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Glashütte: Ein Baugebiet weniger

Seit knapp 30 Jahren gibt es in Hausdorf ein Baugebiet, auf dem nichts passiert ist. Der Ortschaftsrat hat nun einen neuen Plan für die Fläche.

Diese Fläche am Ortsausgang von Hausdorf soll künftig kein potenzielles Bauland mehr sein, sondern weiter landwirtschaftlich genutzt werden.
Diese Fläche am Ortsausgang von Hausdorf soll künftig kein potenzielles Bauland mehr sein, sondern weiter landwirtschaftlich genutzt werden. © Egbert Kamprath

Im Glashütter Ortsteil Hausdorf steht Bauwilligen bald ein Baugebiet weniger zur Verfügung. Der Stadtrat hat sich in der jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, dass das Gebiet am Ortsausgang Lungkwitz nicht bebaut werden soll. In einer der nächsten Sitzungen soll das Verfahren zum Aufheben des B-Plans von 1994 fortgeführt werden.

Der Antrag, dieses Gebiet nicht bebauen zu lassen, kam von Stadtrat Andreas Dießler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma), der auch Ortsvorsteher von Hausdorf ist. Seinen Vorstoß begründete er damit, dass der Bebauungsplan aus dem Jahr 1994 stammt und nicht mehr dem heutigen Standard entspricht. In der Euphorie der Nachwendezeit sei diese Fläche ausgewiesen worden, um die Eigenständigkeit zu bewahren. Eine weiterreichende Betrachtung für die Nutzbarkeit als Baufläche sowie deren Auswirkung sei vernachlässigt worden, erklärt er.

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Sehr komplizierte Erschließung

Dass dort noch nicht gebaut wurde, habe seinen guten Grund. Die wassertechnische Erschließung sei sehr kompliziert. Zudem habe man sich bei der Ausweisung des Baugebietes nicht mit den Nachbarn und den Nutzern abgestimmt. Dießler plädierte aber auch aus Naturschutzgründen dafür, die Grünlandfläche nicht zu bebauen. Diese sei eine Ausbreitungs- und Pufferfläche "für wild abfließendes Oberflächenwasser". Er sehe nicht, wie diese Funktion bei einer Bebauung gewährleistet werden könne.

Um dem derzeitigen Besitzer der Fläche vor den Kosten für "kostspielige Vorplanungen und Analysen" zu bewahren, sollte das Gebiet im Flächennutzungsplan auf Grünland zurückgestuft werden. "Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Leuten, die überlegen, dort zu bauen", so Dießler. Außerdem sollten auch die Interessen der Menschen berücksichtigt werden, die talabwärts in Lungkwitz und Kreischa wohnen. Das sei auch die Meinung des Ortschaftsrates.

Die Mehrheit der Stadträte signalisierten, dass sie der Einschätzung des Ortschaftsrates folgen möchte. Dennoch taten sich Fragen auf. Warum soll der Stadtrat ein Verfahren anschieben, obwohl die Chancen, dass dort gebaut werde, sehr gering sind? Kann der jetzige Grundstücksbesitzer gegen die Stadt klagen, weil sein Grundstück an Wert verliert? Und welche Kosten sind mit einer Umstufung verbunden?

Verfahren wird 10.000 Euro kosten

Hans-Joachim Bothe, der im Auftrag der Stadt den Flächennutzungsplan bearbeitet, konnte die Argumente der Hausdorfer gut nachvollziehen. In Hausdorf sind in den letzten Jahren viele neue Häuser entstanden. "Es muss gute Gründe geben, weshalb gerade auf dieser Fläche in den letzten 20 Jahren nicht gebaut wurde."

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Bothe nahm auch zu den Fragen Stellung. Demnach müsse die Stadt nicht befürchten, verklagt zu werden. "Die Fristen dazu sind abgelaufen". Das Verfahren zur Umstufung sei aber nicht zum Nulltarif zu haben. "Diese Kröte müssen Sie schlucken." Er schätzt, dass das Verfahren zwischen 8.000 und 10.000 Euro kosten wird. Aus Sicht eines Planers sei es besser, das Verfahren trotz der Kosten in Angriff zu nehmen, um Klarheit zu schaffen.

Das überzeugte die Stadträte. Einstimmig votierten sie für den Vorschlag Dießlers. In einer der kommenden Sitzungen soll das Verfahren zur Umwidmung der Fläche auf den Weg gebracht werden.

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