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Giffey will mehr „Realitätssinn“

Ihre eigene Partei, die SPD, habe in der Vergangenheit zu wenig über Integrationsprobleme geredet und so Raum geschaffen, den Populisten genutzt hätten, sagte die neue Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

© Sören Stache/dpa

Berlin. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will mehr Realitätssinn in die Bundespolitik tragen. „Ja, das ist Teil meines Jobs“, sagte die 39-Järhige dem in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel“. Politik dürfe mit der Wirklichkeit nicht „ideologisch umgehen“ und etwa Probleme leugnen, die viele Menschen umtreiben, warnte die frühere Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Neukölln.

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Ihre eigene Partei, die SPD, habe in der Vergangenheit zu wenig über Integrationsprobleme geredet und so Raum geschaffen, den Rechtspopulisten genutzt hätten. „Ich bin eine große Anhängerin pragmatischer Politik, und der erste Schritt dazu ist, dass man die Dinge beim Namen nennt“, fügte sie hinzu.

Durch ihre Erfahrung in Neukölln fühlt sich Giffey gut für ihre neue Aufgabe gerüstet. „Es gibt in Deutschland viele Neuköllns“, sagte sie der Zeitung: „Die Zahlen mögen in anderen Städten unterschiedlich sein, aber die Herausforderungen sind ähnlich.“ Es gehe zum Beispiel um sozial schwierige Verhältnisse, um Bildungsferne, um Parallelgesellschaften oder Hemmnisse bei der Integration. „Das gibt es nicht nur in Neukölln, sondern in der ganzen Republik“, erklärte sie: „Man kann Regeln durchsetzen, wenn man den politischen Willen dazu hat.“

Angesprochen auf ihre ostdeutsche Herkunft betonte Giffey: „Für alle im Osten war die Wende ein tiefer Einschnitt in ihrem Leben. Alles hat sich geändert.“ Sie wolle die Ministerin im Kabinett sein, die den Osten repräsentiert. „Ich glaube, dass es den Menschen im Osten guttut, wenn sie wissen: Da ist eine von uns.“ (epd)