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Dresden

Gesundheitsamt verteilt Antibiotika

Eine Dreijährige war offenbar mit Meningokokken infiziert und ist gestorben. Nun sollen die Eltern ihre Kinder schützen.

Die Dreijährige besuchte noch am Freitag die Kita an der Gottfired-Keller-Straße.
Die Dreijährige besuchte noch am Freitag die Kita an der Gottfired-Keller-Straße. © Tino Plunert

Noch immer ist unklar, woran genau das dreijährige Mädchen am Montag gestorben ist. Die Stadt hatte am Mittwoch mitgeteilt, die prüfe den Verdacht auf Meningokokken. „Die endgültigen Ergebnisse stehen noch aus. Mit dem Ergebnis rechnen wir am Montag“, heißt es aus dem Rathaus.

Von den Familien der 37 Krippenkinder aus der Kita „Pirolino“ an der Gottfried-Keller-Straße in Cotta wurden die Eltern von 30 Kindern beraten und ihnen Antibiotika ausgegeben. „Die übrigen Krippenkinder hatten keinen Kontakt im betreffenden Zeitraum und damit bestand kein Infektionsrisiko“, so Diana Petters aus dem Presseamt. 33 größere Kinder erhielten ebenfalls die Prophylaxe. 25 Erwachsene und die Familie des betroffenen Kindes seien vom Gesundheitsamt versorgt worden.

Mit einem Hinweiszettel werden Eltern über den Meningokokken-Verdacht informiert. 
Mit einem Hinweiszettel werden Eltern über den Meningokokken-Verdacht informiert.  © Tino Plunert

Das Kind besuchte noch am vergangenen Freitag die Einrichtung. Am Montag musste das dreijährige Mädchen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort starb es. Die Stadt sprach am Mittwoch von einem Verdachtsfall. Einschlägige Tests auf Meningokokken sind laut Gesundheitsamtsleiter Jens Heimann bisher negativ ausgefallen. Der Nachweis könne durch eine Antibiotikumgabe erschwert worden sein. „Es hat sich aber das typische Krankheitsbild gezeigt, sodass Meningokokken naheliegen“, sagt Heimann. Ein Testergebnis steht noch aus. Das Gesundheitsamt wollte keine wichtige Zeit verstreichen lassen und hat deshalb begonnen, prophylaktisch Antibiotika in der Einrichtung anzubieten.

Meningokokken sind Bakterien, die unter anderem Hirnhautentzündung auslösen können. Sie werden über direkten und engen Kontakt durch Tröpfcheninfektion beziehungsweise Speichelkontakte übertragen. „Das bedeutet kuscheln, küssen oder auch sehr eng miteinander spielen“, so die Verwaltung. Meistens handelt es sich um Tröpfcheninfektion durch Bakterien des Nasen-Rachen-Raums. (mit SZ/jr)

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