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"Investoren wie Bosch sollten auch nach Altenberg geholt werden"

Die SZ befragt Einwohner aus dem Landkreis SOE vor der Bundestagswahl zu ihren Erwartungen. Heute: Christian Schneider aus Neudörfel.

Christian Schneider möchte nicht nur, dass sein Wohnort ans Trinkwassernetz angeschlossen wird. Er möchte auch, dass in Deutschland das Daten- und Mobilfunknetz weiter ausgebaut wird.
Christian Schneider möchte nicht nur, dass sein Wohnort ans Trinkwassernetz angeschlossen wird. Er möchte auch, dass in Deutschland das Daten- und Mobilfunknetz weiter ausgebaut wird. © Egbert Kamprath

Christian Schneider (31) ist gelernter Mechatroniker und derzeit geschäftsführender Gesellschafter einer eigenen Firma mit Sitz in Glashütte. Aufgewachsen ist er in Glashütte. Ab 2011 wohnte er in Tuttlingen (Baden-Württemberg), Kassel (Hessen) und Landshut (Bayern). Seit 2016 wohnt er im Glashütter Ortsteil Neudörfel.

Wo sehen Sie aktuell die größten Probleme in Deutschland?

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Das größte Problem jetzt und in Zukunft ist, dass immer weniger Kinder geboren werden und gleichzeitig die Lebenserwartung der Menschen steigt. Somit fehlen in Zukunft nicht nur Millionen Fachkräfte, sondern auch die Betreuung, Pflege und Finanzierung der "Alten". Das ist nicht mehr sichergestellt.

Worin sehen Sie die größten Probleme im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge?

Ein Wegzug der jungen Menschen in die Ballungsgebiete und somit eine Vergreisung des Landkreises und gleichzeitig wachsender Rechtsdruck.

Was sind die Probleme in Ihrem Ort?

Mein Heimatort ist nicht an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen, außerdem liegt er im Landschaftsschutzgebiet. Somit ist das Hauptproblem der Bevölkerungsschwund, da das tägliche Trinkwasser in Trockenperioden nicht reicht. Gleichzeitig kann der Ort nicht wachsen, da durch das Landschaftsschutzgebiet keine Bauflächen im Flächennutzungsplan ausgewiesen sind.

Was sollten Politiker dafür tun?

Sie sollten ein Kinderförderprogramm auferlegen, versuchen Investoren wie Bosch nicht nur in die Metropolregionen wie Dresden, sondern zum Beispiel nach Altenberg zu holen. Es sollte wieder ein Förderprogramm für den Trinkwasseranlagenbau mit einer 90-prozentigen Kostenübernahme durch Land und Bund auferlegt werden. Die Dörfer sollten durch Lückenbebauung aufgewertet werden, es sollten nicht nur riesige Einfamilienhaus-Siedlungen geplant werden.

Wenn sie 100.000 Euro im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verteilen dürften, wofür würden Sie das Geld einsetzen?

Ich würde abseits der Großstädte ein Generationszentrum eröffnen, in dem gleichzeitig Kinder, Erwachsene und Senioren miteinander Zeit verbringen können und somit für jeden Vorteile entstehen. Somit hoffe ich, würde der Zusammenhalt in der Bevölkerung wieder wachsen. Im Generationszentrum sollten Alter, Religion und Aussehen egal sein.

Corona hat viel verändert. Welches Problem ist Ihnen bewusst geworden und was wünschen Sie sich von den Bundestagsabgeordneten, um es zu lösen?

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Deutschland hat den Bereich Digitalisierung total verschlafen. Aus diesem Grund ist 2020 ein extrem wirtschaftlicher und sozialer Schaden entstanden, da Mitarbeiter teilweise im Homeoffice nicht arbeiten konnten, Behörden gefühlt wochenlang überfordert mit der Situation waren und Kinder nicht lernen konnten, da die Plattformen überlastet waren oder sie gar kein Endgerät hatten. Das Daten- und Mobilfunknetz muss dahingehend ausgebaut werden, dass wir in Deutschland an jedem Ort eine 100-prozentige Netzabdeckung mit mindestens 4G oder 100Mbit haben. Alle Kinder sollten mit der Einschulung bzw. spätestens in der 3. Klasse ein einheitliches Notebook mit Software vom Bund gestellt bekommen. Außerdem muss der Unterricht digitaler werden, dass wir in Zukunft weiter Innovationsweltmeister Deutschland sind. Und die Bürokratie muss abgebaut werden. Gleichzeitig muss mit künstlicher Intelligenz der Apparat reduziert werden. Es müssen alle Behördengänge von zu Hause aus realisiert werden können.

Die Fragen stellte Maik Brückner.

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