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Auch Görlitz und Niesky haben Jubiläen

In beiden Städten gibt es Grund zum Feiern in diesem Jahr - nur, ob und wie, das hängt von Corona ab.

Die Görlitzer lieben das Feiern – erst recht, wenn es zum Abschluss ein Höhenfeuerwerk wie beim Brauereifest oder wie hier im Bild beim Altstadtfest gibt. Doch während hinter dem Altstadtfest noch ein Fragezeichen steht, ist relativ klar, dass das 95
Die Görlitzer lieben das Feiern – erst recht, wenn es zum Abschluss ein Höhenfeuerwerk wie beim Brauereifest oder wie hier im Bild beim Altstadtfest gibt. Doch während hinter dem Altstadtfest noch ein Fragezeichen steht, ist relativ klar, dass das 95 © nikolaischmidt.de

Es soll(te) ein Jubeljahr werden – in Görlitz wie in Niesky. 950 Jahre sind in Görlitz eine große Nummer und die reiferen Jahrgänge können sich vielleicht noch an die Festwoche zur 900-Jahr-Feier im Sommer 1971 erinnern. Damals war die Stadt ein einziger Festplatz, historischer Markt und Festumzug, internationale Gastspiele und Fernsehshows, Rummel, Souvenirangebote und Ausstellungen, dazu zahllose Vereins-, Betriebs- und Privatinitiativen.

So ungefähr stellen sich sicher viele Görlitzer die 950-Jahr-Feier auch vor. Doch aus zweierlei Gründen wird es nicht ganz so kommen: Zum einen ist da natürlich die Pandemie, weshalb Feste mit großen Menschenansammlungen in diesem Sommer mit einem riesigen Fragezeichen versehen sind. Zum anderen hat die Stadt ein etwas anderes Konzept, das Jubiläum zu begehen als die Macher im Jahr 1971.Als Massenveranstaltung mit Festwoche, Festumzug und ähnlichen Höhepunkten sind die 950 Jahre von Anfang an nicht geplant gewesen – was hier und da auch schon für Kritik sorgte. Die geplanten Veranstaltungen seien nur auf ein ausgewähltes Publikum zugeschnitten, ist immer wieder mal zu hören.

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Viele Veranstaltungen zur Görlitzer 950-Jahr-Feier sollen im Stadthallengelände stattfinden.
Viele Veranstaltungen zur Görlitzer 950-Jahr-Feier sollen im Stadthallengelände stattfinden. © André Schulze

In der Tat gibt es mit der großen Ausstellung zu „950 Jahre Görlitz“ eine hochwertige Schau in der Stadthalle, die von den Stadtoberen als einer der Höhepunkte des Jubiläums angepriesen wird. Dazu sind Konzerte in der Stadthalle geplant, wegen Corona aber für maximal 80 Besucher. Doch immerhin bekräftigt die Stadt aktuell, dass alle geplanten Veranstaltungen coronakonform seien und unter Beachtung der Hygienemaßnahmen stattfinden könnten, auch wenn die Pandemie noch nicht besiegt ist.

Neben der Stadthalle selbst steht der gesamte Stadthallengarten mit mehreren Bühnen zur Verfügung. Hier sollen den ganzen Sommer über vielfältige Veranstaltungen stattfinden. Darüber hinaus gibt es die vielen Initiativen und Vereine, die etwas eigenes auf die Beine stellen möchten. Dazu hat es den vom Aktionskreis initiierten Ideenwettbewerb zu 950 Jahren gegeben, die besten von 164 eingereichten Ideen werden bei der Umsetzung mit Geld unterstützt, andere ohne finanziellen Zuschuss umgesetzt.

Stadtjubiläum soll monatelang gefeiert werden

Viele originelle und kreative Ideen sind darunter: spezielle Stadtführungen zum Jubiläum, Sommerkino im Stadthallengarten, ein großes Chorsingen, bei dem alle Chöre aus der Stadt und dem Umland zusammenkommen sollen, Straßenfeste – etwa auf der Jakobstraße oder in der Innenstadt Ost, das Pflanzen von 950 neuen Bäumen in der Stadt, ein Lichterfest mit beleuchteten Großskulpturen, ein Schwimmfest im Neißebad oder eine deutsch-polnische Kinder- und Jugendsafari. Viele kleine, aber feine Veranstaltungen, zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten. Das Stadtjubiläum soll eben nicht nur eine Woche präsent sein, sondern über Monate. Auch sollte es von Anfang an weniger als Touristenmagnet denn als Angebot für die Einheimischen verstanden werden – unabhängig davon, dass man zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin nicht weiß, ob im Sommer viele Touristen hier sein können.

Niesky wollte dieses Jahr eigentlich seine Holzhäuser hochleben lassen, denn vor 100 Jahren war der Grundstein für die Holzhäuser und die damit verbundene Werksiedlung gelegt worden. Doch ein geplantes Bürgerfest wurde bereits auf 2022 verlegt.
Niesky wollte dieses Jahr eigentlich seine Holzhäuser hochleben lassen, denn vor 100 Jahren war der Grundstein für die Holzhäuser und die damit verbundene Werksiedlung gelegt worden. Doch ein geplantes Bürgerfest wurde bereits auf 2022 verlegt. © Rolf Ullmann

Wegen der großen Unsicherheit ist auch die Stadt Niesky zurückhaltend bei der Planung. Hier sollte mit einem Bürgerfest das Jubiläum „100 Jahre Niesky-Neuödernitz“ begangen werden. Das wurde aber bereits auf 2022 verschoben. Vor 100 Jahren war der Grundstein für die Holzhäuser und die damit verbundene Werksiedlung gelegt worden. Mit fast 80 Holzbauten ist die Werksiedlung Neuödernitz die größte der vier Holzhaussiedlungen in Niesky.

Für Arbeiter und Angestellte der Firma Christoph & Unmack entstanden hier Wohnbauten in unterschiedlichen Konstruktionsweisen, ein Verkaufspavillon, Kindergarten und eine Kirche in Holzbauweise. Gleichzeitig wurden die Werkswohnungen sowie die Sozialbauten in den Werbekatalogen der Firma als Musterhäuser präsentiert. Die Häuser waren kostengünstig, nach kurzer Lieferzeit sofort beziehbar, modern ausgestattet und garantierten eine gute Wärmedämmung.

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