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Globus-Entscheid kommt in den Stadtrat

Nach langer Diskussion vertagt der Bauausschuss die endgültige Abstimmung über den umstrittenen Supermarkt.

© Kretschmar+Dr. Borchers/Freie Architekten

Tobias Winzer

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Voraussichtlich im März entscheidet sich, ob das Unternehmen Globus mit den Feinplanungen für seinen Supermarkt am alten Leipziger Bahnhof starten kann. Der Bauausschuss hob die für gestern angesetzte endgültige Abstimmung in das höhere Gremium, den Stadtrat. Dieser tagt im kommenden Monat wieder.

Die Globus-Entwürfe

Wie sich in der gestrigen, gut zweistündigen Debatte zeigte, ist dort ein äußerst knappes Votum zu erwarten. Während die CDU als größte Fraktion dem Vorhaben zustimmt und es SPD sowie Grüne ablehnen, sind Linke, Bürgerfraktion und FDP noch unentschieden. „Wir haben uns noch keine abschließende Meinung gebildet“, sagte FDP-Stadtrat Matteo Böhme. Allerdings entscheidet der Stadtrat im März noch nicht über den Baustart. Sollte er zustimmen, würde das Vorhaben offengelegt, sodass beispielsweise Anwohner ihre Bedenken schriftlich einreichen können. Anschließend stimmt der Stadtrat noch einmal über das Projekt ab.

Globus will auf dem Grundstück einen Supermarkt mit 8.800 Quadratmetern errichten. Außerdem sollen die historischen und vom Verfall bedrohten Bahnhofsgebäude saniert und zu Läden umgebaut werden. Dadurch erhöht sich die Einzelhandelsfläche auf 12.000 Quadratmeter. Tausend Parkplätze sind geplant. 60 Millionen Euro soll das alles kosten. Die Gegner des Projekts bemängeln, dass das Vorhaben gegen verschiedene vom Stadtrat beschlossene Stadtentwicklungskonzepte verstößt. Außerdem werden an der Leipziger Straße Staus erwartet.

Auch der Eigentümer des Nachbargrundstücks scheint wenig begeistert von dem Millionenprojekt. „Es schränkt unser geplantes Vorhaben erheblich ein“, sagt der Geschäftsführer des Hamburger Immobilienunternehmens Procom Invest, Dennis Barth. Seinen Angaben nach hat Procom ein 65.000 Quadratmeter großes Grundstück östlich des Globus-Areals gekauft. Nun sollen dort 370 Wohnungen entstehen. „Eine Nahversorgung hätte ich schon gern in der Nähe“, sagte Barth. „Aber nicht in der Größe wie Globus sie plant.“ Für ihr Projekt hat Procom im vergangenen Sommer bei der Stadt einen Antrag auf einen Bebauungsplan gestellt. Wann es losgeht, ist aber noch offen. Sollte sich die Stadt für das Globus-Projekt entscheiden, behält sich Barth rechtliche Schritte vor. „Wir werden uns ansehen, wie es mit dem Globus-Vorhaben weitergeht und dann entscheiden, wie wir damit umgehen.“

Unterdessen spricht sich auch der Wirtschaftsverein Pro Dresden gegen das Globus-Projekt aus. „Wir führen keine Kampagne gegen Globus“, sagte Geschäftsführer Klaus Birke. „Aber wir sind dafür, dass die bisherigen Konzeptionen für die Fläche umgesetzt werden.“ Stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist übrigens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).