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Glashütte: Stadt verkauft Wohnanlage

Ein Bauunternehmer soll richten, was der Stadt nicht gelungen ist. Nicht alle Stadträte waren mit der Vergabe einverstanden.

Die Wohnanlage Am Hofeberg in Cunnersdorf bekommt einen neuen Besitzer. Die Uhrenstadt hat sie an einen Bauunternehmer verkauft.
Die Wohnanlage Am Hofeberg in Cunnersdorf bekommt einen neuen Besitzer. Die Uhrenstadt hat sie an einen Bauunternehmer verkauft. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Bewohner des Hofeberges im Glashütter Ortsteil Cunnersdorf bekommen einen neuen Vermieter. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, sich von der Wohnanlage zu trennen. Dass dieser Schritt zum Vorteil für das gesamte Ensemble ist, darüber herrschte Konsens. Diskussionen gab es hingegen zum Vergabevorschlag der Verwaltung. Nicht jeder Stadtrat konnte und wollte der Argumentation folgen.

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Der Hof gehörte einst der selbstständigen Gemeinde Reinhardtsgrimma. Eine umfassende Sanierung blieb über die Jahre aus. Bereits 2019 verständigte sich der Technische Ausschuss, dass sich Glashütte von der Anlage trennen sollte. Die dort lebenden Mieter wurden angehört, eine Ausschreibung vorbereitet.

"In der Ausschreibung wurden ausdrücklich zahlreiche, mit der Hausverwaltung und einer Rechtsanwaltskanzlei abgestimmte Regelungen zum Mieterschutz aufgenommen", erklärte Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) in der Sitzung. Im Sinne der Mieter sei auch darauf verzichtet worden, dass nicht der Höchstpreis bei der Vergabe ausschlaggebend sein solle. So sollte verhindert werden, dass die Anlage in die Hände von Spekulanten gerate, so der Bürgermeister. Vielmehr sollten die Bieter auch Referenzen und ein Sanierungskonzept vorweisen.

Am Ende der Ausschreibefrist waren vier Angebote eingegangen, die sich zwischen 130.000 und 161.000 Euro bewegten. Die Verwaltung sprach sich dafür aus, die Anlage an den Bauunternehmer Stefan Hahmann zu verkaufen. Der gab mit 150.000 Euro zwar nicht das höchste Angebot ab, so Dreßler. Allerdings bringe er Referenzen und Erfahrungen als Sanierer und Vermieter von Wohngrundstücken mit.

Unter anderem habe er bereits vor Jahren von der Kommune ein Gebäude in Reinhardtsgrimma erworben und erfolgreich saniert, so Dreßler. Hahmann legte nicht nur einen "realistischen Sanierungsplan" vor, er verfügt auch über ein Bauunternehmen, dass diesen realisieren kann. Aufgrund der aktuellen Marktlage werde es schwer, Unternehmen zu finden, erklärte Dreßler.

Dreßler verwies auf die Glashütter Feldstraße, wo es ähnlich lief. Auch dort habe ein regionales Bauunternehmen - hier war es die Firma Zimmermann aus Schlottwitz - zwei Wohnhäuser gekauft, saniert und danach vermietet.

Doch nicht jeder Stadtrat mochte der Argumentation folgen. Jörg Prasser erklärte, dass er daran zweifelt, ob alle Bieter die gleichen Informationen zum Gebäude erhalten haben. Dreßler erklärte, dass jeder die Informationen bekommen habe, die notwendig gewesen seien, um sich ein Bild von der Anlage zu machen.

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Stadtrat Ulf Jannasch (AfD) hatte noch weitere Fragen, die er gern nicht öffentlich besprechen wollte. Doch dazu kam es nicht, sein Antrag wurde mit Hinweis auf den Technischen Ausschuss, in dem die Vergabe besprochen wurde, mehrheitlich abgelehnt. Letztlich stimmte der Stadtrat mit elf zu fünf dafür, das Gebäude an Stefan Hahmann zu verkaufen. Zwei Räte enthielten sich ihrer Stimme.

Vor Abschluss des Notarvertrages soll sich Stefan Hahmann den Mietern vorstellen und deren Fragen beantworten. Dazu soll auch der Ortschaftsrat eingeladen werden, der sich im Vorfeld für den Verkauf an Hahmann ausgesprochen hatte.

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