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Drei Paartherapie-Mythen im Realitätscheck

Die gehen zur Paartherapie? Dann ist die Beziehung wohl im Eimer! So denken viele. Doch oft ist das Gegenteil der Fall.

Er hat Schuld.
Er hat Schuld. © 123rf

Wenn zwei Menschen sich zu einer Paartherapie entschließen, ist das ein mutiger Schritt. Die Hemmschwelle ist für viele sehr groß, vor allem für Männer. Holly Parker ist Psychologin und Dozentin für Paarpsychologie in den USA. Sie entschlüsselt einige Mythen, die sich um die Beziehungsarbeit ranken.

Mythos eins: Das letzte Mittel

Viele Menschen denken, dass eine Paartherapie erst dann gerechtfertigt ist, wenn schon eine Trennung oder Scheidung am Horizont sichtbar ist. Studien zeigen aber, dass nur eine Minderheit der Paare in Therapie am Fortbestand ihrer Beziehung zweifelt. Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer gab als Therapiemotiv an, ihre ständigen Konflikte besser handhaben zu wollen. Mehr als ein Viertel der Paare gab an, ihr Beziehungsband sei immer noch stark, sie wünschten sich bloß eine Art Auffrischung.

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Holly Parkers Fazit: „Beziehungen müssen nicht mit einem Fuß im Grab stehen oder schwerwiegende Probleme haben, um eine Therapie zu erwägen.“

Mythos zwei: Vorsicht – Kampfzone

Manche Menschen haben Angst, dass sie in einer Paartherapie beschuldigt und attackiert werden. Verständlicherweise hat darauf keiner Lust. In einer professionell geführten Therapie geht es aber nicht um hässliche Auseinandersetzungen. Um Erfolg zu haben, ist die „therapeutische Allianz“ wichtig, ein emotionales Bündnis zwischen Therapeuten und den beiden Personen, die das Paar bilden. Tatsächlich geht es also nicht um „zwei gegen einen.“

Mythos drei: Vorsicht – Einmischung

Ein weiterer Vorbehalt gegen die Therapie: Da kommt jemand Fremdes und schraubt an unserem Innenleben herum, wie soll das funktionieren? Unsere Probleme müssen wir schon selbst lösen! Dem hält Parker entgegen: Nicht immer sind Paare aus ihrer Binnenperspektive heraus in der Lage, das breite Umfeld des Konfliktes zu sehen. Beim harmlosen Streit um den Abwasch geht es vielleicht um etwas ganz anderes. Die Draufsicht eines Außenstehenden kann helfen, weil sie das Blickfeld erweitert. Überhaupt spricht laut Parker nichts dagegen, die Dienste eines „Beziehungsklempners“ in Anspruch zu nehmen. Man gehe ja auch zur Ärztin, zum Fitnesstrainer oder zum Ernährungsberater. (dpa)

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