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Glashütte: Huckelpiste verschwindet

In und um die Uhrenstadt warten einige Straßen auf eine Erneuerung. Doch diese kommt nur schleppend voran.

Die marode Kreisstraße zwischen Reinhardtsgrimma und Hirschbach bekommt eine neue Straßendecke. Dazu muss sie aber voll gesperrt werden.
Die marode Kreisstraße zwischen Reinhardtsgrimma und Hirschbach bekommt eine neue Straßendecke. Dazu muss sie aber voll gesperrt werden. © Egbert Kamprath

Hier reiht sich Flicken an Flicken. Die Straße zwischen Hirschbach und Reinhardtsgrimma dürfte zu den schlechtesten Kreisstraßen im Osterzgebirge gehören. Das soll sich bald ändern. Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) kündigte am Rande der jüngsten Stadtratssitzung an, dass Arbeiten vorgesehen sind.

Demnach plant die Kreisverwaltung eine Deckensanierung. Martina Aurisch, Leiterin des Straßen- und Hochbauamtes, bestätigt das. Die Straßendecke soll in der Zeit zwischen dem 9. August bis 6. September erneuert werden. Der Auftrag dazu ist bereits ausgeschrieben, in den nächsten Tagen werden die Angebote ausgewertet. Wenn es zur Sanierung kommt, werde die Straße voll gesperrt. Hirschbachs Ortsvorsteher Jörg Paulusch (CDU) freut sich trotzdem und dankte Dreßler, dass dieser bei dem Thema nicht lockergelassen habe. Auf diese Nachricht habe man lange gewartet.

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Für alle anderen Straßenbauprojekte im Glashütter Stadtgebiet sieht es hingegen nicht so gut aus, erklärte Dreßler. Zum Stand der Maßnahmen im Einzelnen:

Prießnitztalstraße in der Warteschleife

Die Prießnitztalstraße auf Höhe des Glashütter Sportplatzes soll erneuert werden und eine neue Stützwand bekommen. Seit 2019 bemühen sich Stadt und Kreis um eine Finanzierung dieses Vorhabens. Ein Antrag dazu wurde abgegeben, sagt Dreßler.

Doch das Vorhaben hängt in der Warteschleife. Nach Informationen des Landratsamtes will das zuständige Wirtschaftsministerium die Förderkriterien für den kommunalen Straßenbau ändern. "Geplant sind wesentlich geringere Fördersätze", so Amtsleiterin Aurisch. Das heißt: Stadt und Kreis werden wohl mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Erst wenn das möglich ist, könnten die Arbeiten ausgeschrieben. Wann gebaut wird, ist ungewiss.

Ortsdurchfahrt Hirschbach in Planung

Die Ortsdurchfahrt Hirschbach soll nach den Plänen des Landratsamtes zwischen 2024 und 2025 erneuert werden und einen Gehweg bekommen. So sieht es die derzeitige Finanzplanung der Kreisverwaltung vor, sagt Amtsleiterin Aurisch. Eigentlich sollte schon eher gebaut werden, sagt Dreßler. Doch derzeit ist die Eigenmittelsituation im Kreis angespannt, sagt Dreßler, der auch Kreisrat ist. Hinzukomme, dass der Freistaat momentan keine Fördermittelanträge annimmt, weil er die Vorschriften dazu verändert. Erst wenn eine klare Förderstrategie des Freistaates vorliegt, können verbindliche Investitionspläne erarbeitet werden, so Aurisch. Die Genehmigungsplanung liege vor.

Entlang der Ortsdurchfahrt in Hirschbach soll ein neuer Gehweg entstehen, auch eine Erneuerung der Straße von Grund auf ist in Planung. Wann gebaut wird, ist noch offen.
Entlang der Ortsdurchfahrt in Hirschbach soll ein neuer Gehweg entstehen, auch eine Erneuerung der Straße von Grund auf ist in Planung. Wann gebaut wird, ist noch offen. © Egbert Kamprath

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Ortsdurchfahrt Johnsbach muss warten

Der erste Teil der Johnsbacher Ortsdurchfahrt wurde bereits erneuert. Nun wird ein weiterer Abschnitt geplant. Voraussichtlich Ende 2021 soll die Entwurfsplanung, an er Kreis und Stadt arbeiten, vorliegen. Der Kreis plant, hier 2023 und 2024 zu bauen. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob Fördermittel fließen und der Eigenanteil bereitgestellt werden kann, so Martina Aurisch. Hinzukommt, dass dieses Vorhaben erst nach der Erneuerung der Prießnitztalstraße angepackt werden kann. Ein paralleles Arbeiten ist nicht möglich, weil einige Johnsbacher Grundstücke nicht erreichbar wären.

Glashütte möchte die Straße zum Kindergarten erneuern. Um schneller voranzukommen, hofft die Uhrenstadt auf Geld von der EU.
Glashütte möchte die Straße zum Kindergarten erneuern. Um schneller voranzukommen, hofft die Uhrenstadt auf Geld von der EU. © Egbert Kamprath

Keine Förderung für Straße zum Kindergarten

Auch der Ausbau der Straße zum Glashütter Kindergarten steckt in der Warteschleife. Obwohl Glashütte bereits 2019 eine Förderung beantragt hat, geht Bürgermeister Dreßler davon aus, dass diese auch 2021 nicht bewilligt werden. Dem Freistaat fehle das Geld. Nach seinen Informationen soll es im Bereich des Straßenbaus 120 Millionen Euro sein. Um doch noch zügig bauen zu können, hat sich Glashütte auch um eine Förderung aus dem EU-Programm Leader bemüht. Auch hier stehe zu wenig Geld zur Verfügung. Deshalb gibt es nur geringe Chancen, dass man 2022 zu Zuge kommt.

Die Brücke an der Reinhardtsgrimma wird in diesem Jahr erneuert.
Die Brücke an der Reinhardtsgrimma wird in diesem Jahr erneuert. © Egbert Kamprath

Brücke in Reinhardtsgrimma wird gebaut

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Die Arbeiten an der Straße werden 2021 fortgesetzt. Bis dahin sollen noch Wasserleitungen verlegt werden.

Gute Nachrichten gibt es dann doch noch für Reinhardtsgrimma. Hier kann die Brücke an der Gartenstraße erneuert werden. Das Vorhaben ist finanziell abgesichert, so Dreßler. Zum Einsatz komme Geld, dass der Freistaat über die sogenannte Instandhaltungspauschale zur Verfügung stellt.

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