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Das sind die Pläne für Glashüttes Neustadt

Am Moritz-Großmann-Platz wird eine Galerie eingerichtet - samt einer bunten Fassade. Dann wird es nochmal spannend.

Pauline Domke, Alena Rathke und Martin Lessing (von vorn nach hinten) gestalten die Fassade des leer stehenden Wohn- und Geschäftshauses am Moritz-Großmann-Platz.
Pauline Domke, Alena Rathke und Martin Lessing (von vorn nach hinten) gestalten die Fassade des leer stehenden Wohn- und Geschäftshauses am Moritz-Großmann-Platz. © Karl-Ludwig Oberthür

Ohne Frage: Auch unsaniert ist das Wohn- und Geschäftshaus am Glashütter Moritz-Großmann-Platz ein Hingucker. Seit dieser Woche bleiben nun Einheimische und Besucher der Stadt vor dem Gebäude sogar stehen, um zu schauen, was sich da tut. Denn das Erdgeschoss bekommt einen neuen Farbanstrich. Die Idee stammt von Stadtplaner Martin Lessing. Der 32-Jährige packt zusammen mit Studierenden der Technischen Universität Dresden an, um die Idee auch zu realisieren.

Die "Verschönerungsaktion" begann am Montag und soll am Mittwoch abgeschlossen sein. Ein paar Tage später soll hier eine Ideenwerkstatt eröffnet werden. Hier werden Studenten der TU Dresden die städtebauliche Analyse von Glashütte und ihre Ideen vorstellen, wie die Glashütter Altstadt belebt werden kann und wie modernes Wohnen in einer neuen Neustadt aussehen könnte. Im Vorfeld hatten sie Glashütte mit anderen Städten verglichen, mit dabei waren Radeberg, Bischofswerda und Meißen - also Städte im Dresdner Speckgürtel.

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Projektsteuerin Martina Kasparetz-Kuhlmann, Glashüttes amtierender Bürgermeister Uwe Ahrendt (Grüne) und Tourismuschefin Bianca Braun vor der Galerie, die nächste Woche öffnet.
Projektsteuerin Martina Kasparetz-Kuhlmann, Glashüttes amtierender Bürgermeister Uwe Ahrendt (Grüne) und Tourismuschefin Bianca Braun vor der Galerie, die nächste Woche öffnet. © Karl-Ludwig Oberthür

Auf zwölf großen Plakaten werden die Ideen präsentiert, sagt Martina Kasparetz-Kuhlmann, deren Büro die Projektsteuerung "Glashütte Neustadt" innehat.

Von den Tafeln werde sich ein Kriterienkatalog ableiten lassen, was junge Menschen unter modernem Wohnen verstehen. Wie will ich arbeiten, wenn ich im ländlichen Raum lebe? Wie kann ich hier mobil sein? Wie ist die Anbindung an die Großstadt? Wie kann hier Kunst und Kultur stattfinden? Und wie stellt man sich Gemeinschaft vor?

Um die Leute in die Ausstellung zu locken, bekommt das Erdgeschoss eine farbige Fassade, die die Farbtöne der gegenüberliegenden Häuserfront aufnimmt, erklärt Martina Kasparetz-Kuhlmann. Die Studierenden werden auch die Fensteröffnung nutzen. Hier werden Details ihrer Pläne präsentiert.

Nach dieser Vorlage wird die Fassade gestaltet.
Nach dieser Vorlage wird die Fassade gestaltet. © Stadt Glashütte

Uwe Ahrendt, Glashüttes amtierender Bürgermeister, ist sich sicher, dass die Arbeiten der Studierenden auf reges Interesse stoßen. "Es sind sehr interessante Ideen entstanden", sagt er. So gibt es die Vision, eine Neustadt auf dem Hang zu bauen und diese mit einer Seilbahn mit der Altstadt zu verbinden. In einer anderen Arbeit wurde ein Hochhaus konzipiert, von dem man fast bis nach Dresden schauen kann. Es sei erstaunlich, wie viele Studierende sich für das Thema Glashütte-Neustadt interessiert haben, so Ahrendt, der selbst in der Lenkungsgruppe des Projektes mitarbeitet.

Die Galerie wird im Laufe der nächsten Monate umgebaut. Dann wird eine zweite Studierenden-Gruppe ihre Arbeiten vorstellen. Dort geht es um konkrete Projektplanung in Glashütte. "Wir streben an, in einen städtebaulichen Wettbewerb zu gehen", heißt es.

Es gibt keine festen Öffnungszeiten. "Zu bestimmten Anlässen werden wir die Galerie öffnen", sagt Martina Kasparetz-Kuhlmann. Die Galerie wird zunächst für ein Jahr geöffnet bleiben. Glashütte und der Lenkungsausschuss bemühen sich, eine Anschlussförderung für das Projekt zu erhalten.

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Die Ideen-Galerie-Nr. 1 wird am 14. Juli im Objekt Moritz-Großmann-Platz 3 eröffnet. In der ersten Stunde werden geladene Gäste empfangen, zwischen 16 und 18.30 Uhr können sich dann alle Interessierten umschauen.

Für die Untersuchung dieser Vision hat die Stadt ein Preisgeld im Rahmen des Wettbewerbs SIMUL+ gewonnen. Ein entsprechender Vertrag mit Staatsminister Thomas Schmidt (CDU) wurde im Juni 2020 unterzeichnet.

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