige den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen können. © www.pixabay.de

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff und wichtiger Bestandteil der Zellmembran jeder Körperzelle. Es wird meist pauschal als ungesund und gefährlich betrachtet, ist aber im Grunde unverzichtbar für die Bildung von Hormonen und Vitamin D – solange es im Blut in normalen Konzentrationen vorkommt.

Doch das ist in Deutschland viel zu selten der Fall. Untersuchungen des Robert Koch-Instituts zufolge haben 61 Prozent der Frauen und 57 Prozent der Männer zu hohe Cholesterinwerte. Besonders stark steigt der Anteil der betroffenen Frauen im Alter von 45 bis 64 an. Dort sind bereits 76 Prozent betroffen. Bei den Männern gibt es einen bedeutsamen Anstieg zwischen 30. und 44. Lebensjahr. 61 Prozent in diesem Alter haben einen zu hohen Cholesterinspiegel.

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Im Körper gibt es zwei Arten von Cholesterin: das LDL (Low Density Lipoprotein) und das HDL (High Density Lipoprotein). Das HDL gilt als Gegenspieler zum LDL, weil es Cholesterin aus den Gefäßwänden zurück in die Leber transportieren kann. HDL wird deshalb als gutes und LDL als böses Cholesterin bezeichnet. Demzufolge sind höhere HDL-Werte gesund, höhere LDL-Werte aber schädlich. Der Gesamtcholesterinwert, der häufig bei Untersuchungen ermittelt wird, hat deshalb allein nur eine geringe Aussagekraft.

Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Das LDL sollte bei Erwachsenen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung unter 116 Milligramm je Deziliter (mg/dl) Blut liegen. Eine andere Maßeinheit ist Millimol pro Liter. Hier beträgt der Grenzwert drei mmol/l. Der HDL-Wert sollte mindestens 40 mg/l beziehungsweise 1 mmol/l betragen. Wichtig sind zudem die Triglyceride. 150 mg/dl oder 1,7 mmol/l sind hier die Grenzwerte.

Ist das LDL im Blut zu hoch, lagert sich Cholesterin an den Gefäßwänden ab, wo es zur Verengung kommen kann – der Arterienverkalkung. Damit wird die Sauerstoffversorgung von Herz und Gehirn eingeschränkt, was das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen erhöht.

Fettes Essen und wenig Bewegung sind aber nicht die alleinigen Ursachen dafür. Bei den meisten kommt noch eine erbliche Veranlagung hinzu. Denn ein nicht unwesentlicher Teil der Patienten ist weder übergewichtig, noch pflegt er einen ungesunden Lebensstil – trotzdem sind ihre Blutfette zu hoch. Hier sind allein die Gene schuld. Trotzdem müssen hohe Blutfette behandelt werden. Es gibt gut erforschte und wirksame Medikamente dafür. Sie sind besonders dann nötig, wenn es bereits zu Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen oder Schlaganfall gekommen ist. Um einen gesünderen Lebensstil kommen aber auch diese Patienten nicht herum. (rnw/sw)

Telefonforum

Wann welche Methoden und Medikamente helfen, beantworten fünf Ärzte für Innere Medizin an einem bundesweiten Servicetelefon.

Rufen Sie gebührenfrei an, am Donnerstag, dem 17. Juni, von 16 bis 19 Uhr unter: 0800 2811811

Folgende Ärzte sind am Telefon für Sie da:

  • Professor Ulrich Julius, Uniklinikum Dresden;
  • Professor Oliver Weingärtner, Uniklinikum Jena;
  • Professor Peter Grützmacher, Medizinisches Versorgungszentrum Frankfurt/Main;
  • Professor Volker Schettler, Zentrum für Nierenerkrankungen Göttingen;
  • Dr. Anja Vogt, Uniklinik München.

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