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A 4 gesperrt: Renault löst Polizeieinsatz aus

Der Mann am Steuer fuhr unsicher, knallte gegen eine Leitplanke, hielt aber nicht an. Erst hinter Weißenberg konnten die Beamten ihn stoppen. Was war los?

Irgendwo in der Nähe der Anschlussstelle Weißenberg kollidierte der Renault mit einer Leitplanke. Kurz danach war die Fahrt zu Ende.
Irgendwo in der Nähe der Anschlussstelle Weißenberg kollidierte der Renault mit einer Leitplanke. Kurz danach war die Fahrt zu Ende. © SZ/Uwe Soeder

Der Fahrer eines Renault Trafic hat am Montagmorgen einen Polizeieinsatz auf der A 4 ausgelöst. Der war aus Pulsnitz kommend in Richtung Görlitz unterwegs. "Es gab einen Hinweis, dass er unsicher fährt", berichtet Polizeisprecher Kai Siebenäuger.

Eine Streife der Autobahnpolizei nahm sich des Falls an. Doch der Fahrer reagierte nicht auf die Anhaltesignale der Beamten, fuhr stattdessen weiter. "Aber ohne flüchten zu wollen", so Kai Siebenäuger. Vor der Anschlussstelle Weißenberg kam der 44-Jährige mit seinem Renault nach rechts von der Strecke ab und fuhr auf mehrere Schutzplanken auf. Doch statt anzuhalten fuhr er weiter. Erst kurz hinter der Anschlussstelle konnten die Polizisten mithilfe der Gemeinsamen Fahndungsgruppe Bautzen und einem unbeteiligten Lkw-Fahrer das Auto stoppen.

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"Als die Beamten an den Wagen herantraten, verletzte sich der Fahrer mit einem spitzen Gegenstand selbst", berichtet Kai Siebenäuger. Danach stieg er aus dem Auto und setzte sich davor. Die Polizisten versuchten erste Hilfe zu leisten. "Plötzlich stand der Mann wieder auf und versuchte in Richtung der Nordfahrbahn zu laufen." Er überstieg die Mittelleitplanke und betrat die Fahrbahn. Die Beamten sperrte die A4 in beiden Richtungen. Autos und Lkw hielten an. Schließlich setzten die Polizisten dem Treiben ein Ende und nahmen den nach Sprecher-Aussage offenbar Lebensmüden fest.

Ein Rettungswagen und ein Notarzt versorgten den Deutschen. Dafür nahmen die Beamten die Handschellen ab und ordneten eine Blutentnahme an. "Daraufhin leistete der Mann Widerstand", so Kai Siebenäuger. Zur weiteren Versorgung brachten die Rettungskräfte den sich nach seiner Auskunft offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand befindlichen Mann in ein Krankenhaus. Laut Rettungsleitstelle ein versuchter Suizid.

Um 10 Uhr gaben die Einsatzkräfte den Verkehr wieder frei. Der Sachschaden belief sich auf knapp 10.000 Euro. Der Verkehrsunfalldienst ermittelt nun wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs, der Unfallflucht und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über das Thema Suizid, außer es erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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