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Glashütte vergrault Stadtplanerin

Die Entscheidung über die Einstellung wurde vertagt. Nun hat die Bewerberin ihre Bereitschaft zurückgezogen. Das hat Folgen, sagt der Stadtchef.

Glashüttes Bauamtsleiter Mario Wolf weiß noch nicht, ob er demnächst eine Stadtplanerin zur Seite gestellt bekommt.
Glashüttes Bauamtsleiter Mario Wolf weiß noch nicht, ob er demnächst eine Stadtplanerin zur Seite gestellt bekommt. © Archiv/SZ/Maik Brückner

Das Glashütter Bauamt bekommt vorerst keine personelle Verstärkung. Eigentlich wollte Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) erneut über die Einstellung einer Stadtplanerin abstimmen lassen. Doch wie er zu Beginn der jüngsten Stadtratssitzung erklärte, habe die Bewerberin kein Interesse an der Stelle mehr.

Dreßler zeigte Verständnis für die Entscheidung. Denn die Frau war zur vorletzten Ratssitzung erschienen, in der sie zur Stadtplanerin berufen werden sollte. Eine knappe Mehrheit im Rat lehnte es jedoch ab, über diese Personalie zu entscheiden. Gegenüber der Bewerberin sei das kein guter Zug gewesen, so Dreßler. Ihm wäre es lieber gewesen, wenn die Bedenken vor der Sitzung geäußert worden wären.

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Dreßler: Fachwissen wird gebraucht

Dreßler verteidigte die Stelle, die auch im Haushaltsplan verankert ist und die es bereits seit vielen Jahren gibt und erst Ende 2020 wieder freigeworden ist. Der Stadtplaner soll unter anderem Bauland entwickeln, weiter am Flächennutzungsplan arbeiten und Fördermittel beantragen. Ohne den Stadtplaner werde die Prozesse länger dauern. Ein Nachteil zum Beispiel für bauwillige Familien.

Auch das umfangreiche Investitionsprogramm soll von ihm mit bearbeitet werden. Dreßler bezeichnete die damalige Vertagung als "falsche Entscheidung", worauf es Widerspruch von Jörg Prasser (WV Zeitlos) gab. Dieser verteidigte diesen Beschluss. Es sei eine "demokratische Entscheidung" gewesen, so Prasser.

Mit der Absage der Bewerberin musste Dreßler den Punkt Neubesetzung von der Tagesordnung nehmen. Offen blieb, ob es bei diesem Mal eine Mehrheit für die Bewerberin gegeben hätte. Denn im Vorfeld der Ratssitzung wurde erneut Kritik laut. Beim ersten Mal war es Jörg Prasser, nun meldete Maik Lehmann (ebenfalls Zeitlos) Bedenken an, über die er im Vorfeld die Verwaltung und seine Kollegen informierte.

Lehmann bat, die Neubesetzung auch im Verwaltungsausschuss zu beraten. "Denn es geht hier um eine unbefristete Anstellung", so Lehmann. Ihm sei klar, dass diese Stelle bereits im Haushalt für 2021 vorgesehen ist. Doch hätten sich nun Fragen aufgetan, die man gern beantwortet haben möchte. So würde er gern wissen, wie viele Bauingenieure, Bauamtsleiter und Sachbearbeiter in Glashütte und in vergleichbar großen Kommunen arbeiten. Wer bearbeitet die Fördermittelanträge in Gemeinden ohne Stadtplaner? Und welche Maßnahmen werden von einer Stadtplanerin zum Abschluss gebracht?

Kritiker verweist auf die Finanzlage der Stadt

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Lehmann verwies auf die Finanzlage. Die Stadt habe es sich zum Ziel gesetzt, die Ausgaben den Einnahmerückgängen anzupassen. Das sei ja auch der Grund gewesen, weshalb die Stellen im Bauhof nicht besetzt werden sollten.

Lehmann stellte seine Zustimmung nach der Sommerpause in Aussicht. Zuvor müsste aber über diese Stelle in beiden Ausschüssen beraten werden. Alle Stadträte müssten dann darüber und die Hintergründe informiert werden.

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