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80 Fußbälle für den guten Zweck

Die Königshainer Sportler haben eine ungewöhnliche Spendenaktion gestartet. Damit wollen sie anderen Menschen eine Freude machen.

„Herr der Bälle“: Der ehemalige Amtsarzt Christoph Ziesch sortiert die Bälle, die gespendet werden sollen.
„Herr der Bälle“: Der ehemalige Amtsarzt Christoph Ziesch sortiert die Bälle, die gespendet werden sollen. © Constanze Junghanß

Christoph Ziesch putzt die Bälle mit Spülmittel unter dem Wasserhahn. Der ehemalige Amtsarzt des Gesundheitsamtes vom Landkreis Görlitz schrubbt im Akkord. Dann greift er zur Luftpumpe. Schließlich soll das runde Leder wieder ordentlich rollen können. Der Königshainer ist seit vielen Jahren dem Sportverein im Dorf eng verbunden. Da hat er mit Fußbällen ständig zu tun: Er war bis zu seinem 50. Lebensjahr selbst als aktiver Fußballer auf dem Spielfeld unterwegs, wie er sagt. Und danach und bis heute als Übungsleiter in Königshain.

Interesse bis aus der Ukraine

Die Sportler bringen gerade ihr Vereinshaus auf Vordermann. Für Sanierungs- und Reparaturarbeiten musste der Flachbau am Königshainer Sportplatz ausgeräumt werden. Mehr als 100 alte Fußbälle, die im Spielbetrieb schon eine Weile nicht mehr genutzt werden, kamen dabei zutage. Was macht man mit so einer großen Menge? Lange mussten die Sportler nicht nachdenken, wie Rocco Schuch, Vorstand vom SV Königshain erzählt.

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„Anfangs überlegten wir, die Bälle gegen eine kleine Spende für unsere Nachwuchsarbeit abzugeben“, erzählt er. Von der Idee rückten die Sportler in der Vorweihnachtszeit jedoch wieder ab. Vielmehr sollen die Bälle, die zwar nicht mehr für den laufenden Spielbetrieb aber zum Kicken und Bolzen noch geeignet sind, verschenkt werden.

„Wir wollen damit anderen Menschen eine Freude machen“, so der SV-Vorstand. Im Internet auf Facebook wurde dazu ein Aufruf gestartet. Die Resonanz war enorm: Etwa 40 Rückmeldungen gingen ein. An Einzelpersonen werden die Bälle nicht abgegeben, sondern die Gemeinnützigkeit steht im Vordergrund. „Sogar ein Ukrainer, der in Görlitz lebt, fragte für eine ukrainische Schule bei uns an“, sagt Christoph Ziesch, der die Organisation der Verteilung übernommen hat. Die Nachfrage wird nun von den Sportlern geprüft, ob sie mit in die engere Auswahl der zu Beschenkenden kommt. Die ersten Bälle – jeweils zwischen fünf bis zehn Stück zusammen im Paket – wurden dieser Tage bereits verteilt.

Herrnhut, Görlitz und Hoyerswerda profitieren

Eine Einrichtung in Herrnhut, die Jugendliche betreut, wird ein volles Netz ebenso erhalten, wie die Jahn-Förderschule in Görlitz und ein Flüchtlingsheim in Hoyerswerda. Weitere Einrichtungen sollen folgen. Selbst für die kaputten Bälle gab es Nachfragen. „Ein junger Mann will daraus beispielsweise LED-Lampen für Jugendliche basteln“, sagt Christoph Ziesch. Die bekommt er auch. Nicht zum ersten Mal zeigen sich die Königshainer Sportler so großzügig. Vor einigen Jahren spendeten sie ausrangierte Trikots für kleine Fußballer in armen Ländern.

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