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Politik

Gewalt im Gazastreifen eskaliert erneut

Militante Palästinenser feuern Hunderte Raketen auf Israel, die Luftwaffe regiert mit Vergeltungsschlägen. Mindestens sieben Menschen kommen ums Leben.

Flammen schlagen nach israelischen Luftangriffen aus einem Gebäude.
Flammen schlagen nach israelischen Luftangriffen aus einem Gebäude. © Mohammed Talatene/dpa

Tel Aviv/Gaza. Kurz vor Beginn der islamischen Fastenzeit hat sich die Gewalt zwischen militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen und Israel erneut gefährlich hochgeschaukelt. Mindestens drei Israelis wurden am Sonntag bei massiven Raketenangriffen aus Gaza getötet, wie das Barzilai-Krankenhaus in der Küstenstadt Aschkelon mitteilte. Mehr als hundert wurden verletzt. Es sind die ersten zivilen israelischen Todesopfer durch Raketenbeschuss seit dem Gaza-Krieg 2014.

Seit Samstag feuerten militante Palästinenser Hunderte Raketen auf israelische Ortschaften ab. Viele Raketen wurden von der israelischen Abwehr abgefangen. Israels Luftwaffe bombardierte als Reaktion auf die Angriffe mehr als 220 Ziele in dem Küstenstreifen. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministerium in Gaza vom Sonntag drei Palästinenser getötet. Damit stieg die Zahl der seit Samstag im Gazastreifen getöteten Palästinenser auf neun; 80 wurden verletzt.

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Israel bestreitet dabei, für den Tod einer 37-jährigen schwangeren Frau und ihrer einjährigen Tochter im Gazastreifen verantwortlich zu sein. Nach Militärangaben wurden sie östlich von Gaza von einer fehlgeleiteten Rakete militanter Palästinenser getroffen.

Zerstörungen in einem Wohngebiet in der israelischen Küstenstadt Aschkelon, das durch eine Rakete getroffen worden ist.
Zerstörungen in einem Wohngebiet in der israelischen Küstenstadt Aschkelon, das durch eine Rakete getroffen worden ist. © Ariel Schalit/AP/dpa

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag vor einer Dringlichkeitssitzung: "Ich habe die Armee heute Morgen angewiesen, die massiven Angriffe auf Terrorziele im Gazastreifen fortzusetzen und die Streitkräfte am Rande des Gazastreifens mit Panzer-, Artillerie- und Infanterietruppen zu verstärken." Die Hamas trage die Verantwortung für alle Angriffe aus dem Küstenstreifen und zahle bereits einen hohen Preis dafür.

Die Eskalation erfolgt nur eine Woche vor dem internationalen Gesangswettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv. Zunächst blieb die Stadt von der jüngsten Runde der Gewalt verschont. Militante Palästinenserorganisationen drohten jedoch nach Medienberichten mit einer Ausweitung der Angriffe auch auf die Küstenmetropole. Ägypten bemühe sich um eine Waffenruhe.

Ein Sprecher der Europäischen Rundfunkunion (EBU), Veranstalterin des ESC, sagte am Samstag: "Sicherheit steht für die EBU immer an erster Stelle." Man arbeite mit der israelischen Rundfunkanstalt KAN und der Armee zusammen, "um die Sicherheit all jener zu gewährleisten, die mit uns in der Veranstaltungshalle Expo Tel Aviv zusammenarbeiten und sich uns anschließen". Die ESC-Proben gingen normal weiter.

Die USA verurteilten "den Schwall von Raketenangriffen der Hamas und des palästinensischen Islamischen Dschihads von Gaza auf unschuldige Zivilisten und ihre Gemeinden in Israel". Das Außenministerium erklärte: "Wir stehen zu Israel und unterstützen dessen Recht auf Selbstverteidigung gegen diese abscheulichen Angriffe." 

Jordanien forderte dagegen ein sofortiges Ende der "israelischen Aggression" gegen Gaza. Die Gewalt führe nur zu größeren Spannungen und mehr Leiden, erklärte das Außenministerium in Amman. Die Türkei rief "die internationale Gemeinschaft dazu auf, rasch einzuschreiten, um Spannungen in der Region abzubauen, die mit Israels unverhältnismäßigem Vorgehen gestiegen sind."

Menschen stehen in Gaza  vor einem zerstörten mehrstöckigen Gebäude. 
Menschen stehen in Gaza  vor einem zerstörten mehrstöckigen Gebäude.  © Adel Hana/AP/dpa

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