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Görlitz bekommt die dritte Neiße-Brücke

Wie gestern bekannt wurde, gibt der Bund 1,6 Millionen Euro für das Projekt. Gebaut werden soll zwischen den beiden schon bestehenden Brücken.

Von Daniela Pfeiffer

Gerade ist die Altstadtbrücke zehn Jahre alt geworden, da kommt die Nachricht, dass Görlitz eine zweite Brücke für Fußgänger und Radfahrer bekommen soll. Die Görlitzer Bundestagsabgeordneten Thomas Jurk (SPD) und Michael Kretschmer (CDU) gaben gestern auf unterschiedlichen Portalen bekannt, dass der Bund 1,6 Millionen für den Bau einer Brücke in Görlitz und 1,5 Millionen Euro für die Neugestaltung des ehemaligen Grenzvorplatzes in Bad Muskau gibt. Das Geld kommt aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“.

Laut Jurks Sprecher, Norbert Starke, soll die Brücke in Görlitz zwischen den zwei bestehenden errichtet werden. Und zwar genau dort, wo es bis 1945 bereits eine gab. Davor entsteht ein Brückenpark – als Begegnungsort für die Menschen beiderseits der Neiße. „Bundesweit gab es 270 Bewerbungen, von denen eine Jury 21 Projekte ausgewählt hat“, sagte Jurk. „Das unterstreicht die hohe Qualität der Bewerbungen aus Görlitz und Bad Muskau und macht erneut deutlich, dass wir in unserer Region bauliche Kulturgüter von nationalem Rang haben.“ Dass der Bund die volle Fördersumme, nämlich 90 Prozent der beantragten Bausumme bewillige, sei ungewöhnlich, so Jurks Sprecher. Üblich sei, dass der Bund zwei Drittel trage, die Kommunen ein Drittel. Das Geld steht noch dieses Jahr zur Verfügung und kann bis 2018 abgerufen werden.

Michael Kretschmer sagte gestern, dass vor allem der Görlitzer Bürgermeister Michael Wieler sich sehr für das Projekt eingesetzt habe. Modelle oder weitergehende Planungen gebe es noch nicht. Beide Städte sind sich aber bereits über den Standort einig: Von deutscher Seite soll am Stadtpark in Verlängerung des Schützenweges gebaut werden. Dass die Görlitzer die Notwendigkeit einer weiteren Brücke anzweifeln, davon geht der Bundestagsabgeordnete nicht aus: „Ich glaube nicht, dass es zu Diskussionen wie bei der Altstadtbrücke kommt“, so Kretschmer. „Wir haben alle gesehen, dass diese Brücke die Altstadt belebt. Die neue Brücke verbessert die Möglichkeiten für Spaziergänger und Touristen. Ich freue mich wirklich darüber.“

Auf der SZ-Facebookseite gab es auf die Nachricht gestern sehr viele Reaktionen. Freude einerseits, weil die Görlitzer Altstadt nun noch attraktiver werde. Aber genau so viel Skepsis auf der anderen Seite, ob eine dritte Brücke wirklich sein müsse und ob die 1,6 Millionen nicht besser woanders investiert werden sollten.