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Glück für Goethe und Herder

Zwei Straßen aus dem Nieskyer Dichterviertel schaffen es auf die Prioritätenliste. Hier soll noch 2018 gebaut werden.

© André Schulze

Von Thomas Staudt

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Niesky. Das klingt fast ein bisschen exklusiv: Dichterviertel. Tatsächlich sind die meisten Häuser in dem im „Nieskyer Westend“ gelegenen Viertel gut in Schuss. Im krassen Gegensatz dazu stehen viele Straßen. Einige sind nicht einmal befestigt. In der Goethe- oder der Herderstraße reiht sich Schlagloch an Schlagloch. Wer seine Ferien gern an der Mecklenburgischen Seenplatte verbringt, fühlt sich hier wie im Urlaub , sobald es zu regnen anfängt. Nun ist Schluss damit.

Die beiden Straßen haben es auf die überarbeitete Prioritätenliste für Straßenbauarbeiten geschafft. Am Montag stellte Enrico Bachmann von der Tiefbauverwaltung die Liste im Technischen Ausschuss vor. Sie berücksichtige alle geplanten Eingriffe der Medienträger Stadtwerke, Enso und Telekom sowie des Kabelnetzbetreibers Telekolumbus. Um Kosten zu sparen, setzt die Stadt auf Gemeinschaftsmaßnahmen und schließt Straßenerneuerungen an Tiefbauarbeiten der Medienträger an. So plant der Gasversorger Enso die Erneuerung einer Leitung in der Goethestraße. Die Anwohner wurden für Ende des Monats zu einer Informationsveranstaltung ins Wachsmannhaus eingeladen.

Die Kosten liegen bei 266 000 Euro für die Herder- und 646 000 Euro für die Goethestraße. Eine Gemeinschaftsmaßnahme für beide Straßen biete sich an, hatte Bachmann schon früher geäußert, da sie nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft liegen, sondern auch strukturell zusammenhängen, bei der Entwässerung etwa.

Der dritte Gewinner, wenn man so will, ist die Neuhofer Straße. Dort stehen ohnehin Eingriffe wegen des Tunnelbaus an der „Krone“ im Zusammenhang mit den Bauarbeiten für die Niederschlesische Magistrale an. Voraussichtlich wird eine Stützwand erforderlich, weil die Bahnanlagen erheblich höher liegen als das Straßenniveau. Die Stadt will den Bereich diesseits und jenseits des Tunnels – in der Neuhofer Straße bis zur Einmündung der Forster Straße – grundhaft ausbauen und parallel einen neuen Gehweg schaffen. Die Kosten liegen hier bei 235 000 Euro. Die Aussichten stehen nicht schlecht, dass 70 Prozent davon gefördert werden.

Durch die zwei beziehungsweise drei Baumaßnahmen könnten andere Vorhaben in die nächsten Jahre rutschen. Was tatsächlich noch 2018 realisiert wird, ist im Fluss. Die Liste sei ein lebendiges Produkt, so Bachmann.

Von den Zuweisungen der Landesregierung für den Bereich Straßeninstandsetzung zeigte er sich enttäuscht. Angekündigt sind 190 000 Euro an Fördermitteln (städtischer Eigenanteil: 209 000 Euro). „Das sind gerade mal tausend Euro mehr als im vorigen Jahr.“ Nach den Ankündigungen des neuen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) hatte sich auch Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann mehr versprochen. „Wir können nur hoffen, dass die Finanzausstattung der Kommunen wirklich verbessert wird.“ Bisher sei allerdings noch nichts angekündigt. Aber, so fügte Hoffmann hinzu, man wisse ja nicht, was Dresden noch in der Schublade habe.