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Geteilte Ansichten zur Preiserhöhung

Wer zum Fest will, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Kassiererinnen erklären warum. Trotzdem ärgern sich Gäste.

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© Symbolfoto/dpa

Leisnig. Gegenüber dem Vorjahr ist der Eintrittspreis für das Leisniger Burg- und Altstadtfest fast um das doppelte gestiegen. Während im vergangenen Jahr eine Karte für Erwachsene fünf Euro und die für Kinder drei Euro kostete, sind es in diesem Jahr neun und sechs Euro. Nicht alle sehen die Preiserhöhung ein.

„Fremde nehmen die Erhöhung gut an und sagen nichts“, so Katrin Schulze. Sie und Therese Schulze kassieren am Eingang des Festgeländes am Markt das Eintrittsgeld. Sie helfen schon seit vielen Jahren freiwillig beim Kassieren. Beide wohnen in Leisnig. „Es ist Wegezoll, kein Eintritt“, so Therese Schulze.

„Schlimm ist es, dass die Preise erhöht wurden“, findet Festbesucherin Hannelore Beck. Wo sie wohnt, sagt sie nicht. Gleicher Meinung ist auch ein Leisniger, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Es wird immer schlimmer. Es war das letzte Mal, dass ich zum Fest gehe, wenn das so teuer ist. Damit schaufeln sie sich ihr Grab“, meint er. Doch Therese Schulze weist darauf hin, dass die Veranstaltung viel Geld kostet. Das ist auch der Grund für die Erhöhung der Eintrittspreise. Sie erklärt: „Um das Burg- und Altstadtfest als größtes Volksfest Leisnigs in diesem und in den weiteren Jahren durchführen zu können, muss die Finanzierung gesichert sein. Es wurden seitens der Stadt und des Heimatvereins große Anstrengungen unternommen, um Sponsorengelder zu gewinnen. Andererseits mussten die Preise erhöht werden, weil die Förderung durch den Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen vor drei Jahren eingestellt wurde.“

Lisa aus Leipzig, die ihren Familiennamen nicht nennen möchte, ist das erste Mal zum Burg- und Altstadtfest gekommen. „Zu den Preisen kann ich nichts sagen“, erzählt sie. Allerdings ist sie der Meinung, dass das Fest ja schließlich irgendwie finanziert werden muss.

„Was passiert mit den Eintrittspreisen?“, fragt Marcel Tappert aus Leisnig. „Wenn mehr Attraktionen geboten werden, dann ist die Preiserhöhung in Ordnung. Wenn weniger geboten wird, nicht.“ Herr Gromer aus Köhra meint: „Generell finde ich die Preiserhöhung nicht gut.“ Und Gerolf Rauschenbach aus Leisnig sagt: „Wenn die Stadt kein Geld hat, soll sie es seinlassen.“

Doch das sehen die Kassiererinnen Katrin und Therese Schulze anders. „Viele ehrenamtliche Helfer machen beim Burg- und Altstadtfest mit. In anderen Städten oder Gemeinden gibt es schon gar keine Veranstaltungen mehr“, sagen sie.

Iris Ertugrul wohnt in Leisnig. Zum Burg- und Altstadtfest kassiert sie schon seit vielen Jahren. „Böse Besucher habe ich noch nicht erlebt“, sagt sie. Und eine Kassiererin in der Kirchstraße meint: „Manche reagieren kritisch. Allgemein werden die Preise jedoch angenommen.“ (hk)