merken

Glücksspiel mit gestohlenem Geld

Eine Freitalerin soll mit der EC-Karte eines Heimbewohners über 4.000 Euro verspielt haben.

Von Andrea Schawe

Glücksspiel kann süchtig machen – unter diesem Motto könnte der Fall einer 35-jährigen Freitalerin stehen, der vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde verhandelt wird. Die Angeklagte Kathrin O. soll mit einer gestohlenen EC-Karte über 4.000 Euro an einem Automaten in einer Spielothek auf der Dresdner Straße abgehoben haben. Sie muss sich wegen Diebstahls verantworten.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Der Angeklagten wird vorgeworfen, im Oktober 2012 die EC-Karte eines Pflegeheim-Bewohners gestohlen zu haben. O. arbeitete zu der Zeit in dem Haus auf der Südstraße als Krankenschwester. So sei die Geldkarte verschwunden, während der Bewohner zu einer Behandlung im Krankenhaus war. „Karte und Pin hatte er im Krankenhaus nicht dabei, er verwahrte sie in seinem Zimmer im Heim“, sagte die Tochter des Geschädigten als Zeugin. Sie habe die Vorsorgevollmacht und so Einsicht in das Konto des 79-Jährigen. Während ihr Vater im Krankenhaus war, sind ihr Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Insgesamt wurde 59-mal Geld abgehoben – immer am gleichen Automaten in der Spielothek, immer Beträge zwischen 30 und 100 Euro. Alle Taten sind in der Anklage penibel aufgelistet.

Die Zimmer der Bewohner in dem Pflegehaus seien immer abgeschlossen, wenn die Bewohner nicht anwesend sind, sagte der Geschäftsführer vor Gericht. Das Pflegepersonal habe aber mit einem Sicherheitsschlüssel zum Schrank im Dienstzimmer Zugang zu den Schlüsseln. Kathrin O. habe zur mutmaßlichen Zeit des Diebstahls Dienst gehabt, so der Zeuge. „Sie arbeitete von 12.30 bis 21 Uhr.“ Allerdings gibt es widersprüchliche Einsatzpläne: In einem habe sie um 21 Uhr Dienstschluss, in dem anderen erst 22.30 Uhr. Die erste Abbuchung wurde laut Anklage kurz nach 22.30 Uhr registriert. Die Angeklagte soll den Plan gefälscht haben, damit sie entlastet werde. Sie sei schon vorher im Heim durch Diebstähle aufgefallen. „Sie hat sich das Vertrauen der Bewohner erschlichen“, so der Geschäftsführer. O. habe ihn auch angerufen, nachdem ihre Wohnung von der Polizei durchsucht wurde. „Sie sagte, dass sie die Karte gestohlen habe und sich dafür entschuldigt“, so der Zeuge. Allerdings gebe es keine Beweise für dieses Telefonat, die Verbindungsdaten seien gelöscht. Bei der Durchsuchung wurde die Karte nicht gefunden, berichtete ein Beamter der Kripo vor Gericht. Die Angeklagte habe aber gegenüber einer anwesenden Beamtin eingeräumt, die Karte gestohlen und zerstört zu haben.

Auch, ob O. zur Zeit der Abbuchungen in der Spielothek war, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Eine Mitarbeiterin bestätigte zwar die Angeklagte zu kennen, weil sie sich oft in der Spielothek aufhielt. Allerdings war die Zeugin zur mutmaßlichen Tatzeit nicht im Laden. Um genaue Details zu klären, sollen am 7. Oktober weitere Zeugen befragt werden.