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Görlitz im Glück

Ausschreibungen bringen oft höhere Preise als geplant. Bei Stadthalle und Schenckendorff-Turnhalle ging es jetzt anders.

© Archivfoto: Pawel Sosnowski

Von Ingo Kramer

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Görlitz. Eine Sitzung des Technischen Ausschusses wie neulich wünscht sich Bürgermeister Michael Wieler vermutlich viel öfter: Gleich acht Vergaben für die städtischen Großbaustellen Stadthalle und Sporthalle Hugo-Keller-Straße standen auf der Tagesordnung – und am Ende gingen die meisten Aufträge an Firmen aus der Region. Und, ebenso erfreulich: Die Baustellen werden kaum teurer als zuvor gedacht.

„Bei der Stadthalle liegen wir gut im Kostenplan“, sagt Wieler. Und beim Neubau der Sporthalle neben der Jägerkaserne an der Hugo-Keller-Straße hat er mal die Mehr- oder Minderkosten der einzelnen Lose gegenüber den Kostenberechnungen ermitteln lassen. „Dabei ergibt sich bei einem Zuschlagsvolumen von insgesamt etwa 1,2 Millionen Euro eine Kostenüberschreitung von weniger als fünf Prozent.“ Gerade die neue Sporthalle hatte bei vorangegangenen Arbeiten ganz andere Schlagzeilen gemacht: Insgesamt waren die Kosten dort schon um eine Millionen Euro gestiegen, allein beim Rohbau um über 20 Prozent. Den Zuschlag für Letzteres erhielt eine Firma aus Bautzen. Deren Chef sprach von gestiegenen Löhnen, Lohnnebenkosten, Rohstoff- und Transportpreisen, aber auch von zusätzlichem bürokratischen Aufwand.

Warum also ist es diesmal gleich bei acht Vergaben so gut gelaufen für die Stadt? Wieler hat keine Idee: „Wenn wir das wüssten, wüssten wir ja vielleicht auch, warum es bei den anderen nicht der Fall ist.“ Natürlich ließen sich die jetzt vergebenen eher technischen Lose nicht eins zu eins mit Rohbauarbeiten oder Losen mit speziellen Materialien vergleichen: „Das bleibt ein schwieriges Thema, zumal es ja in der öffentlichen Auftragsvergabe keine Görlitzer Besonderheit ist.“

Konkret ging es bei der Stadthalle um den Umbau des Kleinen Saals, der wieder nutzbar werden soll. Die Tischlerei Briesowsky aus Löbau bekommt den Zuschlag für die Tischlerarbeiten, die Firma Köhler & Sohn aus Friedersdorf bei Görlitz für die Abdichtungsarbeiten von außen und die FB Aufzüge GmbH & Co. KG aus Dresden für den Aufzug. An der Sporthalle kommen überwiegend regionale Firmen zum Einsatz. Das größte Los bleibt in der Stadt: Die Firma EBS aus Schlauroth wird für fast eine halbe Million Euro die Elektroinstallation erledigen. Die Heizungsinstallation übernimmt die SHK Sanitär GmbH aus Görlitz, die Lüftungs- und auch die Sanitärinstallation die Firma Metallbau Schubert aus Markersdorf. Nur der letzte Auftrag geht ins thüringische Langenwetzendorf im Landkreis Greiz: Für Fassade, Metallbau, Glas und Sonnenschutz wird die Firma Wertbau-Elemente GmbH zuständig sein.