SZ + Dippoldiswalde
Merken

Deutsche Bahn vor dem Neustart im Müglitztal

Der Wechsel von einem zum anderen Bahnunternehmen wird wohl harmonisch ablaufen. Auch auf der Strecke Pirna-Sebnitz. Dafür gibt es Gründe.

Von Maik Brückner
 3 Min.
Teilen
Folgen
Ab und zu waren die Triebwagen der DB schon in den letzten Monaten auf den Gleisen im Müglitztal unterwegs. Ab dem 12. Dezember werden nur noch sie die Fahrgäste befördern.
Ab und zu waren die Triebwagen der DB schon in den letzten Monaten auf den Gleisen im Müglitztal unterwegs. Ab dem 12. Dezember werden nur noch sie die Fahrgäste befördern. © Stefan Müller

Nicht nur für Bahnfans wird der 12. Dezember ein besonderer Tag sein, auch für die Fahrgäste auf den Strecken im Müglitztal und zwischen Pirna und Sebnitz. Denn auf die dortigen Gleise kehrt nach elf Jahren die Deutsche Bahn zurück.

Das Unternehmen ist vielen noch gut in Erinnerung. Schließlich war es bis 2010 für den Bahnverkehr im Dresdner Dieselnetz, zu dem auch die beiden Trassen im Landkreis gehören, zuständig. Nach einer Neuausschreibung des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) übernahm die Städtebahn Sachsen den Bahnbetrieb.

2019 kam dann die faustdicke Überraschung. Die Städtebahn stellte infolge einer Insolvenz den Betrieb ein. Der VVO musste handeln. In einer Notvergabe erhielt die Transdev-Gruppe mit ihrer von Leipzig aus geführten Tochterfirma Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) den Zuschlag bis Ende 2021.

Größere Fahrzeugflotte, mehr Reserven

"Wir sind der MRB dankbar, dass sie nach der Insolvenz der Städtebahn Sachsen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen kurzfristig den Betrieb übernommen hat und sich um den Zugverkehr im Dieselnetz gekümmert hat", sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper. Zwischenzeitlich wurden die Leistungen wieder ausgeschrieben.

Diesmal hat die DB diese Ausschreibung gewonnen. Ihre Tochter DB Regio übernimmt das Dresdner Dieselnetz, zu dem auch die Verbindungen von Dresden nach Kamenz und nach Königsbrück gehören, bis 2031. "Mit dem Start der DB profitieren die Fahrgäste bald von der schrittweisen Einführung modernisierter Triebwagen mit WLAN, Steckdosen und einem neuen Fahrgastinformationssystem", so Schlemper.

Mit einer größeren Flotte und mehr Mitarbeitern als bisher wachse zudem die Reserve, falls mal ein Fahrzeug kaputtgehe oder es zu einem hohen Krankenstand unter Mitarbeitern kommt.

Reibungsloser Neustart wird vorbereitet

Die DB Regio arbeitet indes intensiv an einem möglichst reibungslosen Start, berichtet der Schlottwitzer Eisenbahnexperte Stefan Müller. Die Triebwagen, die auf den Strecken zum Einsatz kommen werden, sind Fahrzeuge der Baureihe 642 "Desiro" und bereits in der Region unterwegs. Gegenwärtig fahren diese Triebwagen auf der S-Bahn-Strecke zwischen Dresden, Freital und Tharandt.

"Dafür gibt es mehrere Gründe", so Müller. Zum einen wird getestet, ob die Fahrzeuge für einen intensiven Betriebsablauf vorbereitet sind. Zum anderen werden auf den Fahrzeugen Lokführer eingearbeitet, die bereits jetzt bei der DB arbeiten, aber in den letzten Jahren keine Desiros gefahren sind. "Diese Lokführer erlangen deshalb aktuell die Baureihenberechtigung, sodass sie dann zum Betriebsstart über die notwendigen Berechtigungen zum alleinigen Fahren der Triebwagen verfügen", erklärt Müller.

Parallel dazu lernen die DB-Lokführer derzeit ihre künftigen Strecken kennen. Dazu fahren sie bei ihren MRB-Kollegen auf den Strecken im Dieselnetz im Führerstand mit. Müller lobt, dass die DB und die MRB hier kooperieren. "Es läuft wesentlich professioneller als noch 2010. Damals übernahm bekanntlich die Städtebahn Sachsen den Betrieb von der DB Regio - und ab dem ersten Tag gab es zahlreiche Probleme", so Müller. Diesmal sollte es deutlich besser funktionieren.

Für die MRB-Lokführer haben die Hospitationen übrigens noch einen weiteren Vorteil. So lernen diese ihre künftigen Kollegen kennen. Denn nach einer Vereinbarung zwischen DB und MRB konnten alle Mitarbeiter, die einst bei der Städtebahn und aktuell für die MRB auf den Strecken im Dresdner Dieselnetz arbeiten, zur DB wechseln.