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Getreten oder Straftat verhindert?

Ein Kriebsteiner stand wegen Körperverletzung vor Gericht. Er soll der Frau eines Freundes eine Rippe gebrochen haben.

© Symbolbild/dpa

Von Helene Krause

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Döbeln. Ein 51-jähriger Mann aus Kriebstein soll am Abend des 17. August 2017 in der unmittelbaren Nähe seines Wohnhauses einer Frau in die Rippen getreten haben. Dabei brach ihr die rechte neunte Rippe. Wegen des Vorfalls erhielt der 51-Jährige einen Strafbefehl. Er sollte eine Geldstrafe von 6 000 Euro zahlen. Dagegen ging er in Einspruch. Jetzt stand er vorm Amtsgericht Döbeln. Vorgeworfen wurde ihm Körperverletzung.

„Ich habe sie nicht getreten“, behauptet der Angeklagte in der Verhandlung. „Ich bin ausgerutscht und aus Versehen auf sie gefallen.“ Wie er schildert, waren die Geschädigte und ihr Ehemann einst seine Freunde, der Mann und die Frau des Angeklagen sind Kollegen.

Nach einer gemeinsamen Silvesterfeier 2016/17 soll die Geschädigte in ihre Heimat nach Thailand gefahren sein. Als sie zurückkehrte, beschuldigte sie ihren Ehemann, mit der Frau des Angeklagten eine Affäre zu haben. Am Tattag soll es vor dem Haus des Beschuldigten zu einer Auseinandersetzung zwischen der Thailänderin und ihrem Mann gekommen sein. Woraufhin die Geschädigte die Reifen am Pkw ihres Mannes zerstechen wollte. „Ich habe das gesehen und wollte es verhindern“, so der Angeklagte. Nur in Strümpfen sei er aus dem Haus gelaufen. „Sie kniete vor dem Vorderrad des Autos“, sagt er. Als er am Pkw ankam, sei er ausgerutscht und auf das Opfer gefallen. „Ich wollte sie nicht verletzen“, beteuert er. „Aber auch ich stieß mir das Knie am Auto.“

Wie er schildert, hatte die Geschädigte ihren Ehemann bei der vorausgegangenen Auseinandersetzung vorm Haus geschlagen und gekratzt und auch lautstark geschrien. Eine Affäre zwischen der Frau des Beschuldigten und dem Ehemann der Geschädigten soll es nie gegeben haben.

Das Opfer schildert in der Zeugenbefragung den vorausgegangenen Streit, den sie mit ihrem Mann hatte. „Ich hatte eine Wut“, sagt die Frau. „Ich wollte ihm die Reifen zerstechen.“ Auf die vermutete Affäre stieß sie, als sie heimlich das Handy ihres Mannes anschaute und auf Nachrichten stieß, die die Ehefrau des Angeklagten geschrieben haben soll. „Ich brauch dich“, soll darin gestanden haben. Auch will die Geschädigte eine Hotelrechnung der Ehefrau des Beschuldigten in den Sachen ihres Mannes gefunden haben. Ob der Angeklagte, als sie vor dem Vorderrad des Pkw kniete, gerannt oder gelaufen kam, hat sie nicht gesehen.

Richterin Karin Fahlberg stellt das Verfahren gegen Auflage vorläufig ein. Der Beschuldigte muss 300 Euro binnen zehn Tagen an die Geschädigte zahlen. Wenn er eine Straftat verhindern wollte und dadurch zufällig auf die Geschädigte gefallen ist, so ist das höchsten fahrlässige Körperverletzung, so Richterin Fahlberg, Amtsanwalt Paul Gräfe und Verteidiger Rechtsanwalt Michael Urbanek aus Köln.