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Kampf gegen den Laden-Leerstand

Beim Neujahrsempfang wurde viel gelobt, gedankt, getrunken und gegessen, aber auch gemahnt.

© Gewerbeverein

Von Peter Anderson

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Das bringt die Zukunft

Die Sächsische Energieagentur SAENA lädt am 25. November zum Fachsymposium Energie ins Hygiene-Museum ein. Es geht um Ressourcen und Zukunftstechnologien.

Meißen. Meißens Gewerbeverein geht baden. Das ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. Jedes Jahr überraschen die Organisatoren des Neujahrsempfangs mit einem neuen Ort für ihr Treffen. Nach Kino und Brauerei ist 2018 das Werk des Sanitärkeramikherstellers Duravit im Gewerbegebiet Zaschendorf an der Reihe. Als leuchtende Insel zieht der Betrieb an diesem Dienstagabend Gäste in Scharen an. Badewannen, die verkabelt sind wie ein Forschungslabor, futuristisch anmutende WCs und riesige Waschbecken reihen sich im Erdgeschoss aneinander.

Werkleiter Mike Stärtzner lässt es sich nicht nehmen, die Besucher in der Halle persönlich zu begrüßen. Schnell ist das Rund der Kantine in der dritten Etage gefüllt. FDP-Stadtrat Martin Bahrmann – natürlich mit handgestricktem Schal – kommt direkt von einem Seminar der IHK zum Thema Körpersprache herbeigeeilt. „Jetzt weiß ich ganz genau, wie ich meine Kinder bei einer kleinen Flunkerei überführen kann“, scherzt der Liberale.

Neben ihm nimmt Kunstvereinschef Daniel Bahrmann, gleichzeitig Mit-Organisator des Literaturfestes, einen Begrüßungsschluck zu sich. Er steht stellvertretend für die vielen Partner, mit denen der Gewerbeverein in engen Kooperationen verbunden ist. In den nächsten Tagen werde er verstärkt am Programm für das Literaturfest arbeiten. Die neunte Auflage steht dieses Jahr an. „Ich bin beeindruckt, wie es Meißen geschafft hat, diese wunderbare Veranstaltung zu etablieren“, sagt Bahrmann. Der Erfolg sei vor allem den Meißnern zu verdanken, die ihre Häuser den Vorlesern öffneten und so für ganz individuelle Erlebnisse sorgten.

Kein Neujahrsempfang ohne Blaulicht. Unverzichtbar seien die Helfer in Uniform, wird Vereinschef Uwe Reichel später in seiner Rede betonen. Praktischerweise haben sich Meißens Revierchef Hanjo Protze, Stadtwehrleiter Frank Fischer und DRK-Ortsverbandschef Wolfgang Heil gleich an einem Tisch zusammengefunden. Fehlt nur noch Steffen Hausch von der DLRG, der erst eine Woche zuvor auf dem Neujahrsempfang der Stadt für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde.

Der Blick zurück auf Töpfermarkt, Weinfest und Meißner Weihnacht, der Ausblick auf 2018 und vor allem eine große Dankesrunde – das sind traditionell die Schwerpunkte der Rede von Gewerbevereinschef Uwe Reichel. Die Zusammenarbeit mit der Stadt habe eine neue Qualität gewonnen, so Reichel in Richtung von Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) sowie Stadtmarketingchef Christian Friedel und Wirtschaftsförderer Martin Schuster. Beifall gibt es für Sparkasse, Feuerwehr, Schwerterbrauerei, den SV Elbland, die Seeg, die Stadtwerke und viele weitere Unterstützer. Das Netzwerk des Gewerbevereins ist mittlerweile so breit geworden, dass die Aufzählung aller Partner den Rahmen sprengen würde.

Zum Ende seiner kurzen aber gehaltvollen Ansprache wird Reichel noch einmal ernst. Bei allen Erfolgen der vergangenen Jahre bereitet dem Gewerbevereinschef ein Trend besondere Sorgen: der zunehmende Leerstand bei den Gewerbeflächen in der Innenstadt. Hier seien die Ideen und die Kraft aller gefragt, mahnt er an. Der Gewerbeverein wolle gern das seine dazu beitragen. Sei es durch Aktionen gegen tote Schaufensterhöhlen oder einen neuen verkaufsoffenen Sonntag, 2018 außer der Reihe am 30. Dezember.