merken

Gewerkschaft droht Bombardier ab Mai mit Streik

Am Mittwoch hat es ein Angebot an die deutsche Geschäftsführung gegeben.

© nikolaischmidt.de

Von Matthias Klaus

Görlitz. Sogar die Scultetus-Oberschule ist jetzt mitten im Arbeitskampf. Schülerinnen und Schüler aus zwei zehnten Klassen unterstützten Donnerstag die Bomardier-Werker, den Patenbetrieb. Mitarbeiter, auch aus Bautzen, waren gegen Mittag vor das Werktor gezogen. Die IG Metall hatte zu einer weiteren Veranstaltung aufgerufen. Die Stimmung war gespannt, aber ruhig. Jan Otto, Ostsachsen-Chef der IG Metall, sorgte sich anfangs: „Schlaft ihr noch?“

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Nein, natürlich nicht, wie ihm Pfiffe und Beifall bezeugen. „Während wir hier stehen“, sagt Jan Otto, „werden weitere Leiharbeiter-Arbeitsplätze abgebaut.“ Er ärgere sich über die Zusammenarbeit mit dem deutschen Bombardier-Management. „Es könnte der Eindruck entstehen, sie nehmen uns nicht ernst, sie wollen nicht mit uns reden“, sagt er. Und: „Das dürfen sie so nicht mit uns machen.“ Externe, gewerkschaftsnahe Berater, die aus der Misere helfen sollen, seien vom Management abgelehnt worden. In der vergangenen Woche sei deshalb eine betriebliche Tarifkommission in Görlitz gegründet worden. „Das ist wichtig, um den Standort streikfähig zu machen“, schildert Jan Otto. Wenn es bis zum 2. Mai keine Akzeptanz der externen Berater und kein Interesse gebe, die Belegschaft an der Zukunft des Unternehmens zu beteiligen, droht er mit Warnstreik.

Positiv sieht Jan Otto das Zeichen der Landesregierung, Fördermittel für die hiesigen Bombardier-Werke in Aussicht zu stellen. Voraussetzungen dafür sind allerdings: Forschung und Entwicklung müssen erhalten bleiben und eine Standortgarantie weit über 2018 hinaus. Die Belegschaft vor dem Werktor begrüßt das mit lautem Klatschen. „Warum“, so fragt sich Jan Otto, „sollte die Geschäftsführung daran kein Interesse haben?“ 700 Bombardier-Werker, so sehen es die Pläne vor, sollen gehen, davon 500 Leiharbeiter. Nicht bremsen, vorwärts gehen, das ist das Motto des Betriebsratsvorsitzenden Volker Schaarschmidt. Er bringt Grüße des Oberbürgermeisters Siegfried Deinege mit, der nicht an der Kundgebung wegen wichtiger Termine in Dresden teilnehmen könne. „Aber man muss kein Prophet sein: In Dresden geht es sicherlich auch um Bombardier“, sagt Volker Schaarschmidt. Er sieht vor allem die Bombardier-Produkte als ein Problem. „Wir müssen endlich wieder Sachen herstellen, die von den Kunden auch akzeptiert und die ordentlich bezahlt werden“, sagt er. Nur so könne das Unternehmen wieder in ein ruhiges Fahrwasser kommen. „Wir stehen bereit, mit dem Management über die Zukunft des Werkes zu reden“, sagt Volker Schaarschmidt. Am Mittwoch habe es ein Angebot an die deutsche Geschäftsführung gegeben. Telefonisch sei das von der als positiv gewertet worden. Nun heiße es abwarten.