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Schlange stehen für kostenlose FFP2-Masken

Am Dienstag begann das Verteilen in den Apotheken. Es sind ausreichend Masken da und Zeit ist auch, sie abzuholen.

Der Görlitzer Apotheker Thomas Neumann händigt einem Kunden drei FFP2-Masken aus.
Der Görlitzer Apotheker Thomas Neumann händigt einem Kunden drei FFP2-Masken aus. © Matthias Wehnert

Über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen dürfen seit Dienstag drei Masken gratis in ihrer Apotheke abholen. Das hat das Bundesgesundheitsministerium festgelegt. Für die Apotheken ist das Ausgeben nicht nur ein Mehraufwand, sondern auch sehr kurzfristig. Der erwartete Ansturm von den betroffenen Personen blieb am Dienstag nicht aus, wie die SZ auf Nachfrage in den Apotheken erfuhr.

Heiko Neumann von der Zinzendorf-Apotheke in Niesky konnte die FFP2-Masken erst ab dem Mittag an die Kundschaft verteilen. "Die Postsendungen trafen erst am Vormittag ein, da nicht so schnell geliefert werden konnte", sagt der Apotheker. Dass er ab Dienstag diese Schutzmasken zu verteilen habe, hat Heiko Neumann erst am Donnerstag erfahren. Zu dieser Zeit konnte er erst die Bestellung aufgeben. Dass die ganze Organisation der Masken den Apotheken aufgedrückt wird, dafür hat Heiko Neumann wenig Verständnis. Verteilen ja, aber bestellen und dazu auch noch in Vorkasse gehen, ist für ihn nicht der richtige Weg. "Zumal noch gar nicht geklärt ist, wie die Bezahlung von Seiten des Ministeriums erfolgt", fügt Neumann hinzu.

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Bestellen der Masken bis Jahresende

Ebenso vermisst Neumann eine Vorgabe, wie viele Masken geordert werden sollen. Er hat fürs erste 5.000 Stück bestellt. Rund 300 wurden am Dienstag abgeholt. Damit sich am Mittwoch nicht wieder eine Schlange vor der Apotheke bildet, rät Neumann, die kommenden Tage zum Abholen zu nutzen. Festgelegt ist, dass die betroffenen Bürger bis Jahresende ihre drei kostenlosen FFP2-Masken bestellen können. Zeit zum Abholen ist bis zum 6. Januar.

An der Linden-Apotheke in Niesky geben Ivonne Gärtner (links) und ihre Mitarbeiterinnen die FFP2-Masken am Fenster aus. Erika Reinhold hilft als Mitarbeiterin der Apotheke den Kunden beim Ausfüllen der Zettel, so auch Andreas Krüger (rechts):
An der Linden-Apotheke in Niesky geben Ivonne Gärtner (links) und ihre Mitarbeiterinnen die FFP2-Masken am Fenster aus. Erika Reinhold hilft als Mitarbeiterin der Apotheke den Kunden beim Ausfüllen der Zettel, so auch Andreas Krüger (rechts): © André Schulze

Darauf verweist auch Thomas Neumann, seit 25 Jahren Apotheker in Görlitz. Er führt die Bären-Apotheke, An der Frauenkirche, und die Engel-Apotheke auf der oberen Berliner Straße. "Vor beiden standen die Menschen Schlange", berichtet er und dass er das erst am Freitag erfahren hat, dass ab Dienstag die Masken zu verteilen sind. Aktuell hat Neumann 7.500 Masken bestellt, wobei am Dienstag über 1.500 Stück in beiden Apotheken ausgegeben wurden. 10.000 Masken hat er nachgeordert, denn für Januar und Februar dürfen berechtigte Personen jeweils sechs weitere FFP2-Masken über einen Gutschein ihrer Krankenkasse in Empfang nehmen, verbunden mit einer geringen Zuzahlung.

Nachschub für Januar und Februar

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Für die Apotheken in Deutschland eine gewaltige Herausforderung. Das Gesundheitsministerium nennt 27,3 Millionen Berechtigte für die FFP2-Maske. Das heißt, dass insgesamt rund 400 Millionen Schutzmasken in drei Monaten an die Frau und den Mann zu bringen sind. Yvonne Gärtner von der Linden-Apotheke in Niesky hat erst einmal 20.000 Stück geordert. Für Januar und Februar kommen weitere Lieferungen dazu. "Uns fehlt der Platz, um größere Bestände zu lagern", sagt die Apothekerin. Der erste Tag verlief gut, das Personal war darauf vorbereitet. Das Laborfenster wurde zum Ausgabefenster, so dass, wer nur seine drei Masken wollte, nicht erst in die Apotheke gehen musste. "Ich bin erleichtert, dass es so gut lief und dass die Leute dankbar für diesen Service sind", fügte die Apothekerin hinzu.

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