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Gewerkschaft plant Bombardier-Demo

Ostsachsens IG-Metall-Chef Jan Otto hofft in Görlitz auf rege Beteiligung der Bürger. Auf dem Marienplatz soll es Anfang März eine Kundgebung geben.

© nikolaischmidt.de

Von Matthias Klaus

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Görlitz. Sonnabend, 4. März: Dieser Tag soll der sein, an dem Görlitz für den Erhalt des Bombardier-Werkes, für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Stadt auf die Straße geht. „Wahrscheinlich starten wir am Vormittag gegen 10 Uhr mit einem Spaziergang durch Görlitz“, sagt Jan Otto, Chef der IG Metall Ostsachsen. Einen genauen Zeitpunkt werde die Gewerkschaft noch bekannt geben.

Auf dem Marienplatz ist demnach im Anschluss eine Kundgebung geplant. „Derzeit sind wir dabei, das Ganze zu planen“, sagt Jan Otto. Er setzt darauf, dass nicht nur Waggonbauer an diesem Tag demonstrieren. Über den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) werde es unter anderem Aufrufe an Schulen und andere Einrichtungen geben. „Wir brauchen ein breites Bündnis. Es geht schließlich um den Erhalt von Bombardier in Görlitz“, sagt Ostsachsens IG-Metall-Chef. Kontakt habe er zudem mit dem Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege und Landrat Bernd Lange aufgenommen.

Waggonbauer und Mitglieder der IG Metall hatten sich am 17. Januar im großen Saal des Görlitzer Filmpalastes zu zwei Mitgliederversammlungen getroffen, je nach Schicht. „Es war ein Experiment. Es hat funktioniert“, sagt Jan Otto. Deutlich wurde während der beiden Veranstaltungen: Die Gewerkschaftsmitglieder bei Bombardier in Görlitz sind kampfbereit. Auch ein Streik wurde nicht ausgeschlossen. Offiziell gab es noch keine Entscheidung, der IG Metall ging es vor allem darum, ein Stimmungsbild aus der Belegschaft zu bekommen. Vor einem Streik, so klang es aber auch heraus, gäbe es noch mehrere Probleme zu lösen, etwa: Ziehen Nicht-Gewerkschafter mit? Wie verhalten sich Leiharbeiter und die Kollegen der Fremdfirmen? Und: Wie ist die Stimmung im Bombardier-Werk in Bautzen?

„Es waren gute Veranstaltungen“, sagt Gewerkschafter Jan Otto über die beiden Treffen in Görlitz. Es gehe nun auch darum, der Bevölkerung klarzumachen, was es bedeute, wenn in Görlitz 500 Stellen bei Bombardier wegfallen. „Das hat Auswirkungen auf die gesamte Region“, ist sich Jan Otto sicher.