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SOE: Freie Fahrt für die Deutsche Bahn

Ab Mitte Dezember ist das frühere Staatsunternehmen wieder im Müglitztal und auf der Strecke zwischen Pirna und Sebnitz unterwegs.

Sie besiegelten die Vergabe des Bahnbetriebes an die DB: Wolfgang Weinhold, Stephan Naue, beide von der DB Regio, VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen und Bautzens Landrat Michael Harig (von links).
Sie besiegelten die Vergabe des Bahnbetriebes an die DB: Wolfgang Weinhold, Stephan Naue, beide von der DB Regio, VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen und Bautzens Landrat Michael Harig (von links). © VVO Martin Schmidt

Viele Bahnkunden und vor allem die Bahnfans werden sich freuen. Die Deutsche Bahn kehrt auf vier Teilstrecken rund um Dresden aufs Gleis zurück. Am Donnerstag wurde das schriftlich besiegelt. Demnach wird die DB-Tochter DB-Regio ab dem 12. Dezember die Strecken von Dresden nach Kamenz und Königsbrück sowie die durch das Müglitztal und zwischen Pirna und Sebnitz übernehmen. Damit wird die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) abgelöst, die hier zurzeit fährt.

Der Vertrag wurde am Freitag in Kamenz unterzeichnet - und das im besonderen Ambiente, nämlich in einem Triebwagen. Kein gewöhnlicher, sondern einer vom Typ Desiro VT 642, der umgebaut wurde und nach der Abnahme durch das Eisenbahnbundesamt im Februar 2022 auf den vier Strecken nach und nach zum Einsatz kommen wird. Die komplett renovierten Dieseltriebwagen werden mit WLAN, USB-Steckdosen und Bildschirmen zur Fahrgastinformation ausgestattet.

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Der Vertrag zwischen dem VVO und der DB Regio gilt für die kommenden zehn Jahre. Zwar wird das Netz an sich nicht verlängert. Trotzdem wird der neue Betreiber knapp 0,3 Millionen Zugkilometer pro Jahr mehr zurücklegen. Das Volumen wächst auf rund zwei Millionen Kilometern, erläuterte Bautzens Landrat Michael Harig (CDU), Verbandsvorsitzender des VVO beim Pressetermin.

Dieser Triebwagen wird künftig im Müglitztal und zwischen Pirna und Sebnitz unterwegs sein. Vorgestellt wurde er in Kamenz.
Dieser Triebwagen wird künftig im Müglitztal und zwischen Pirna und Sebnitz unterwegs sein. Vorgestellt wurde er in Kamenz. © VVO/Martin Schmidt

Denn durch zusätzliches Geld, das Sachsens Wirtschaftsministerium bereitstellt, kann der VVO mehr Züge auf der stark nachgefragten Strecke Kamenz - Dresden bestellen. Hier kommt es auch zu einer Taktverdichtung. „Zukünftig fahren die Züge montags bis freitags zwischen 4.30 Uhr und 8.30 Uhr sowie zwischen 14.00 Uhr und 18.30 Uhr alle 30 Minuten statt bisher nur stündlich“, so Harig.

Deutsche Bahn setzt über 100 Mitarbeiter ein

Damit erreiche die Strecke S-Bahn-Standard und werde daher zum Fahrplanwechsel in S-Bahn S 8 umbenannt. „Die Zahl der Pendler nach Kamenz ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, da viele neue Arbeitsplätze entstanden“, betont Roland Dantz, der Kamenzer Oberbürgermeister. „Bereits heute verzeichnen wir täglich über 600 Ein- und Aussteiger am Bahnhof – eine Zahl, die mit dem neuen dichteren Takt noch gesteigert werden kann.“

So sieht es im Inneren der umgebauten Triebwagen aus.
So sieht es im Inneren der umgebauten Triebwagen aus. © VVO Martin Schmidt

An den anderen drei Strecken ändert sich dagegen nicht viel. Beim VVO hofft man aber, dass es künftig weniger Ausfälle gibt, weil die DB Regio technisch und personell stark aufgestellt ist. Für den Betrieb auf den vier Strecken stellt das Unternehmen über 100 neue Mitarbeiter ein und setzt zukünftig 21 Fahrzeuge aus ihrem eigenen Bestand ein - sechs mehr als gegenwärtig von der MRB.

Ein Viertel aller Sitze erhalten USB-Steckdosen.
Ein Viertel aller Sitze erhalten USB-Steckdosen. © VVO Martin Schmidt

„Mit guter Qualität und Zuverlässigkeit leisten wir unseren Beitrag zur Mobilitätswende Großraum Dresden", versprach Dr. Wolfgang Weinhold, Vorsitzender der Regionalleitung Südost der DB Regio. Sein Unternehmen habe den Anspruch, mehr Pendler für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen und mit touristischen Angeboten in die Sächsische Schweiz und das Osterzgebirge weiter zu punkten.

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Um den Betrieb abzusichern, werden künftig 60 Triebfahrzeugführer und 50 Kundenbetreuer im Einsatz sein. Wie vom VVO gefordert, übernimmt die DB Regio alle Mitarbeiter der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die es wollen. Für die Mitarbeiter, die zum Großteil ursprünglich noch von der insolventen Städtebahn Sachsen stammen, ist die Zukunft damit gesichert, ergänzt VVO-Sprecher Christian Schlemper.

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