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Den Crystal-Sumpf trocken legen

Die Gewerkschaft der Polizei fordert im Kampf gegen die Droge Crystal Meth mehr Personal, mehr Kontrollen - und notfalls eine Schließung der Asia-Märkte auf tschechischem Territorium in Grenznähe.

© dpa

Dresden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert im Kampf gegen die Droge Crystal Meth mehr Personal und bessere Strukturen. Man brauche mehr Kontrollen und notfalls eine Schließung der Asia-Märkte auf tschechischem Territorium in Grenznähe, teilte die GdP am Donnerstag in Dresden mit. Diese Märkte seien ein frei zugänglicher Umschlagplatz für die Droge. Auf Nachfrage räumten die GdP-Vertreter jedoch ein, dass eine solche Forderung nur schwer umzusetzen sei. Nicht nur Polizei, Bundespolizei und Zoll auf deutscher Seite seien von Personalabbau betroffen, sondern auch die Kollegen in Tschechien.

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Es sei mehr als überfällig, den Crystal-Sumpf trocken zu legen, hieß es weiter. Doch die zuständigen Institutionen seien bei ihrem Kampf gegen Crystal personell, finanziell und strukturell überfordert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müsse die geplante Reform des Zolls dafür nutzen, eine Bündelung der Kräfte zu erreichen. „Kräfte bündeln heißt aber nicht, auf Personal zu verzichten“, stellte der sächsische GdP-Chef Hagen Husgen klar. Das Crystal-Problem werde künftig nicht kleiner, sondern bundesweit größer, sagte Frank Buckenhofer, GdP-Chef für den Zoll. Auch im Westen gebe es erste Todesopfer nach Konsum von Crystal-Meth.

Die GdP sieht auch ein Missverhältnis bei der personellen Ausstattung innerhalb der Zollfahndung. Während man für die Kontrolle der Schwarzarbeit inklusive des Mindestlohnes künftig 8 000 Beamte im Einsatz habe, seien das für Drogen und alle anderen Straftaten im Bereich des Zolls nur 6 000. Der Wegfall von Dienststellen an der deutsch-tschechischen Grenze mache den Zollfahndungsdienst zu einem „Zollreisedienst“. Die Kollegen würden auf dem Weg zur Grenze viel Zeit im Auto verbringen, beschrieb Buckenhofer die Situation.

Nach Angaben von Husgen hat sich die Zahl der Rauschgiftdelikte in Sachsen zwischen 2009 und 2013 von 6 123 auf 9 408 Fälle vergrößert. Bei Crystal seien die Zahlen sogar um das Vierfache gestiegen. Andere Drogen habe man genauso wenig im Griff. „Heroin und Kokain ist auch noch auf dem Markt“, sagte Husgen. In Zusammenhang mit dem Rauschgift steige auch die Beschaffungskriminalität. So seien die Diebstähle im Betrachtungszeitraum um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschnellt. (dpa)