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Glashütte: Dreßlers letzte Ratssitzung

Der Rathauschef wechselt nach Pirna. In seiner letzten Sitzung schonte er sich nicht. Dennoch: Die Fronten im Rat blieben verhärtet.

Zur konstituierenden Sitzung des Glashütter Stadtrates - hier im Foto - war noch nicht absehbar, wie sich das Verhältnis zwischen einzelnen Räten und dem Bürgermeister entwickeln wird.
Zur konstituierenden Sitzung des Glashütter Stadtrates - hier im Foto - war noch nicht absehbar, wie sich das Verhältnis zwischen einzelnen Räten und dem Bürgermeister entwickeln wird. © Egbert Kamprath

Mit bissigen Diskussionen endete am Dienstagabend die Ära von Bürgermeister Markus Dreßler im Glashütter Stadtrat. Doch bevor diese begannen, nutzte sein Stellvertreter, Grünen-Stadtrat Uwe Ahrendt, die Gelegenheit, kurz Abschied zu nehmen. Er übergab Blumen und eine Flasche Sekt und hielt eine kurze Rede.

Nun sei Zeit für etwas Neues - die Stadt bekommt einen neuen Bürgermeister, Markus Dreßler steht vor neuen Herausforderungen in Pirna, sagte Ahrendt. Dort werde er als Beigeordneter im Rathaus arbeiten.

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Der Wechsel kommt offenbar zu richtigen Zeit. Denn das Verhältnis zwischen Dreßler und einem Teil der Stadträte ist schwierig geworden. Das zeigte sich zu Beginn in den Diskussionen um die Tagesordnung. Dreßler, der versprach auch zur letzten Sitzung Vollgas geben zu wollen, wurde gleich zweimal ausgebremst.

Stadträte ändern Tagesordnung

Zunächst forderte Jörg Eichler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma), das Thema Flächennutzungsplan zu verschieben. Er sei erst bereit darüber zu beraten, wenn die geplante Fotovoltaikanlage komplett gestrichen sei.

Dreßler lehnte es ab und wollte erst im Laufe der Sitzung darüber beraten. Doch dazu kam es nicht. Eine Mehrheit der Stadträte (zehn zu sieben für Eichels Antrag) folgte Eichlers Antrag - für Dreßler ein Déjà-vu. Denn so ähnlich lief die Abstimmung bereits in der vergangenen Sitzung.

Danach beantragte Ahrendt, das Thema Glashütter Vereinshaus von der Tagesordnung zu nehmen, um das dem neuen Bürgermeister zu überlassen. Dem folgte der Stadtrat mit großer Mehrheit bei nur zwei Gegenstimmen.

Dreßler wiederum nutzte - etwas trotzig - sein Recht als Bürgermeister, um zumindest über die Ergebnisse einer Studie zum Vereinshaus zu berichten und den Räten die Bedenken der Verwaltung mit auf den Weg zu geben.

Beobachter staunten über die Atmosphäre. Insider hatten das erwartet, da es in den letzten Sitzungen ähnlich zuging. Denn bei aller Anerkennung für die Leistungen Dreßlers, vorausschauend zu planen, Fördermittel zu beschaffen und große Bauprojekte zu stemmen, vermissten sie zumindest dies: Als Bürgermeister hätte Dreßler mehr moderieren müssen.

Zudem tat er sich schwer, im Vorfeld persönlich auf Kritiker zuzugehen. Manch einer meint, ihm falle es schwer, andere Meinungen zu akzeptieren. So die Vorwürfe.

Etwas versöhnlich wurde es am Ende der Bürgerfragestunde, in der sich einige Bürger in Namen von Ortschaftsräten, Vereinen und Feuerwehren von Dreßler verabschiedeten und Geschenke übergaben. Im Laufe der Sitzung gab es dann immer wieder spitze Bemerkungen, sowohl von Dreßler, als auch von einigen Räten.

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Dreßler, der keine Rede vorbereitet hatte, nutze am Ende der Sitzung die Gelegenheit, um sich zu verabschieden. Er sei stolz auf das Erreichte. Er wisse, dass er ungeduldig sei und damit manchen nerve. Seine Leistungen solle man bewerten, wenn sich der Nebel der Diskussionen gelegt habe. Er bedankte sich, dass er in Glashütte Bürgermeister sein konnte und wünschte der Stadt alles Gute. Dafür gab es dann auch Applaus.

Am Ende wurde dann doch noch ein wenig gefeiert. Uwe Ahrendt hatte ein kleines Buffet für die Stadträte bestellt.

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