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Wenn der Partner komische Freunde hat

Wer seine Bedenken richtig formuliert, kann dabei selbst gewinnen.

Eine neue Partnerschaft stellt Freundschaften oft auf die Probe.
Eine neue Partnerschaft stellt Freundschaften oft auf die Probe. © Christin Klose/dpa

Das Bild von der perfekten Partnerschaft sieht oft so aus: Die Partner haben die gleichen Hobbys, hören die gleiche Musik und haben den gleichen Freundeskreis, mit dem sie sich abends auf ein Glas Wein oder ein Bier verabreden. In der Realität aber passen die Freunde des neuen Partners nicht zwangsläufig zu einem selbst. Und dann?

„Geht man eine Paarbeziehung ein, entscheidet man sich für eine Person und nicht für deren Freundeskreis“, sagt Paartherapeutin Marga Bielesch. Dennoch kann es störend sein, wenn die Freunde Eigenschaften an den Tag legen, die einem fremd sind. Rouven Gehr, Paartherapeut in Leipzig, weiß, dass es schwierig sein kann, Verständnis und Akzeptanz aufzubringen, wenn man die Freunde seines Partners nicht wirklich mag oder wenig mit deren Aktivitäten anfangen kann. Er sagt aber: „Letztlich sollte ich mich in Akzeptanz üben, wenn meinem Partner der Kontakt wichtig bleibt.“

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Freiraum ist wichtig

Wie so oft ist auch hier Kommunikation das Schlüsselwort. Man sollte über die Abneigung sprechen. Aber es kommt auf das Wie an. Statt zu sagen: „Die Leute finde ich fürchterlich. Wie kannst du nur solche Freunde haben?“, könnte man feinfühliger sein, sich dennoch für die Freunde interessieren und den Partner selbst zum Überlegen bringen. Zum Beispiel mit Formulierungen wie: „Wie findest du es, dass dein Freund immer so oberflächlich ist?“

Dabei sollte man nicht wertend sein, sagt Gehr. Wenn man seine Bedenken richtig formuliere, könne es ja auch passieren, dass dem Partner selbst klar wird, dass sein bisheriger Freundeskreis auch ihm nicht wirklich guttut und nicht mehr seinen Werten entspricht.

Aber ist es beiden Partnern überhaupt wichtig, einen gemeinsamen Freundeskreis zu haben? Denn trotz Wolke sieben bestehe Liebe aus Autonomie. „Und dazu gehört auch, dass jeder mal seins machen darf“, sagt Bielesch. Zeit mit Freunden zu verbringen, mache zufrieden, und das wirke sich auch auf die Paarbeziehung aus. „Sich in einer Beziehung Freiraum einzugestehen, ist wichtig.“

Denn Menschen haben unterschiedliche Facetten. Immerhin kann es ja auch passieren, dass einem plötzlich etwas gefällt, was man vorher für uninteressant gehalten hat, wenn man sich darauf einlässt.

Offen bleiben

Wichtig sei aber, dass man vorher ganz tief in sich hinein fühlt. Wo liegt mein Bedürfnis? Wäre es für mich okay, Zeit mit den Freunden meines Partners zu verbringen? Bei den Treffen nur dabei zu sein, um seinem Partner einen Gefallen zu tun, sei nicht unbedingt hilfreich und könne leicht in Konflikten enden. „Wichtig ist es, zu seinem Bedürfnis zu stehen und dies seinem Partner mitzuteilen.“

Wenn es dann zu Begegnungen mit den Freunden des Partners kommt, sei Offenheit wichtig. „Wenn meine Meinung zu vorgefertigt ist, verhindere ich, dass es wider Erwarten gar nicht so schlimm ist“, warnt Gehr. „In jedem Fall sollte ich damit rechnen, dass mein Partner im Umfeld seiner Freunde andere Verhaltensweisen an den Tag legt, als ich gewohnt bin. Dies kann auch erschrecken.“

Und wenn meine Freunde Vorbehalte gegenüber meinem Partner haben? Dann sollte man prüfen, ob das persönliche Hintergründe hat. Dann ist eine klare Positionierung wichtig. „Akzeptiert, dass mir dieser Mensch sehr wichtig ist. Und ich verbitte mir, dass in meiner Gegenwart schlecht über meinen Partner geredet wird“, sagt der Experte. Wenn Freunde aber Sorge haben, dass mir der Partner nicht guttut, sollten sie mich vor ihm warnen. (dpa)

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