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Glashütte: Umbau des "Goldenen Glases" wird teuer

Erste Kostenschätzungen für die Sanierung als Vereinshaus liegen vor.

Die ehemalige Gaststätte Goldenes Glas ist ein Kandidat für ein Vereinshaus in Glashütte. Allerdings gibt es jetzt auch einen privaten Interessenten.
Die ehemalige Gaststätte Goldenes Glas ist ein Kandidat für ein Vereinshaus in Glashütte. Allerdings gibt es jetzt auch einen privaten Interessenten. © Egbert Kamprath

Wenn das frühere Gasthaus "Goldenes Glas" zu einem Vereinshaus umgebaut werden würde, wird es für die Stadt Glashütte nicht ganz billig. Das erklärte Markus Dreßler, der bis Ende Juni Bürgermeister in Glashütte war, in seiner letzten Stadtratssitzung. Dort stellte er eine Untersuchung des Architekturbüros KKS aus Dresden vor.

Dieses untersuchte drei Varianten, wie das bisherige Gasthaus umgebaut werden könnte. Grundlage war ein Nutzungskonzept, das der Ortschaftsrat Glashütte unlängst vorgelegt hatte. "In allen drei Varianten besteht ein noch umfassender Abstimmungsbedarf mit der Denkmalschutzbehörde, da Eingriffe in die Struktur des Gebäudes erfolgen müssen", so Dreßler. Diese würden nur mit sehr hohen Aufwendungen denkmalgerecht kompensiert werden. Je nach Ausbaugrad würden auf die Stadt recht unterschiedlich hohe Kosten zukommen.

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Drei Ausbau-Varianten:

  • Variante 1: Für 316.000 Euro könnte das Gebäude teilinstandgesetzt werden. Der Keller und der frühere Kinosaal blieben dabei unangetastet. Es würde eine Nutzfläche von 611 Quadratmeter entstehen.
  • Variante 2: Würde die Stadt eine komplette Sanierung mit Saal in Angriff nehmen, würde das rund 2,98 Millionen Euro kosten. In dieser Variante würde auch der Keller saniert und das Haus einen Aufzug bekommen. Es entstünde eine 1.200 Quadratmeter große Nutzfläche.
  • Variante 3: Rund 3,34 Millionen würde es kosten, um das Gasthaus zu sanieren, den alte Saal abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Auch hier gäbe es einen sanierten Keller und einen Aufzug. Es würde eine 1.000 Quadratmeter große Nutzfläche entstehen.

Dreßler gab zu bedenken, dass nur ein Teilbereich des Gebäudes untersucht wurde und deshalb offen ist, welche Kosten dort perspektivisch anfallen. Die Stadträte sollten zudem auch vor Augen haben, dass das Gebäude von Wohnhäusern umgeben ist. Wegen möglicher Lärmbelästigungen müsste das Vorhaben mit der Immissionsschutzbehörde abgestimmt werden. Das könnte zu Auflagen und eingeschränkten Nutzungszeiten führen, so der Rathauschef.

Eigentlich wollte er in der Sitzung auch darüber abstimmen lassen, dass die Stadt ihr Vorkaufsrecht nicht wahrnimmt. Denn es gibt einen potenziellen Investor aus der Region, der das Gebäude kaufen, sanieren und zu einem Wohn- und Geschäftshaus umbauen möchte. In diesem Fall sollte man privatem Engagement den Vortritt lassen. Die Stadt sollte dieses unterstützten, so Dreßlers Vorschlag.

Doch dieser fiel durch. Der Stadtrat wollte nicht übers Dreßlers Beschlussvorlage abstimmen. Eine Mehrheit im Stadtrat folgte vielmehr dem Vorschlag von Dreßlers Stellvertreter Uwe Ahrendt (Grüne). Er beantragte, den Tagesordnungspunkt abzusetzen und zunächst das Gespräch mit dem potenziellen Investor zu suchen. Auch der Technische Ausschuss sollte angehört werden. Die Entscheidung zur Zukunft des Gebäudes sollte dem neuen Bürgermeister überlassen werden, der voraussichtlich zum Ende des Jahres die Amtsgeschäfte übernehmen wird. Ahrendts Vorschlag erhielt eine satte Mehrheit. Es gab nur zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung.

Dreßler reagierte prompt: Nach der Abstimmungsniederlage nutzte er sein Recht als Bürgermeister, um - wie anfangs geschrieben - den Stadträten und den etwa 16 Gästen die Grundzüge der bisherigen Untersuchungen vorzustellen.

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Zudem wies er auch auf die Möglichkeiten, die die Glashütter bereits jetzt als Treffs haben: die Turnhalle, das Schützenhaus und den Mehrzweckraum und die Vereinsräume im Fiebig-Haus. Schlottwitz als großer Ort habe nur die Begegnungsstätte Boot. Außerdem organisierte die Stadt schon jetzt ein breites Programm, das von der Krabbelgruppe über Konzerte bis zur Seniorenarbeit reiche und das sich in den vorhandenen Gebäuden abspiele.

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