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Gitarrist von Jolly Jumper auf Solopfaden

„Lila Farben“ heißt das erste Album von Björn Martins. Der Weg dorthin war lang.

© PR

Von Franziska Springer

Bautzen. Fest steht: Gäbe es den Herzschmerz nicht, es gäbe weit weniger wirklich gute Musik. Wie kein anderes Thema wird die Liebe auf so unterschiedliche Weise, aus so verschiedenen Perspektiven und – vor allem – so unglaublich oft besungen. Seit Kurzem ist die Welt um zwölf weitere Liebeslieder und einen Bonustrack reicher. Zu finden sind sie auf „Lila Farben“ – dem ersten Soloalbum von Jolly-Jumpers-Gitarrist Björn Martins, der am Sonntag zur Record-Release-Party nach Bautzen einlädt.

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Jeder Song des Albums ist eingängig, aber keiner klingt wie der andere – und genau das war Martins wichtig: „Ich beschreibe auf dem Album die Liebe in tausend verschiedenen Varianten und genauso viele musikalische Facetten wollte ich einbringen“ erklärt er, der seinen Stil am ehesten als Deutschpop beschreibt. Dass er schon auch mal in die Schlagerecke gesteckt wird, dafür hat der 34-Jährige eine einfache Erklärung: „Ich habe viele Songs für Schlagerleute wie Ross Anthony und Annie Perka geschrieben und war damit immer recht erfolgreich. Die Erfahrung aus dem Songwriting ist natürlich eingeflossen.“ Aber auch Einflüsse aus ganz anderen Stilen: „Es gibt auf dem Album ein deutsch-spanisches Lied, klassische Pop-Songs, aber auch rockige oder elektronische Nummern.“ Er wolle damit so viele Menschen wie möglich erreichen, sagt er. „Wie man das dann nennt, ist mir ziemlich egal.“

Seit 13 Jahren Berufsmusiker

Seit 2001 ist Martins als Gitarrist der Partyband Jolly Jumper eine feste Größe in der Region. Seit 2005 ist deren Erfolg ertragreich genug für ein Leben als Berufsmusiker. An den neuen Solopfaden reizt ihn daher weniger das Geld, als vielmehr die Verwirklichung eines Traums: „Als Musiker war es schon immer mein Wunsch, mit meinen eigenen Songs auf der Bühne zu stehen.“ Seine Karriere bei Jolly Jumper kann ihm das nur bedingt bieten: „Zwar haben wir immer wieder eigene Musik produziert, aber wenn du eine Coverband bist, wirst du auch als solche gebucht“, weiß er.

Bis 2015 dauerte es, dann fasste er den Entschluss, seine selbst geschriebenen Titel als Solo-Künstler zu vermarkten. Mit Unterstützung seiner „Jolly-Familie“: „Bei der Party am Sonntag werden die Jungs mit dabei sein“, sagt er. Dass das Bandprojekt unter seinen Ambitionen als Solo-Künstler leiden könnte, schließt der gebürtige Grimmaer, der inzwischen bei Gaußig wohnt, aus: „Jolly Jumper hat einen großen Vorlauf, was Termine angeht. Es ist wahrscheinlicher, dass meine Solo-Karriere dabei zu kurz kommt“, lacht er. Etwa 100 Auftritte spielt die Band in diesem Jahr. „Welcher Newcomer kann das schon von sich behaupten“, fragt Martins schmunzelnd.

Erfolgreiche Singleauskopplungen

Was ihm lange fehlte, war eine geeignete Plattenfirma: „Ich habe das Problem, dass ich eigentlich keinen Produzenten brauche. Ich kann das, was ich kann, ziemlich gut selbst.“ Schließlich fand er in Österreich eine Plattenfirma, die ihm alle Freiheiten ließ. Die CD nahm er in Eigenregie im hauseigenen Tonstudio auf. „Ich habe alle Instrumente selbst eingespielt und die Tonspuren selbst abgemixt“, erklärt er. In der Schweiz und in Österreich laufen seine ersten beiden Singleauskopplungen inzwischen erfolgreich im Radio: „Der Markt dort ist einfach kleiner und weniger gesättigt. Das Medium Radio findet dort noch Gehör.“ Einen ähnlichen Erfolg verspricht er sich nun mit seinem Hit „Millionen Farben“ auch auf dem deutschen Markt, bleibt dabei aber bescheiden: „Ich will kein One-Hit-Wonder sein“, stellt er klar. „Wenn ich als Solokünstler bei meinen Fans irgendwann das Niveau der Jollys erreiche und diese Art Musik bis ins hohe Alter machen kann, wäre das schon ziemlich cool.“

An den Beginn seiner Karriere erinnert sich der sympathische Frauenschwarm heute lachend: „Als ich sieben war, kam meine Mutter mit einer Gitarre um die Ecke und fragte mich, ob ich lernen wolle, darauf zu spielen. Um Stress aus dem Weg zu gehen, sagte ich ja.“ Nach drei Jahren gelangen ihm gerade einmal drei Akkorde – und Lust hatte er auch keine mehr:: „Da schenkte mir mein Vater eine Kassette von Mike Krüger und mit meinen drei Griffen konnte ich alles davon nachspielen.“ Als er sich selbst beim Singen begleiten konnte, habe es „Klick“ gemacht, sagt er. Heute liebt er die Arbeit im Rampenlicht. Eine Tour habe er aber noch nicht geplant, sagt er. Bei den Konzerten seiner Jollys allerdings können sich Fans schon jetzt auf Ausflüge in Martins Soloprogramm freuen.

Die Record-Release-Party von „Lila Farben“ im Club Mono an der Steinstraße 15 in Bautzen beginnt am Sonntag, um 20 Uhr. Einlass ist ab 19 Uhr. Karten an der Abendkasse kosten fünf Euro.