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Glashütte setzt Kenia-Partnerschaft fort

Die Uhrenstadt arbeitet mit der Region Rusinga weiter zusammen. Im Stadtrat gab es allerdings einige Bedenken.

Eine Abordnung aus Glashütte besuchte Ende 2019 die Region Rusinga in Kenia. Mit dabei waren Stefan Graubner von der Kirchgemeinde Glashütte und Stadtrat Jörg Paulusch (Mitte).
Eine Abordnung aus Glashütte besuchte Ende 2019 die Region Rusinga in Kenia. Mit dabei waren Stefan Graubner von der Kirchgemeinde Glashütte und Stadtrat Jörg Paulusch (Mitte). ©  privat

Glashütte wird auch in den nächsten Jahren die kenianische Region Rusinga unterstützen. Der Stadtrat hat sich mit Mehrheit dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit fortzusetzen und Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) beauftragt, einen entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen.

Die Glashütter Partnerschaft mit der Region besteht bereits seit 2019 mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) erklärte, dass die Stadt von Anfang bestrebt war, praktisch zu helfen. Es solle keine Beziehung zwischen den Verwaltungen beider Kommunen werden. Um einschätzen zu können, wie man am besten helfen kann, arbeitete Uhrenstadt eng mit dem Verein Badilisha Rusinga Island aus Dippoldiswalde zusammen.

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Deren Mitarbeiter wissen, wo Hilfe sinnvoll und was zu tun ist, erklärte Stadtrat Jörg Paulusch (CDU), der die Region zusammen mit Bianca Braun vom Tourismusbüro Ende 2019 besucht hat. Zusammen mit den Vereinsmitgliedern stellte er sich den Fragen seiner Stadtratskollegen.

AfD-Fraktionschef Tilo Bretschneider bezweifelte, ob diese Entwicklungspartnerschaft etwas bringe. Er berief sich auf Studien, die den Sinn infrage stellten. Zudem erinnerte er daran, dass Glashütte dafür Steuergeld einsetzt. "Das ist das Geld anderer Leute". Die Verantwortung für solche Projekte sieht er bei Mäzenen und beim Bund.

Glashütte leistet Beitrag in der Entwicklungspolitik

Dreßler widersprach. Auch Kommunen sollten einen Beitrag in der Entwicklungspolitik leisten. Es sehe auch keinen Unterschied, ob Glashütte oder der Bund helfe. Beide Seiten setzten Steuergeld ein. Zudem sei der Beitrag, den Glashütte leistet, überschaubar. 2019 wurden zum Beispiel 10.000 Euro aufgebracht, um dem Verein zu unterstützen, in Rusinga eine Solaranlage zu errichten.

Man sei gern bereit, in Rusinga zu helfen, meinte Stadtrat Jörg Prasser (Wählervereinigung Zeitlos). "Und es ist sehr eindrucksvoll, was der Verein dort geleistet hat." Aber warum müsse man dazu einen Vertrag abschließen, fragt er. Man könnte die Zusammenarbeit wie gehabt fortsetzen.

Keine Summe festgeschrieben

Damit möchte man den Kenianern entgegenkommen, so Paulusch. Denen ist es sehr wichtig, dass so eine Partnerschaft mit einem Vertrag besiegelt und damit verbindlich wird. Glashütte komme aber damit nicht in Zugzwang, ergänzte Dreßler. Denn in Vertrag sei keine Summe festgeschrieben, mit der man helfen wolle. Das könne die Stadt von Jahr zu Jahr mit Blick auf die eigne finanzielle Lage entscheiden.

Vereinsmitglied Claudia Bruschke, eine studierte Afrikanistin, versicherte, dass die Hilfe dort auch gut angelegt ist. Denn in der Region gebe es weder ethnische noch religiöse Spannungen in der Bevölkerung. Die sei christlich geprägt. Ähnlich wie in Deutschland gebe es aber auch dort unterschiedliche Auffassung über politische Themen. Auch die Lage der Frauen habe sich in den letzten Jahren verbessert, erklärte sie.

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Am Ende gab eine große Mehrheit für den Vertrag, vier Räte votierten dagegen, zwei enthielten sich. In Rusinga dürfte die Entscheidung für freudige Gesichter gesorgt haben. Jörg Paulusch wurde in der Sitzung mehrmals über soziale Medien angefragt, wie die Abstimmung ausgegangen ist.

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