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Gewerkschaft warnt vor zu vielen Seiteneinsteigern

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen herrscht Lehrer-Notstand. Nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft GEW könnte eine bessere Abstimmung der drei Länder das Problem lindern.

Leipzig. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat eine zurückhaltende Einstellung von Seiteneinsteigern an den Schulen angemahnt. Derzeit seien sie unentbehrlich, um angesichts des Lehrermangels Lücken zu füllen, sagten die GEW-Landesvorsitzenden am Donnerstag in Leipzig. „Doch man muss im Blick haben, dass die in der Regel unbefristet eingestellten Seiteneinsteiger künftig Stellen für ausgebildete Lehrkräfte blockieren könnten“, sagte Sachsens GEW-Chefin Uschi Kruse. Sie rechnet trotz Lehrerpaket nicht mit einer kurzfristigen Entspannung. Das komme zu spät. Außerdem werden zu wenige Prioritäten gesetzt und große Ungerechtigkeiten an den Schulen in Kauf genommen.

Auch in den anderen beiden Bundesländern herrscht Lehrermangel. In Sachsen-Anhalt fehlen jetzt schon mindestens 1 000 Lehrkräfte für eine normale Unterrichtsversorgung. In der nächsten Zeit werden pro Jahr etwa 800 Kollegen den Schuldienst verlassen. In Thüringen steigt der Unterrichtsausfall: Etwa 17 000 Unterrichtsstunden wurden allein im November 2017 gestrichen. In den nächsten fünf Jahren werden auch hier etwa 4 500 Lehrer in Rente gehen. Trotz der deutlich gestiegenen Einstellungszahlen bleibt die Lage besonders an den Regelschulen angespannt. Dazu trägt auch die zunehmende Zahl von befristeten Stellen bei, sagt die Thüringer GEW-Vorsitzende Kathrin Vitzthum.

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Gemeinsam regten die Gewerkschaftler an, Gymnasiallehrer für einen Unterricht an Ober- oder Regelschulen zu gewinnen. Dort sei der Lehrermangel am größten. Zur Linderung des Problems könnte auch eine engere Abstimmung zwischen den drei Ländern beitragen. Statt wechselseitiger Abwerbungen von Lehrkräften sollten Anstrengungen, Erfahrungen und Ressourcen möglichst langfristig gebündelt werden. Als Beispiel nannten die GEW-Chefinnen die Ausbildung von Lehrern. In Zusammenarbeit mit den Universitäten könnte diese bedarfsorientierter ausgerichtet sein. Außerdem regten sie einen gemeinsamen Standard der drei Länder beim Lehrerbedarf an. Dazu gebe es bislang unterschiedliche Berechnungen. (SZ/sca, dpa)