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Windräder: Glashütte will mitverdienen

Ein Dresdner Unternehmen plant drei große Anlagen im Norden des Stadtgebietes. Auch Ortsteile sollen etwas davon haben.

Noch stehen fünf Windkraftanlagen zwischen Cunnersdorf, Schlottwitz und Hausdorf. Ein Dresdner Unternehmen möchte dort neue Anlagen bauen.
Noch stehen fünf Windkraftanlagen zwischen Cunnersdorf, Schlottwitz und Hausdorf. Ein Dresdner Unternehmen möchte dort neue Anlagen bauen. © Egbert Kamprath

Im Glashütter Ortsteil Hausdorf sollen drei neue, hohe Windkraftanlagen entstehen. Am wirtschaftlichen Gewinn dieser Anlagen möchte die Stadt Glashütte beteiligt werden. Man sei dazu in Verhandlungen mit dem Investor, dem Unternehmen VSB Neue Energien Deutschland, getreten, informierte Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung. Möglich machen das die neuen gesetzlichen Regelungen, die seit Anfang dieses Jahres gelten.

Diese sehen vor, dass die Gemeinden, die sich im Umkreis von 2,5 Kilometern der Anlagen befinden, pro erzeugter Kilowattstunde 0,2 Cent erhalten können. "Auf Grundlage der derzeitigen Kalkulation könnte die Stadt Glashütte mit einem jährlichen Ertrag von 40.000 bis 50.000 Euro rechnen", so Dreßler. Bei einer Laufzeit von über 20 Jahren wäre es rund eine Million Euro.

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Ortsteile sollen Anteil erhalten

"Der Betreiber ist bereit, die Beteiligung zur Verfügung zu stellen", so Dreßler. Am Entwurf einer solchen Vereinbarung werde bereits gearbeitet. Diese wolle er in einer der nächsten Stadtratssitzungen vorstellen und beraten lassen. Dort will die Verwaltung auch vorschlagen, dass "ein Anteil von 50 Prozent der Mittel konkret für die beiden den Windkraftanlagen am nächsten liegenden Ortsteile Cunnersdorf und Schlottwitz vorgesehen ist", ergänzte er.

Derzeit stehen zwischen Hausdorf, Cunnersdorf und Schlottwitz fünf Windkraftanlagen. Das Dresdner Unternehmen VSB Neue Energien Deutschland möchte sie abreißen und durch drei neue Anlagen ersetzen. Geplant sind ein 166 Meter hohes Windrad und zwei 112 Meter hohe Anlagen. Das Große wird eine Leistung von 5.600 Kilowatt haben und könnte es fast mit dem Dresdner Fernsehturm aufnehmen. Denn wenn beim Umlauf einer der Flügel senkrecht nach oben zeigt, kommt es auf 247 Meter. Das sind nur fünf Meter weniger als der Fernsehturm. Die Pläne dazu stellte das Unternehmen bereits im Glashütter Stadtrat vor, der dazu damals in Hausdorf tagte.

Der Investor begründete den geplanten Austausch mit dem Alter des Windparks. Dieser sei vor mehr als 20 Jahren errichtet worden. Über all die Jahre war die Technik enormen Kräften und Belastungen ausgesetzt, heißtß es. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, dass die Kosten für Wartung und Reparaturen größer werden als der Nutzen.

Zudem sind nun neue Anlagen auf dem Markt, die laut VSB effizienter und leiser sind. Sie würden sich wesentlich langsamer drehen und wirkten dadurch auch ruhiger, erklärte der Projektentwickler in einem Gespräch mit der Sächsischen Zeitung.

Stadtrat will Höhe begrenzen

An der Höhe der Anlagen gab es in letzter Zeit immer wieder Kritik - auch aus den Reihen des Stadtrates. Im April hatte der Stadtrat mit Mehrheit gegen den Willen der Verwaltung beschlossen, eine Höhenbeschränkung in den in Arbeit befindlichen Flächennutzungsplan aufzunehmen. Demnach dürfte kein Bauwerk - also auch kein Windrad - entstehen, das höher als 99 Meter ist, so die Forderung aus dem Stadtrat.

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Mit großer Mehrheit beschließt der Stadtrat eine Höhenbegrenzung. Bürgermeister und Bauamtsleiter sind dagegen. Sie warnen vor den Folgen.

Dreßler warnte die Räte davor und verwies auf Stellungnahmen des Landratsamtes Pirna und des Regionalen Planungsverbandes. Demnach ließen sich aus dem Antrag, der von Ortschaftsräten aus Glashütter Ortsteilen vorgebracht wurde, "keine städtebaulichen Gründe" beziehungsweise "aus der lokalen Situation heraus" keine spezifischen Gründe für eine solche Begrenzung" finden. Die Aufnahme der Höhenbeschränkung werde den Flächennutzungsplan in Teilen rechtswidrig machen, hieß es.

Wie das Verfahren ausgeht, ist noch offen. Zwar hat der Stadtrat die Höhenbegrenzung aufgenommen, den Flächennutzungsplan hat er aber noch nicht beschlossen.

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