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Göda fängt die Sonne ein

In der Gemeinde sollen gleich zwei Solarparks entstehen. An der A 4 und an der Bahnlinie wollen Investoren Module aufstellen.

© dpa

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Göda. An zwei Standorten in der Gemeinde Göda soll künftig die Sonne angezapft werden. Zwei Investoren wollen Solarparks errichten, um Strom zu erzeugen und ins öffentliche Netz einzuspeisen. Der Gemeinderat hat den Plänen jetzt erst einmal grundsätzlich zugestimmt. Demnächst werden die Entwürfe der Bebauungspläne ausgelegt. Dann können die Bürger Einsicht nehmen und ihre Hinweise dazu abgeben. Aber auch verschiedene Behörden haben noch ein Wort mitzureden.

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© SZ-Grafik: Sylvia Tietze

Prischwitz: Solarpark an der Autobahn

An der Planung für Prischwitz wird schon länger gefeilt. Dort will ein Landeigentümer auf einer etwa drei Hektar großen Fläche am Ortsrand einen Solarpark errichten. Es handelt sich um ein Dreieck zwischen Autobahn und der Kreisstraße, die von Prischwitz nach Pietzschwitz führt. Bereits vor zwei Jahren war der Investor an die Gemeinde herangetreten, um grünes Licht für seinen Plan zu bekommen.

„Es gab ziemlich viel Klärungsbedarf“, begründet Gödas Bürgermeister Gerald Meyer (parteilos), warum es so lange gedauert hat, bis die Idee nun erneut auf den Tisch des Gemeinderates kam. So wurden bereits verschiedene Behörden angehört. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob die landwirtschaftliche Fläche überhaupt für diesen Zweck genutzt werden darf. „Das Feld lässt sich aufgrund seiner Lage schlecht bewirtschaften“, weiß Meyer, warum dort künftig Photovoltaikmodule stehen sollen. Auch die geforderten Abstände zur Straße und zur A 4 waren ein schwieriges Thema. Nun müssen 20 Meter zur Autobahn und zehn Meter zur Kreisstraße eingehalten werden. Auch die Zufahrt, ursprünglich von der Kreisstraße aus geplant, musste an die Gemeindestraße verlegt werden. Und auf eine Ungewissheit muss sich der Bauherr einlassen: Sollten irgendwann die Pläne zum Ausbau der A 4 konkret werden, müsste er dafür Platz machen und die Module, die maximal drei Meter hoch sein dürfen, wieder abbauen.

Solange sie aber stehen, sollen sie keine negativen Auswirkungen für die Anwohner haben. Das hätten Geräusch- und Blendgutachten ergeben, erläuterte Planerin Heike Menzel vom Bautzener Planungsbüro Panse vorm Gemeinderat. Auch die Behörden hätten diesbezüglich keine Einwände gegen das Vorhaben.

Seitschen: Solarpark an der Bahnlinie

Nur etwa halb so groß wie die Fläche bei Prischwitz ist ein Areal an der Bahnlinie bei Seitschen, auf dem ebenfalls ein Solarpark entstehen soll. Es handelt sich um eine Wiese neben dem Gewerbepark am Bahnhof. Wie Planer Manfred Neidl erklärte, standen dort einst landwirtschaftliche Gebäude, die aber bereits abgerissen wurden.

An diesem Standort will ein im bayerischen Ingolstadt ansässiges Unternehmen investieren und eine 750-Kilowatt-Anlage errichten. Denn nur bis zu dieser Größenordnung gibt es laut Erneuerbare-Energien-Gesetz jetzt noch eine feste Einspeisevergütung. Für größere Anlagen fällt die Vergütung mittlerweile geringer aus. Zudem kommen deren Betreiber überhaupt nur in den Genuss einer Förderung, wenn sie sich bei einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur gegen Mitbewerber durchsetzen können.

Ausblick: So geht es jetzt weiter

Die Gemeinde befürworte den Bau von Photovoltaikanlagen, um umweltfreundlich Energie zu erzeugen, sagt Bürgermeister Meyer. „Wir haben da noch Nachholbedarf“, findet er, „obwohl wir Energiedorf sind.“ Bisher gibt es noch keine Solarparks, sondern nur Anlagen auf Dächern, zum Beispiel auf Wohnblocks an der Gartenstraße und auf der ehemaligen Milchviehanlage in Kleinförstchen. 2008 hatte sich Göda an einem bundesweiten Wettbewerb zum Thema Energieeffizienz beteiligt. Daraus entwickelten sich verschiedene Aktivitäten in Sachen Energiesparen und Nutzung erneuerbarer Energien. „Ich möchte das wieder ein bisschen aufleben lassen“, sagt Meyer. Daher begrüße er die Pläne der beiden Solarpark-Investoren.

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Die kommen nun auf den Prüfstand bei Behörden und Bürgern. Die Planung für den Standort Prischwitz soll ab 11. Dezember im Gemeindeamt ausliegen. Bis 26. Januar können dann Hinweise dazu abgegeben werden, über die anschließend der Gemeinderat entscheiden muss. Das soll möglichst bis Frühjahr erledigt sein. Dann könnte der Investor loslegen. Für Seitschen gibt es laut Bürgermeister derzeit noch keinen detaillierten Zeitplan.