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Dippoldiswalde: Wertstoffhof zieht nach Cunnersdorf

Der Zweckverband hatte einen Standort in Dipps gesucht, wurde aber nicht fündig. Deshalb wurde nahe einer Deponie gebaut.

Olaf Müller hofft, dass der neue Wertstoffhof in Cunnersdorf gut angenommen wird. Die Bedingungen hier werden auf jeden Fall besser sein als auf dem jetzigen Platz im Dippser Ortsteil Elend, meint er.
Olaf Müller hofft, dass der neue Wertstoffhof in Cunnersdorf gut angenommen wird. Die Bedingungen hier werden auf jeden Fall besser sein als auf dem jetzigen Platz im Dippser Ortsteil Elend, meint er. © Karl-Ludwig Oberthür

Stephan Sobota steht an der großen asphaltierten Fläche neben der Cunnersdorfer Deponie. Noch fehlen die Sammel-Container. Doch der Seifersdorfer, der auf dem Wertstoffhof in Elend tätig ist und bald hier arbeiten wird, ist begeistert. Der neue Wertstoffhof in Cunnersdorf gefällt ihm. Dieser ist so groß, dass hier sogar Lkws reinfahren können. Auch die Arbeitsbedingungen werden hier besser sein, ist sich der gelernte Ver- und Entsorger sicher.

Ob die Dippser auch damit zufrieden sind? Beim Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE), der für die Entsorgung der Wertstoffe in der Region zuständig ist, weiß man es nicht. Olaf Müller, der in der Geschäftsleitung ZAOE tätig ist, hofft es aber. Die Bedingungen hier sind auf jeden Fall besser als am bisherigen, sehr beengten Standort in Elend. Dafür ist der Weg aus der bevölkerungsreichsten Stadt im Osterzgebirge weiter.

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"Über Jahre gab es Bestrebungen, in Dippoldiswalde einen neuen Wertstoffhof einzurichten", sagt er. Doch der Zweckverband wurde nicht fündig, sagt er und verweist auf den umfangreichen Schriftverkehr mit dem Rathaus. Aber auch der Landkreis und anderen Behörden, die Grundstücke in und um Dipps haben, konnten nicht helfen.

In Cunnersdorf entsteht ein neuer Wertstoffhof, der am 2. Oktober feierlich eröffnet wird. Stephan Sobota, der bisher in Elend arbeitet, wird einer der neuen Mitarbeiter sein.
In Cunnersdorf entsteht ein neuer Wertstoffhof, der am 2. Oktober feierlich eröffnet wird. Stephan Sobota, der bisher in Elend arbeitet, wird einer der neuen Mitarbeiter sein. © Karl-Ludwig Oberthür

Die größten Hoffnungen setzte man in Reinholdhain. Dort sollte das Gewerbegebiet erweitert werden. Geschehen sollte das schon vor Jahren. Müller erinnert sich noch an eine Pressemitteilung, die sein Verband schon vor Jahren herausgab. Deren Botschaft: Der Wertstoffhof zieht ins Gewerbegebiet um. Doch leider ist es bisher nicht zu der geplanten Erweiterung gekommen - der Umzug fand nicht statt.

Da der Handlungsdruck größer wurde und sich der Standort in Elend nicht erweitern ließ, entschied der ZAOE, den neuen Wertstoffhof auf einem eigenen Grundstück neben der Cunnersdorfer Deponie zu errichten, erläutert Müller.

Die Arbeiten dazu begannen im April. Ende September wurden sie abgeschlossen. 442.100 Euro wurden investiert, um die Fläche innerhalb des Deponiestandortes anzulegen. Hier stehen bereits nicht nur ein Container für das Personal, sondern auch zwei Lagercontainer, um Leuchtstoffröhren und batteriebetriebene Altgeräte zu verstauen.

Die Container, in denen Grünschnitt, Schrott, Sperrmüll und Bauschutt gesammelt wird, werden nach der Anlieferung auf Betonplatten stehen. Auch Altpapier, Kartonagen, Flaschen und Altkleider werden hier entgegengenommen.

Zum neuen Wertstoffhof gehören aber auch ein Feuerlöschteich und ein Becken, in dem das Regenwasser gesammelt wird. Damit der Wertstoffhof nach außen hin nicht so auffällt, wurden eine Hainbuchenhecke und Wildsträucher gepflanzt.

Frischer Kompost wird zur Eröffnung verkauft

Die Eröffnung des neuen Wertstoffhofes möchte der ZAOE am 2. Oktober feiern. Dazu hat Verbandschef Raimund Otteni Gäste eingeladen. Unter anderem werden Mitarbeiter des Freitaler Repaircafés vor Ort sein und berichten, wie ihre Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert. "Leider werfen viele Menschen einfach alte Dinge weg und kaufen neue. Auch Gegenstände, an denen nicht viel kaputt ist und die nach einer einfachen Reparatur problemlos wieder verwendet werden könnten", sagt Müller. Das Reparieren ist aus der Mode gekommen, das Repaircafé zeigt, was möglich ist.

Außerdem bietet der ZAOE Führungen an, auf denen über die Sanierung der Deponie und den Bau des Wertstoffhofes informiert wird. Vor Ort ist auch das Schadstoffmobil, bei dem problematische Haushaltsabfälle wie Farb-, Lack- und Lösemittelreste bis zu einer Menge von 30 Liter beziehungsweise 25 Kilogramm kostenfrei abgegeben werden können. Radioaktive Stoffe werden aber nicht angenommen, so Müller.

Der neue Wertstoffhof:

  • Eröffnung, 2. Oktober ab 9 Uhr
  • Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Freitag von 13 bis 18 Uhr, Sonnabend 8 bis 12 Uhr
  • Betreiber ist die Firma Kühl

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Angeboten wird auch frischer, in Säcken abgepackter Kompost aus dem Kompostwerk in Freital. Die Menge ist begrenzt, es wird verkauft, so lange der Vorrat reicht.

Der neue Wertstoffhof wird längere Öffnungszeiten haben. In der Regel werden in Cunnersdorf zwei Mitarbeiter tätig sein. An den Preisen und Konditionen ändert sich im Vergleich zu Elend nichts, erklärt Müller.

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