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Wie viele Arztpraxen im Kreis Görlitz impfen gegen Corona?

Mit der Schließung des Impfzentrums in Löbau sind vor allem Hausärzte die erste Anlaufstelle für Impfwillige. Doch es immunisieren auch andere Ärzte.

Termine beim Hausarzt für eine Corona-Schutz-Impfung waren lange Zeit rar: Katharina Gerlach, Hausärztin aus Olbersdorf, impft hier im Frühjahr einen Patienten.
Termine beim Hausarzt für eine Corona-Schutz-Impfung waren lange Zeit rar: Katharina Gerlach, Hausärztin aus Olbersdorf, impft hier im Frühjahr einen Patienten. © Archivfoto: Matthias Weber/photoweber.de

Wenn am 30. September im Löbauer Impfzentrum die letzte Corona-Schutz-Impfung verabreicht ist, liegt der Ball bei den Hausärzten. Denn sie sind dann für alle Impfwilligen die ersten Ansprechpartner. Wie sieht es aber momentan im Landkreis Görlitz aus? Und kann man nur zu Hausarztpraxen gehen?

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) haben im Landkreis Görlitz vom 19. März bis 7. September dieses Jahres 162 von insgesamt 280 Arztpraxen angegeben, dass sie gegen Covid-19 immunisieren. Das sind 57,9 Prozent. Betrachtet man allein die Hausärztlichen Praxen, liegt die Quote weitaus höher: Hier boten in der besagten Zeitspanne 128 von 146 Praxen - also 87,7 Prozent - Corona-Impfungen an.

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Hinzu kommt gut ein Viertel der fachärztlichen Praxen im Landkreis Görlitz - 34 von 134 - die sich ebenfalls beteiligen. Und auch bei den Kinderärzten sind die Angebote zuletzt gewachsen: Hier bieten laut KVS acht von 17 Praxen (47,1 Prozent) eine Covid-Impfung an. Bei der Analyse der Zahlen aus den vergangenen Monaten zeichnet sich bei der Anzahl der gemeldeten Impfungen insgesamt eine rückläufige Tendenz ab, teilt André Reiche von der KVS mit. Der Höchststand wurde demnach in der Woche ab 5. Juli erreicht. Zu vermuten ist, dass der Rückgang unter anderem mit der Ferien- und Urlaubszeit in Verbindung steht.

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Dass das Angebot des Impfzentrums nun ab Oktober nicht mehr besteht, stellt nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung für die Versorgung kein Problem dar: "Unserer Einschätzung nach sollte die Anzahl der impfenden Praxen für den Bedarf ausreichend sein", betont Reiche. Dass die KVS die Zahl der impfenden Praxen - und nicht die der tatsächlich sich beteiligenden Ärzte ausweist - hat Gründe. So melden Ärzte die Zahl der Impfungen für die Praxis insgesamt, nicht aufgesplittet auf Personen, wenn beispielsweise angestellte Ärzte dort arbeiten. Das gilt auch für große Praxen und Medizinische Versorgungszentren oder Praxen, die Zweigstellen haben.

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