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"Wir haben Corona überstanden"

Im Landkreis Görlitz sind bis jetzt 5.271 Menschen mit dem Virus infiziert. 2.319 Personen sind wieder genesen. Mit sechs von ihnen hat die SZ gesprochen.

Sie alle hatten Corona: Steffen Dittmar, Belinda Balogh, Jan Novak, Petra Krause, Alfred Hoffmann und Katrin Prechel (von links oben nach rechts unten)
Sie alle hatten Corona: Steffen Dittmar, Belinda Balogh, Jan Novak, Petra Krause, Alfred Hoffmann und Katrin Prechel (von links oben nach rechts unten) © Sampedro/Weber/Schmidt

Allein am Mittwoch sind im Landkreis Görlitz 219 neue Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zum Vortag festgestellt worden. Bei den positiv getesteten Personen handelt es sich um 207 Erwachsene und zwölf Kinder. Weitere 85 Personen sind genesen. In den Kliniken des Landkreises werden derzeit 188 Menschen stationär wegen Corona behandelt, 25 von ihnen benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Vier weitere Personen sind im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Erkrankung verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Landkreis auf insgesamt 157.

Seit Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich nachweislich 5.271 Menschen mit dem Virus infiziert. 2.319 Personen sind zum heutigen Zeitpunkt genesen. Das sind sechs von ihnen.

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Steffen Dittmar (56) aus Löbau

Zwei Wochen muss Steffen Dittmar noch warten. Dann darf Löbaus Brauerei-Chef Blutplasma spenden. Der DRK-Blutspendedienst sucht dafür Menschen, die eine bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 ausgestanden und vier Wochen symptomfrei sind. Mit ihrem Blutplasma können sie akut erkrankten Covid-19-Patienten helfen. Auch Steffen Dittmar will neutralisierende Antikörper weitergeben. Der 56-Jährige weiß aus eigener Erfahrung, wie einem Corora zusetzen kann. Die ersten zwei Novemberwochen lag er nur im Bett. "Ich war müde, fühlte mich schlecht, bekam Schüttelfrost, Schweißausbrüche, lag da wie erschlagen", sagt er. Auch seine Lebensgefährtin und seinen Sohn hatte es erwischt. Jetzt kann er wieder arbeiten. Manchmal muss er sich 14 Uhr eine Stunde hinlegen, weil er sich noch schlaff fühlt.

Steffen Dittmar will nach seiner Corona-Erkrankung Blutplasma spenden.
Steffen Dittmar will nach seiner Corona-Erkrankung Blutplasma spenden. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Belinda Balogh (21) aus Zittau

Etwa vier Wochen ist es jetzt her, als das Coronavirus Belinda Balogh erwischte. "Bei mir war es nicht mehr als eine Grippe", sagt die 21-jährige Zittauerin. Sie war anscheinend anfällig auf Covid 19. Denn sie hatte sich im Vorfeld eine Erkältung zugezogen. "Ich bin dann noch am Wochenende bei der Tante bei einer Kinder-Party gewesen. Einige hatten auch kränkelnde Symptome, aber keiner von ihnen war anschließend positiv getestet worden", erzählt sie. Die Woche darauf hat sich Belinda Balogh testen lassen. Und am Mittwoch kam das Ergebnis. Sie war positiv. Zwei Wochen Quarantäne folgten. Danach wollte sie eigentlich wieder arbeiten gehen. Aber ihr Chef riet ihr, lieber noch eine Woche zu Hause zu bleiben. Auch ihr Arzt sah das so. "Aber jetzt ist alles wieder gut", sagt sie.

Belinda Balogh hat Corona überstanden.
Belinda Balogh hat Corona überstanden. © Matthias Weber

Jan Novak (48) aus Herrnhut

Seit reichlich einer Woche kann Jan Novak wieder arbeiten gehen. 24 Tage war er in Quarantäne, nachdem auch bei ihm der Covid-19 Test positiv ausfiel. "Ich hatte kein Fieber. Aber ich fühlte mich schlecht, war ständig schlapp und müde", sagt der 48-jährige Herrnhuter. Jan Novak hat sieben Kinder. So wie er, waren aber nur zwei von ihnen positiv getestet. Er vermutet, dass er sich bei seinen Söhnen angesteckt hat. Denn als sie auf das Corona-Virus getestet wurden, waren die beiden 13- und 16-jährigen Jungen positiv. Der Familienvater aber zu dem Zeitpunkt noch negativ. Erst eine Woche später war dann auch Jan Novak an Corona erkrankt. "Wir hatten aber alle in der Familie einen relativ angenehmen und keinen schlimmen Verlauf", schildert er.

Jan Novak und zwei seiner Kinder waren ebenfalls an Corona erkrankt.
Jan Novak und zwei seiner Kinder waren ebenfalls an Corona erkrankt. © Matthias Weber

Petra Krause (64) aus Wittgendorf

Mit Husten und Schnupfen fing es auch bei Petra Krause in Wittgendorf an. Weil sich dann allerdings immer mehr Symptome zeigten, hat sie sich am 6. November testen lassen. Gleich am darauffolgenden Tag erhielt die 64-Jährige die Nachricht vom Testergebnis: Ihre Vermutung bestätigte sich. Sie war Corona positiv. Danach rief ein Mitarbeiter vom Landratsamt für das Gesundheitsamt an und Petra Krause musste in Quarantäne. Bis zum 16. November dauerte diese an. "Ich hatte die erste Woche Fieber und fühlte mich vor allem in dieser Zeit wirklich sehr schlecht", schildert die Rentnerin. Oft war sie damals früh morgens schweißgebadet aufgestanden. Jetzt ist sie froh, dass sie alles heil überstanden hat und das es ihr inzwischen wieder gut geht.

Petra Krause hat Corona gut überstanden.
Petra Krause hat Corona gut überstanden. © Matthias Weber

Katrin Prechel (47) aus Hirschfelde

Bei Katrin Prechel zeigten sich die Symptome ganz plötzlich. "Ich kam von der Arbeit nach Hause und konnte mich kaum auf den Beinen halten, wollte mich nur noch hinlegen", erinnert sich die 47-Jährige. Die Hirschfelder Apothekerin wird auf Corona positiv getestet. Drei ihrer Mitarbeiterinnen hat es auch erwischt, eine so schwer, dass sie im Klinikum auf der Intensivstation behandelt wird. Auch die anderen Mitarbeiter müssen in Quarantäne. Katrin Prechel muss in dieser Zeit die Apotheke schließen. Neben den üblichen Symptomen hat sie zwei Wochen lang Probleme beim Luftholen, den Geschmack- und Geruchssinn verloren. Inzwischen ist sie symptomfrei, geht arbeiten. Aber Nebenwirkungen zeigen sich noch. Der Geruchssinn ist nicht zurück. Und sie ist noch nicht so belastbar. Das merkt sie beim Treppensteigen.

Apothekerin Katrin Prechel und drei ihrer Mitarbeiterinnen waren Corona positiv.
Apothekerin Katrin Prechel und drei ihrer Mitarbeiterinnen waren Corona positiv. © Matthias Weber

Alfred Hoffmann (62) aus Görlitz

Beim katholischen Generalvikar von Görlitz, Alfred Hoffmann, begann es im Oktober mit ein bisschen Husten und dem Gefühl, dass die Stirn heiß wird. Er ließ sich testen. Tags darauf das Ergebnis: Corona-positiv. Das war am 20. Oktober. Wo sich Hoffmann mit dem Virus infizierte, das kann er wie so viele nicht mehr nachvollziehen. Am Ende seiner ersten Quarantänewoche stellte sich Fieber mit bis zu 39 Grad ein, er verlor den Geschmacks- und Geruchssinn, hatte keinen Appetit. Und es befiel ihn die große Müdigkeit. Von Atemnot blieb er verschont. Nach einer Woche besserte sich sein Zustand. Seit 10. November ist er wieder auf Arbeit. Noch vorsichtiger geht es jetzt in der Verwaltung des Bistums Görlitz zu, wo sich insgesamt vier Personen infizierten. (sdn)

Auch der katholische Generalvikar von Görlitz, Dr. Alfred Hoffmann, steckte sich wie der Görlitzer Bischof, Wolfgang Ipolt, mit dem Virus an. Wo und wann genau, das wissen beide bis heute nicht.
Auch der katholische Generalvikar von Görlitz, Dr. Alfred Hoffmann, steckte sich wie der Görlitzer Bischof, Wolfgang Ipolt, mit dem Virus an. Wo und wann genau, das wissen beide bis heute nicht. © nikolaischmidt.de

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