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Getrennt abgeschobene Familie wieder vereint

Im Herbst 2017 wurden der Vater und die beiden Söhne nach Armenien abgeschoben. Mutter und Tochter blieben in Dresden.

© Roland Halkasch

Vor zehn Monaten erregte ihr Fall viel Aufsehen: Jetzt lebt die armenische Familie, die getrennt abgeschoben wurde, wieder zusammen. Nach SZ-Informationen sind auch die Mutter und die Tochter inzwischen in Armenien angekommen. Lange war unklar, wo sie sich aufhalten. Die Tochter galt lange als vermisst. Eine offizielle Meldung liegt bei den Behörden dazu nach Informationen der SZ aber nicht vor.

Im September 2017, eine Woche vor der Bundestagswahl, stand nachts plötzlich die Polizei vor der Tür der Familie im Hechtviertel. Nach elf Jahren in Deutschland sollten die Asylbewerber nach Armenien abgeschoben werden. Die drei Kinder, damals zehn, acht und sechs Jahre alt, sind in Deutschland geboren. Die Familie galt als gut integriert. Nachbarn beschreiben sie als freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Die Kinder besuchten eine Grundschule. Nachbarn protestierten spontan gegen die Abschiebung. Die Mutter musste während des Polizeieinsatzes ins Krankenhaus gebracht werden. Die zehnjährige Tochter war, als die Polizei vor der Tür stand, nicht zu Hause. Also wurden vorerst nur der Vater mit seinen Söhnen am nächsten Tag in einen Flieger gesetzt.

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Die Familie war bereits im Oktober 2006 nach Deutschland gekommen, im Dezember wurden die Tochter, 2009 und 2011 die Söhne geboren. Im Januar 2008 hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Asylanträge für die Eltern und das Mädchen abgelehnt, gleiches gilt für die Anträge der Söhne, die in den Jahren 2009 und 2015 gestellt wurden. Die Eltern hatten sich als irakische Staatsangehörige ausgegeben. Aufgrund der Situation im vermeintlichen Herkunftsland war die Abschiebung nicht vollzogen worden.

Erst im Februar 2014 – mehr als sieben Jahre später – stellte sich in einer Expertenanhörung heraus, dass die Familie die Behörden über ihre Identität getäuscht hatte. Sowohl die Eltern als auch die in Deutschland geborenen Kinder haben die armenische Staatsangehörigkeit. (SZ/ jv, lex)